Test: Saucony Tempus

Im Herbst kommt es nun auch mal vor, dass ich ab und an mal – auch wenn es mich gar nicht so sehr reizt – auf der Straße laufe. Für Grundlagenläufe ist es nicht die schlechteste Möglichkeit oder wenn es das Wetter einfach überhaupt nicht zulässt, hoch auf die Berge zu gehen und man nicht zufällig ein Laufband daheim herumstehen hat.

Letztendlich habe ich über all die Jahre meine Erfahrungen mit Straßenschuhen gemacht. Ich bin früher schließlich auch einige Halbmarathons und Marathons gelaufen. Und diese Herausforderungen habe ich immer mit einem Saucony Schuh angegangen und erfolgreich abgeschlossen. Nach vielen vielen Kilometer, bin ich bei schnellen Läufen immer am Kinvara hängengeblieben und nun? Steht ein Karton vor mir, in dem definitiv nicht der aktuelle Kinvara drin ist, sondern der brandneue Saucony TEMPUS. Ein Laufschuh im Sortiment des amerikanischen Herstellers, den es bis dato noch nicht gab.

Saucony sagt zu diesem Schuh „Der Schuh kombiniert die unglaubliche Superschaum-Federung, die dir gefehlt hat, mit dem adaptiven Führungssystem, das du brauchst – damit du dein Bestes geben kannst.“ Sprich, ein gut gefederter Stabilschuh, der enorm leicht ist. Im Prinzip ist dies eine optimierte Mischung aus meinem bisherigen Stabilschuh, dem Saucony Guide und dem leichten Wettkampfschuh, dem Kinvara (Anm.: das neueste Modell ist um gerade mal 60g leichter) . Interessante Mischung. Das macht mich so neugierig, dass ich gleich damit eine Runde drehen muss. Denn die Frage die sich hier stellt, kann diese Kombination funktionieren?

Das sagt der Hersteller (Quelle: https://www.saucony.com/DE/de_DE/tempus/):

  • Der durchgängige Kern aus ultraleichter PWRRUN PB Dämpfung sorgt für unglaubliche Federung und Energierückgewinnung.
  • Der konturierte PWRRUN Rahmen beginnt oberhalb der Zwischensohle, um deinen Fuß beim Aufsetzen zu stützen, und seine gekrümmte Form sowie der Bodenkontakt mit dem Vorderfuß garantieren ein schwungvolles Abstoßen.
  • Die stärker konturierte Zwischensohle lässt dich tiefer in das Fußbett einsinken und gewährleistet, dass sich der Schuh für ein unglaublich weiches und stützendes Tragegefühl von oben bis unten an deinen Fuß anschmiegt.
  • Dank ihrer unverkennbaren Geometrie bildet die Zwischensohle eine unterstützende Basis und bietet ein superweiches Laufgefühl von der Ferse bis zu den Zehen.
  • Die anpassbare Schnürung und der leichte Mittelfußsattel ermöglichen eine perfekte Passform.
  • Obermaterial: Leichtes, atmungsaktives Mesh.
  • Das FORMFIT Design berücksichtigt jeden Kontaktpunkt mit deinem Fuß und bietet weit mehr als eine Schnürung, um eine individuelle Passform und ein rundum hervorragendes Tragegefühl zu gewährleisten.
  • Robuste XT-900 Laufsohle.
  • Geringerer ökologischer Fußabdruck: In diesem Style wurden recycelte Obermaterialien verarbeitet.
  • Kategorie: Strukturierte Dämpfung
  • Sprengung: 8 mm (36,5 mm Ferse / 28,5 mm Zehenpartie)
  • Gewicht: Herren (252 g) -> 287g bei meiner Größe EU46

Anmerkung: Die Schuhe wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Der Schuh sitzt gut und der Fuß hat ausreichend Platz. Man merkt sofort, wie leicht er am Fuß sitzt, kombiniert mit dem luftigen Obermaterial, aber trotzdem diese massige Dämpfung von unten. Ich lege direkt los und es macht direkt Spaß. Nichts drückt und zwickt, sondern ich gleite förmlich über meine altbekannten Heimstrecken. Der Schuh pusht einen nach vorne. Da es an diesem Tag sehr warm und trocken ist, machte ich einen spontanen Ausflug auf leichte Trails. Und auch hier fliege ich über die Wurzeln und fühle mich absolut sicher in diesem Schuh. Im hohen Tempo. Hätte er eine passende Trailsohle drunter, wäre das ein toller Trailwettkampfschuh 😉

Letztendlich entschied ich mich am Tegernseelauf für diesen Schuh, anstatt für den Kinvara. Es regnete in Strömen und ich wollte einfach nur diese Runde um den See beenden. Die ersten 5km waren schon sehr flott und ich fühlte mich gut und hielt das Tempo – mit dem Tempus – bis zum Schluss durch. Am Ende lief ich den Halbmarathon mit seinen knapp über 160 Höhenmeter (inkl. zweitweisem Gegenwind) – in 1:29h. Neue persönliche Bestzeit, die an diesem Tag aufgrund meiner Fitness nicht auf dem Programm stand. Ich hatte bei jeglichem nassen Untergrund (Straße, Holzbrücken, Kieselwege) immer sicheren Halt und der Schuh pushte mich nach vorne.

Was bleibt noch zu sagen? Schaut euch den Schuh mal an und überzeugt euch selber.

Fazit: Da hat Saucony einen rausgehauen. Ich bin bereits jahrelanger Fan vom Guide und dem Kinvara und nun kommt der perfekte Mix im Tempus heraus. Ob für gemütliche Trainingsläufe oder Intervalleinheiten oder schnelle Wettkämpfe in allen Bereichen (5km bis Marathon) – der Tempus ist ein treuer Begleiter. Wer einen gut gedämpften Stabilschuh benötigt und ihn parallel als Wettkampfschuh nutzen will, ist hier genau richtig! Das ist die perfekte Wahl für alle.

Die einzige Frage – wie lange kann man diesen Schuh genießen? Das werde ich erst nächstes Jahr beantworten können, wenn ich ordentlich Kilometer draufhabe, was er alles und wie lange mitmacht 😉

Test: On Running Cloudvista WP

Bereits am Anfang der Saison hatte ich Euch an dieser Stelle hier die Cloudvista vorgestellt. Ein völlig neuer Trailschuh aus dem Hause ON.

Nun – seit einigen Wochen – habe ich ein zweites Paar hier vor mir liegen, bzw. bereits fleißig im Test. Ein kleines Upgrade für den Herbst.

Der Cloudvista WP (Waterproof) – genau der richtige Schuh für den Herbst.

Doch nicht nur das wasserdichte Membran sticht hervor, sondern ON hat den Schuh leicht modifiziert. Eine verstärkte Missiongrip Sohle mit neuen, quadratischen Stollen in verschiedenen Ausrichtungen (Anmerkung: ich konnte keinen Unterschied zum Frühjahrsmodell erkennen). Damit soll der Grip auf jeglichen Untergründen verbessert worden sein.

Wichtig für die dunkle Jahreszeit sind auch die reflektierende Komponenten.

Anmerkung: Die Schuhe wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Dieses Mal liegen mir die Schuhe in den Farben Eclipse | Black vor.

Kommen wir zu den Key Facts des Herstellers (Quelle: https://www.on-running.com/de-de/products/cloudvista-waterproof/mens/eclipse-black):

  • Nutzung: Trail
  • Distanz pro Lauf: Mittel
  • Dämpfung: Moderat
  • Wettkampf: Nein / Training: Ja
  • Ideal für: Kurze bis mittellange Trailruns in moderatem Gelände
  • Gewicht: 305g (Gr. EU46 = 371g)
  • Sprengung: 7mm
  • Technologie: Missiongrip™-Aussensohle für den Halt und die Traktion, Helion™-Superfoam-Schicht und CloudTec® für ausgewogene Dämpfung. Erfreulich: bereits hier sind 70-80% recycelter Polyesteranteil verbaut.
  • Verfügbar seit: September 2022
  • Verkaufspreis: 169,95 Euro

Laut Hersteller sind die Schuhe durch das Membran lediglich 20g schwerer. Was nicht so ganz stimmt. Bei mir sind es exakt 50g.

Ich werde hier nicht noch mal so ausführlich über den Schuh berichten, dazu verweise ich auf den Artikel des Cloudvista ohne Membran. Ich gehe lediglich auf die Modifizierungen ein.

Im ersten Moment fühlt sich der Schuh steifer an. Dies ist natürlich auch dem Membran geschuldet. Aber nach ein paar Kilometer gibt sich das bzw. man gewöhnt sich dran. Mein erster Testlauf war direkt während eines ausgiebigen Regens und hatte so sowohl von oben als auch unten ausreichend Wasser. Und glaubt mir, ich lies keine Pfütze aus! 😊

Kommen wir zum angepriesenen Grip. Ich habe bei schlechtem Wetter schon viele Schuhe an meinen Füßen gehabt. Und jeder hatte so seine Eigenheit oder einen Untergrund, mit dem er gar nicht zurecht kam.

Straße, Schotter, Waldwege, Wald-Downhills aus nassen Herbstblättern, Steinchen und Erde – alles kein Problem. Doch dann – dann kam eine nasse Holztreppe um wieder ins Tal zu laufen. Und die ersten drei vier Stufen dachte ich noch – “Wow, auf den Schuh ist echt Verlass” und just in dem Moment zog es mir die Füße weg und ich hing am Abgrund. Ich konnte mich noch am Geländer mit einem Arm festhalten und wieder hochziehen, aber das hätte böse ausgehen können. Bei meinen bisherigen Tests habe ich nasses Holz schon immer als Königsdisziplin eines Trailschuhs angesehen. Die Wenigsten können beim Kontakt auf dem glitschigen Untergrund Grip finden und man rutscht weg. Aber so oft mir das auch schon mit anderen Herstellern passiert ist – so etwas kam dabei noch nicht vor.

Von den Laufeigenschaften unterscheidet er sich nicht wirklich von seinem leichteren luftigeren Vorgänger. Daher – wie oben erwähnt – gehe ich hier nicht drauf ein.

Fazit: Der Herbst kann kommen! Ein wirklich toller Schuh für die nasse dunkle Jahreszeit. Natürlich bin ich gespannt, wie er sich dann im Winter mit Schnee noch schlagen wird. Aber dieser Schuh macht Spaß und hält die Füße trocken. Doch achtet auf den Untergrund! Ansonsten ein klare Kaufempfehlung von meiner Seite.

Test: Adidas TERREX Agravic Flow 2.0

“Als Abby Hall in der 5. Klasse mit dem Trailrunning begann, hatte sie nie eine große Karriere als Ultraläuferin vor Augen. Ihr Weg verlief nicht immer eben. Trotz Höhen und Tiefen blieb sie am Ball und pushte sich immer wieder – egal wie herausfordernd der Trail oder die Umstände. Jetzt, mit 31, gehört Abby zu den besten Ultraläuferinnen der Welt und ist professionelle Trailrunnerin für adidas TERREX.”

Ich beginne normal nicht meine Artikel, in dem ich Textpassage zitiere. Doch diese Einleitung ist notwendig, denn nichts geringeres als Abby hat bei der Entwicklung des mir vorliegenden Adidas TERREX Agravic Flow 2.0 mitgewirkt.

Ich musste mit Adidas Trailschuhen erst warm werden. Vor drei Jahren habe ich mir einige bestellt und ausgetestet, unter anderem auch der Flow – doch er war mir für einen Trailschuh viel zu schwammig. Danach hatte ich mich ferngehalten von den Schuhen aus Herzogenaurach – bis – ja genau bis der Speed Ultra auf den Markt kam. Und dieser hatte mich vom ersten Moment an gepackt und er ist immer noch mein Lieblingstrailschuh. Und ich bin froh, ihn endlich wieder laufen zu können. Danach hatte ich noch den TERREX Agravic Ultra im Test. Ein guter Schuh, der mich aber nachhaltig noch nicht vollends gepackt hat. Kommt vielleicht noch – wenn ich mal längere Runden hier im alpinen Raum drehe. Und dann – erreichte mich ein Paket von Adidas – mit dem Flow 2.0. Zu erst kam die Skepsis hoch, er könne wieder zu schwammig sein – solch Erfahrungen brennen sich ein. Doch geben wir dem Update nach all den Jahren eine Chance.

Anmerkung: Die Schuhe wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Wieder ein “gelber” Schuh – war mein erster Gedanke. Scheint 2022 in Mode zu sein, oder besser gesagt, nennt sich die Farbe nicht gelb sondern “Pulse Lime / Turbo / Cloud White”. Okay! Alles klar. Der Turbo steckt mit drin, aber die Farbe? Er sieht schick aus. Definitiv. Aber vermutlich wird er diese Farbe nicht mehr lange behalten 😉

In meiner Größe EU46 bringt er satte 372g auf die Waage. Das ist eine Hausnummer. Was will der Schuh sein? Werfen wir erneut einen Blick auf die Beschreibung von Adidas:

“Ein leichter Trailrunning-Schuh mit Parley Ocean Plastic – Es zieht dich wieder raus in die Natur? Dieser adidas Trailrunning-Schuh gibt dir auf dem steilen und steinigen Pfad zum Gipfel ein bequemes und sicheres Tragegefühl. Das individuell gewebte Mesh-Obermaterial bietet Halt, Flexibilität und kühlende Luftzirkulation. Mit seinem angesagten Look bist du nicht nur in den Bergen, sondern auch in der City stylish unterwegs. Die ultraleichte Zwischensohle sorgt bei jedem Schritt für erstklassigen Tragekomfort, egal ob du schnell einen 5-Kilometer-Lauf einschiebst oder den ganzen Tag auf den Beinen bist.”

Ok – halten wir fest: laut Hersteller ist dies ein leichter, stylisher Schuh (auch für die Stadt), der auch noch bequem ist und gut schützt. Also – er fühlt sich in der Hand leicht an, aber ist kein Fliegengewicht. Ich muss aber direkt sagen: man merkt ihm dieses Gewicht gar nicht an. Natürlich ist es kein minimalistischer Schuh, aber er soll auf vielen Untergründen, vor allem in alpinen Regionen, sicherer Halt bieten. Letztendlich den Fuß und Läufer schützen und egal ob kurze oder lange Distanz: dafür sorgen, dass man sicher ins Ziel kommt.

Der Halt des Fußes ist in allen Bereichen top. An der Ferse rutscht nichts, am Mittelfuß sitzt er perfekt und kombiniert mit der bekannt klassischen Schnürung von Adidas geht auch nichts schief. Die Zehen sind durch die klassische Gummierung, die man bei den Trailschuhen kennt, geschützt und auch die Sohle schützt den Fuß vor spitzen Gegenständen. Daher kein Stein hat eine Chance uns zu pieksen. Hinzu kommt die Contintal Sohle, und diese ist dafür bekannt, dass ein sicherer Stand auf jeglichem Untergrund gewährt ist.

Doch wie fühlt er sich auf den Trails an. Und hier zeigt er sofort was er kann. Bereits auf dem Weg zu den Trails weiß er zu überzeugen. Doch erst auf steinigen technischen Trails spielt er seine wahren Sträken aus. Er ist dynamischer und agiler als man im ersten Moment denkt und sehr lauffreudig. Es macht einfach Spaß und das in so ziemlich jedem Tempo. Und zu jeder Zeit fühlen sich meine Füße gut geschützt und können trotzdem sich austoben.

Fazit: Heutzutage, bei all der Technik die in den Schuhen verbaut sind, darf man sich nicht vom ersten Blick täuschen lassen. Das Gewicht könnte einen dazu verleiten, die Finger vom Schuh zu lassen. Doch das wäre grob fahrlässig. Der Schuh sitzt gut, ist bequem und macht einfach Spaß. Aber prüft, ob er zu Eurer Ferse passt – hier ist er etwas steif. Ob bei einer kleinen Runde auf dem Schotterweg an der Inn entlang oder wenn es technisch in den Bergen wird. Auf alle Fälle werde ich noch 1-2 längere Tests machen, aber bin mir schon ziemlich sicher, dass ich diesen Schuh bei den 30km auf dem Mayrhofen Ultraks anhaben werde!

Wer noch einen stabilen Trailschuh für nahezug alle Schandtaten sucht, sollte zu seinem Schuhhändler des Vertrauens und in die Agravic Flow 2.0 reinschlüpfen und sich sein eigenes Bild machen!

Test: Adidas TERREX Trailrunning Collection 2022

Vor einiger Zeit habe ich die Trailrunning Collection 2022 von Adidas Terrex erhalten. Bestehend aus:

Die Farben machen direkt Lust auf Läufe im Sommer 😉 Bei der Namensgebung von diesen Gelb- und Rottönen war auch Adidas wieder kreativ. Die Jacke und Hose liegt in “Altered Amber”, die Cap in “Almost Lime / Acid Red) und das Shirt in “Pulse Lime” vor mir!

Alle Kleidungsstücke sind aus mind. 40% “Parley Ocean Plastic”, also aus recyceltem Plastikmüll. Ist ein guter Ansatz, aber löst nicht das enorme Müllproblem auf dieser Welt!

Fangen wir unten an. Ich war bereits von den letztjährigen Agravic Shorts begeistert. Leicht, luftig und viele Verstaumöglichkeiten (inkl. Stockhalterung). Sie bietet sowohl eine versteckte Tasche am Bund und eine Gesäßtasche mit Reißverschluß. Dazu reflektierende Details und alles mit der Feuchtigkeitsabsorbierenden AEROREADY Technologie.

Gehen wir weiter hoch. Das Shirt. Ein Merkmal das auffällt, ist der Mesh-Einsatz am Rücken. Dieser soll beim Tragen einer Weste / Rucksack es angenehmer von der Luft- und Feuchtigkeitsregulierung machen. Ansonsten bequemes und leichtes Shirt, durch die luftigen Elemente perfekt für den Sommerlauf in den Bergen (oder natürlich im Tal oder auf Straßen).

Wird es doch ein wenig frischer und luftiger kommt die Windweave Jacke zum Einsatz. Auch hier wurde viel Wert auf Sichtbarkeit gemacht und hat ebenfalls reflektierende Details rundherum. Die DWR-Beschichtung hält auch leichten Regen und Schnee ab, aber ist natürlich als Windjacke nur wasserabweisend, nicht wasserdicht! Die Besonderheit ist die Atmungsaktivität, die durch einen speziellen Bodymapping Aufbau umgesetzt wurde. Je nach Körperzone ist das Material dicker oder dünner gewebt. Doch schauen wir auf die praktischen Details. Die Jacke ist sehr leicht und hat eine Brusttasche mit Reißverschluss. Diese Tasche dient gleichzeitig dazu, die Jacke in sich zu verstauen und auf minimales Packmaß zu reduzieren. Ideal für den Trailrunningrucksack. Es schadet definitiv nicht, diese Jacke immer dabei zu haben.

Zu guter Letzt dürfen wir auch den Kopf nicht vernachlässigen. Ich trage beim Laufen zu 95% gerne Caps, daher bin ich auch immer von neuen Mützen angetan. Die Farbkombi muss man natürlich mögen, aber das ist eh Geschmackssacke. Die Mütze ist ebenfalls sehr leicht, luftig, man schwitzt nicht so extrem drunter und wird vor der Sonne geschützt. Sie tut was sie soll und das zuverlässig und meiner Meinung nach dies stylish 😉

Fazit:

Ich bin begeistert. Leicht, praktisch und Trailtauglich. Ich habe die Ausrüstung nun bei Sonnenschein, bei Regen, auf Asphalt, als auch auf 1.600 Meter Höhe angehabt. Funktional top, dazu bequem zu tragen. Nichts reibt und scheuert. Absolut empfehlenswert für jegliche Art des Laufens. Vom Frühjahr bis Herbst nutzbar. Im Winter dann für die meisten sicherlich nur noch die Windjacke.

Zusammen kostet dieses Outfit 280 Euro (UVP) – Jacke für 140 Euro, Shorts 65 Euro, Shirt für 45 Euro und die Cap für 30 Euro. Dafür hat man ein Trailrunning Outfit für die meisten notwendige Bedürfnisse!

Ich gebe hier definitiv den Daumen nach oben und kann die Ausrüstung uneingeschränkt empfehlen!

Mehr Informationen zu den Produkten findet ihr unter folgenden Links:

https://www.adidas.de/terrex-agravic-t-shirt/H11680.html

https://www.adidas.de/terrex-aeroready-five-panel-graphic-kappe/HB6275.html

https://www.adidas.de/terrex-agravic-shorts/H11752.html

https://www.adidas.de/terrex-agravic-windweave-windjacke/H11744.html

Test: Saucony XODUS Ultra

Saucony – eine Marke die mich in meiner Laufkarriere stets erfolgreich begleitet. Mit einem Guide 9 bin ich meinen ersten Marathon gelaufen, irgendwann Bestzeiten mit dem Kinvara 7 – 13. Doch als ich vermehrt auf die Trails umstieg, dachte ich mir: ich mach es mir einfach und vertraue ebenfalls Saucony. Vom absoluten Klassiker, dem Peregrine (mein Einstieg war die Nr. 8) – wechselte ich für mein Ultratraining auf den Xodus ISO 3. Ein komfortabler schwerer Schuh. Aber eben mit diesem Xodus wurde ich nicht warm. Den Peregrine nutzte ich gerne mal fürs Training, aber vom Xodus habe ich mich schnell wieder trennen müssen. Warum? Weil es einfach zwischen uns nicht passen sollte und ich fühlte, damit kann ich keine Ultratrails laufen. Ein Schuh muss mir Sicherheit bieten und ich muss mich wohl drin fühlen und dies konnte er damals eben nicht.

Nun habe ich von Amerikanern den nagelneuen XODUS Ultra liegen. Der Name verrät bereits sein Einsatzgebiet. Lange, sehr lange Läufe. Doch was hat der neue Trailschlappen, der im Sommer veröffentlich wird, zu bieten?

Anmerkung: Die Schuhe wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Öffnen wir direkt die Schachtel. Was direkt ins Auge sticht, ist die Farbe. Ein knallgelber Schuh kommt heraus. Gut, Auffallen ist hiermit schon mal kein Problem. Daher liebe Rehe und Wildschweine – aufpassen, wenn es im Wald gelb aufleuchtet 😉 Die Farbkombi nennt sich Acid / Blue Raz.

Der Schuh sieht wie ein klassischer Saucony aus. Souverän, gut verarbeitet, aber jetzt (bis auf die erwähnte Farbe) kein absoluter Eye-Catcher. Ein Leichtgewicht ist er nicht und will er gar nicht sein. In der mir vorliegenden Größe EU46,5 bringt er 329g auf die Waage. Inkl. der 6mm Sprengung und einer klassischen Schnürung. Im Schuh merkt man sofort, dass er etwas breiter ist. Der Halt ist dank des sockenartigen Einstiegs top, so dass sich der Fuß wohlfühlen kann, für seine langen Abenteuer. Für Schutz sorgen zudem der verstärkte Fersenbereich und die gummierte Zehenkappe.

Den Schuh hatte ich direkt ein paar Mal auf meinen heimischen Waldtrails im Einsatz. Auch auf dem Asphalt fühlt sich der Schuh gut und bequem an, doch auf den Trails ist sein Zuhause.

Anmerkung: während meiner ausgiebigen Testreihe, Riss mir mein linkes Außenband des Sprunggelenks. Nicht im Xodus Ultra, keine Sorge. Er hätte mir eventuell bei entsprechender Wurzel mein Außenband geschützt. Zu dem Zeitpunkt war ich mit einem Trail Wettkampfschuh unterwegs. Was bedeutet: wenig Protektion – großes Aua 😉

Der Schuh ist mit in der Zwischensohle zum einen mit PWRRUN PB für eine optimale Energierückgewinnung ausgestattet und der etwas härtere PWRRUN Support Rahmen bietet eine optimale Unterstützung für den Fuß. Dazu die dreilagige PWRTRAC Außensohle – diese sorgt bei nassen und trockenen Bedingungen für sichere Traktion und deren Flexibilität für ein entspanntes Abrollen. Es müssen sich auch keine Gedanken über den Schutz vor spitzen Steinen oder anderen Gegenständen gemacht werden, denn die Sohle ist wirklich stabil und sicher.

Die Technik des Schuhs verspricht viel und auf den ersten Blick ist man für die langen Trails gerüstet.

Fazit: Xodus – der Name schreckte mich erst ein wenig ab. Der Schuh, mit dem ich gar nicht in der Vergangenheit klar kam, sollte mich nun eines Besseren belehren. Bisher lief es mit dem XODUS Ultra richtig gut. Es machte Spaß. Natürlich kein agiler Schuh, doch er soll auf langen Trails vor allem eins: seinen Träger sicher ins Ziel bringen. Er schützt den Fuß – auch wenn er müde ist. Er ist bequem und lässt einen, wenn es bereits weh tut, die Schmerzen einen Moment vergessen.

Ich werde den Test fortführen, sobald ich wieder offiziell laufen darf und halte euch auf dem Laufenden wie es dann mit den langen, alpinen Einheiten sich anfühlt. Ob ich dann immer noch diese Meinung vertrete 😉 Oder schlichtweg bestätigen kann.

Test: ON Cloudvista

ON Running – die Schweizer sind seit Jahren nicht mehr wegzudenken aus dem Lauf- und Lifestyle Bereich. Aber seit einiger Zeit bringen sie auch richtig richtig gute Schuhe heraus und die Trailsparte findet hier auch immer mehr Anklang und Beliebtheit. Es fing mit dem Cloudventure an (inzwischen in der dritten Generation), es folgte der Cloudventure Peak und letztendlich brachten sie mit dem Cloudultra ein vollständig neues Modell heraus.

Und nun? Was stehen hier für Schönheiten vor mir? Der brandneue Cloudvista (Anmerkung: da ich etwas spät mit dem Artikel dran bin, gibt es den Schuh bereits einige Tage auf dem Markt).

Doch für welchen Einsatzbereich ist dieser Schuh genau? Für wen macht dieser Schuh Sinn? Der Hersteller wirbt mit: „Der leichte und vielseitige Trailrunning-Schuh für gut gedämpften Komfort. Dein Ticket für die Trails.“ – der Satz sagt alles und nix. Lasst es uns doch zusammen herausfinden. Ich bin für Euch den Schuh gelaufen und ihr könnt hier lesen was er taugt und wo man ihn am besten einsetzt.

Anmerkung: Die Schuhe wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Packen wir den Schuh erst einmal aus: vor mir liegt nun eine weiße Schönheit mit blau und hellgrünen Komponenten. Oder wie der Hersteller angibt in Frost / Ink 😉

Kommen wir zu den Key Facts des Herstellers (Quelle: https://www.on-running.com/de-de/products/cloudvista/mens/frost-ink):

  • Nutzung: Trail
  • Distanz pro Lauf: Mittel
  • Dämpfung: Moderat
  • Wettkampf: Nein / Training: Ja
  • Ideal für: Kurze bis mittellange Trailruns in moderatem Gelände
  • Gewicht: 280g (Gr. EU46 = 324g)
  • Sprengung: 7mm
  • Technologie: Missiongrip™-Aussensohle für den Halt und die Traktion, Helion™-Superfoam-Schicht und CloudTec® für ausgewogene Dämpfung. Erfreulich: bereits hier sind 70-80% recycelter Polyesteranteil verbaut.
  • Verfügbar seit: März 2022

Rein in den Schuh, raus auf die Trails. Ich habe einige Runden auf meinen heimischen Trails (klassische Waldtrails im Spessart) gedreht und habe den Schuh parallel direkt auch als Sneaker verwendet. Warum? Da er wirklich bequem ist und sehr schick aussieht. Beim ersten Reinschlüpfen in den Schuh merkt man sofort: es ist ausreichend Platz für den Fuß da und trotzdem schmiegt sich das leichte Obermaterial um den Fuß und bietet gleichzeitig einen tollen Halt. Komfort und guter Halt – das ist bereits ein guter Einstieg. Jetzt bin ich jedoch neugierig, wie er sich beim Laufen macht.

Ich starte auf Asphalt und sofort stellt sich die Frage: handelt es sich hier wirklich um einen Trailschuh? Merken wir uns für das Einsatzgebiet: Door-to-Trail steht ihm gut.

Dann geht’s in den Wald. Auch auf trockenen Waldwegen fühlt sich der Cloudvista pudelwohl. Er will sich hier bewegen und Kilometer für Kilometer zurücklegen. Biegen wir auf unwegsameren Geländen ein: kleine Singletrails mit vielen wurzeln und Steinen: passt. Ein absoluterer lauffreudiger Schuh auf unterschiedlichen Untergründen. Bisher hat ON nicht zu viel versprochen. Rein von seiner Beschaffenheit ist sofort erkennbar: das ist kein alpiner Trailschuh. Weder von der Protektion noch von der Sohle – das macht wenig Sinn. Auf leichten, trockenen alpinen Untergründen ja, aber nicht zu technisch.

Probleme mit Steinchen auf der Strecke hat man auch mit dieser Sohle nicht. Ich bin oft auf Strecken gelaufen, bei denen kleine Steinchen hätten steckenbleiben können. Aber keine Sorge.

Fazit: bequemer Schuh, guter Halt an Fersen und Mittelfuß, er rollt gut ab, ist agil und leicht. Er hat nicht die Traktion und nicht den Halt auf nassen Untergründen, im alpinen Geländen oder wenn der Boden tief und matschig ist. Aber das will er nicht sein. Der Schuh macht Spaß – genau für den Bereich für den er ausgelegt ist: auf dem Weg in den Wald, Waldwege, leichte Trails, Schotterpisten und klassische Wanderwege (gerne auch in den Bergen, solange es nicht zu technisch wird). Daher ein breites Spektrum. Und wer nicht mit diesem flotten Schuh laufen will, nimmt ihn als stylishen Sneaker 😉 Über die Farben im Trail lässt sich streiten. Aber selbst wenn es im heißen Sommer staubig wird, bleibt er nicht so schön hell. Aber es ist ein Schuh, ein Laufschuh, ein Trailschuh – das gehört dazu! 😉

Für sein Einsatzgebiet würde ich dem Schuh 10/10 geben. Im Vergleich zu allen Trailschuhen, hat er natürlich Abstriche welche beim Testergebnis berücksichtigt wurden.

In den letzten Wochen hörte man vermehrt die Infos, dass dieser Schuh nicht so langlebig ist und bereits nach ca, 100km Abnutzungserscheinungen mit sich bringt. Nach bisher über 70km hatte ich noch nichts feststellen können. Aber wem dem so ist, hoffe ich, dass ON hier schnell nachbessert. Denn es ist ein wirklich richtig guter Schuh! Der es nicht verdient hat, wegen diesen Qualitätsmängel, am Ende in der Versenkung des Laufschuhkosmos zu verschwinden!

Impressionen:

Test: beat buddy BUDZ

Erneut Kopfhörer aus dem Hause beat buddy – und zwar die In-Ear BUDZ (Link zum Artikel -> https://beat-buddy.de/produkt/budz/).

Wer meinen anderen Artikel nicht gelesen hat, hier kurz ein paar Informationen zur Marke:

Ich selbst habe beat buddy erst 2020/2021 richtig kennengelernt. Für den City Night Run Aschaffenburg habe ich Bluetooth Rucksäcke mit integrierten Lautsprechern getragen und so richtig für die musikalische Untermalung und Stimmung während des Laufes gesorgt 😊 Da wird man natürlich neugierig. Welche Marke macht coole Music-Backpacks? So habe ich mich auf der Seite umgeschaut und festgestellt, dass es noch weitere interessante Produkte gibt. Gegründet vor einigen Jahren in Hamburg mit der Mission – die besten Eigenschaften in einem Produkt anzubieten: „Hohe Lautstärke, lange Akkulaufzeit, geringes Gewicht und einfache Bedienung.“

Anmerkung: Die Kopfhörer wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Nun wieder In-Ear. Hier habe ich einiges an Erfahrung. Ich hatte einige No-Names in der Vergangenheit, die überhaupt nichts taugten. Dann kam ich zu den JBL Reflect Flow und war erst begeistert, aber wurde mit technischen Mängeln (Akkuanzeige passte nicht, das Aufladen funktionierte nie, bzw. Aufladebox war defekt und die Kopfhörer mussten eingeschickt werden). Hmpf. Ende des Jahres 2021 habe ich mir dann die Apple AirPods Pro zugelegt. Vom Sound kann keiner meiner bisherigen Kopfhörer mithalten – jedoch der Halt – nun ja 😊 Beim Trailrunning müssen Kopfhörer sicher in den Ohren stecken. Und genau das – tun sie eben nicht. Natürlich gibt es spezielle Ohrhalterbügel zu kaufen. Aber wieso brauch ich so etwas on top noch – vor allem in dieser Preisklasse?

Kommen wir zurück zu den Testkopfhörer.

Zuerst die offiziellen Angaben von beat buddy

“Die Bluetooth Headphones BUDZ sind Dein kompakter Begleiter, wenn Du Deinen Sound ganz einfach überall mit hinnehmen willst.

Der glasklare Klang und die kraftvollen Bässe sind ein absoluter Hörgenuss.

Die Headphones liefern Dir bis zu 4 Std. Musikvergnügen mit der stabilsten Bluetooth 5.0+EDR Technologie. Das mitgelieferte Lade-Case bietet Dir nicht nur effektiven Schutz, sondern auch vier weitere volle Akkuladungen für die BUDZ.

Mit der integrierten Freisprechfunktion verpasst Du nie wieder einen Anruf.

Die Bedienung der Headphones läuft über modernste Touch-Funktion. Feel it.“

Technische Fakten:

  • Maße: (HxBxL) in cm: 6,5×3,5×3
  • Gewicht: 0,046 kg
  • Material: ABS-Kunststoff
  • Akku: Lithium-Polymer 2x35mAh + 500mAh
  • Konnektivität: Bluetooth 5.0+EDR
  • USB-C Ladeanschluss
  • Freisprecheinrichtung
  • Laufzeit: Bis zu 20 Std

Als Läufer müssen Kopfhörer einfach bequem sitzen, bestenfalls merkt man gar nicht das hier etwas mitgetragen wird. Dazu eine gute Akkulaufzeit und ein Schutz gegen die wichtigsten Witterungs-bedingungen.

Meine bisherige Erfahrung mit den BUDZ:

Sowohl meine Frau Julia, als auch ich haben die BUDZ nun bei mehreren Läufen getragen, oder auch einfach mal auf der Couch genutzt.

Positiv fällt direkt die Ladebox auf. Es wird der exakte Ladezustand der jeweiligen Kopfhörer angezeigt. Sehr wichtige Information, bevor man zum Lauf startet 😉

Die Kopfhörer machen einen wertigen Eindruck und sofort sticht die Beleuchtung auf. L (Links) leuchtet rot und R (Rechts) blau oder doch umgedreht? 😉 Was wirklich hilfreich wäre, an den Kopfhörer noch an irgendeiner Stelle die Buchstaben L/R anzubringen, um nicht beim Verstauen in der Ladebox herumfummeln muss, bis sie reinpassen. Oder, falls sie dort nicht aufbewahrt wurden, in welches Ohr sie denn müssen.

Die BUDZ sitzen gut im Ohr und der Halt ist fürs Laufen völlig ausreichend. Wir hatten zumindest nie das Gefühl sie zu verlieren. Anders die AirPods – hier hatte ich öfters das Gefühl: sind beide noch da?

Sound – nicht vergleichbar mit den AirPods, müssen sie aber auch nicht. Die Bluetooth Verbindung geht schnell und reibungslos und der Sound ist klar und gut. Kein HiFi-Spektakel, aber auch nicht schlecht. Keine Kratzen, Knacksen oder Abbrüche – ein sauberer Klang: für Läufe, in der Bahn oder beim Abhängen perfekt und ausreichend.

Die Bedienung muss ein wenig einstudiert werden. Sie ist nicht sofort geläufig und so verdrückt man sich gerne auch mal 😊 Aber alles eine Frage der Erfahrung – das spielt sich nach 4-5 Läufen schnell ein.

Verbindung mit dem Mobiltelefon. Ich hatte unter iOS nie Probleme. Schnelle stabile Verbindung der Bluetooth Verbindung, jedoch gibt es kleine Abbrüche / Hänger mit Android Telefonen. Vermehrt wohl mit der aktuelleren Version, ist jedoch sicherlich nur ein temporäres technisches Problem.

Fazit

Rundherum ist beat buddy hier ein gutes Produkt gelungen. Sie wissen zu Gefallen, haben ein tolles Design, einen guten Sound, sind leicht und funktionieren. Sie tun was sie sollen und das zu einem guten Preis.

Wer noch auf der Suche nach guten Kopfhörern ist, sollte sich die BUDZ definitiv näher anschauen.

Test: beat buddy BONEZ Kopfhörer

Auf dem Markt gibt es inzwischen unfassbar viele Kopfhörer. Für jeden Anlass, für jeden Geldbeutel. Ob On-Ear, Over-Ear, In-Ear oder seit neuestem auch das Ohr komplett frei! Wie bitte? Genau – Kopfhörer, die nichts ans Ohr gesetzt werden, sondern auf der hinteren Wange oberhalb der Schläfe sitzen. Sogenannte Knochenschall-Kopfhörer – der Schall wird in Form von Vibrationen direkt in das menschliche Ohr geleitet.

Vor mir liegen nun die beat buddy BONEZ (https://beat-buddy.de/produkt/bonez/) – von einem kleinen Hamburger Unternehmen mit Produkten für feinsten Hörgenuss!

Ich selbst habe beat buddy erst 2020/2021 richtig kennengelernt. Für den City Night Run Aschaffenburg habe ich Bluetooth Rucksäcke mit integrierten Lautsprechern getragen und so richtig für die musikalische Untermalung und Stimmung während des Laufes gesorgt 😊

Nach dem ich bereits einige In-Ear Sportkopfhörer probiert habe und hier noch nie so richtig glücklich wurde (zu kurze Akkulaufzeit, technische Probleme, technisches Versagen, kein richtiger Halt, Verbindungsprobleme von Bluetooth), hat mir beat buddy nun die Möglichkeit gegeben, die BONEZ ausführlich zu testen.

Anmerkung: Die Kopfhörer wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Ich muss zugeben, von kleinen Ohrstöpseln zu einem Bügelkopfhörer wechseln ist erst einmal ungewohnt. Noch ungewöhnlicher ist jedoch der Fakt, dass die Ohren frei bleiben. Das müssen wir uns doch jetzt mal genauer anschauen:

Zuerst die offiziellen Angaben von beat buddy

“Die Bluetooth Headphones BONEZ sind Dein perfekter Begleiter, wenn Du gern Musik hörst, aber trotzdem Deine Umgebung akustisch mitbekommen möchtest.

Sie leiten die Musik über den Gehörknochen in Dein Gehör, so dass Du in der Lage bist, auch weiterhin die Geräusche um Dich herum über den Gehörgang wahrzunehmen. Dein Gehör wird hierbei über zwei Kanäle gleichzeitig bespielt. Eine absolut geniale Hörerfahrung.

Die Headphones liefern Dir bis zu 6 Stunden Musikvergnügen mit der stabilsten Bluetooth 5.0 Technologie und verfügen zusätzlich über eine Freisprechfunktion.

Ihr Kunststoff Gestell ist flexibel und federleicht. Zudem garantieren sie Dir staub- und spritzwassergeschützten IP55 Standard.“

Technische Fakten:

  • Maße: (HxBxL) in cm: 14x13x5
  • Gewicht: 0,046 kg
  • Material: Kunststoff, PVC
  • Akku: Lithium-Polymer 2×170 mAH
  • Konnektivität: Bluetooth 5.0
  • Magnetischer Ladeanschluss
  • Freisprecheinrichtung
  • IP55 Staub-/Spritzwassergeschützt
  • Laufzeit: Bis zu 6 Std

Für mich als Läufer sind folgende Punkte wichtig: leicht (scheint es mit 46g zu sein), lange Akkulaufzeit (bis zu 6h – kann man auch für einen Longrun verwenden), stabil und vor Witterungsbedingungen geschützt (IP55 – zwar nicht wasserdicht, aber für einen Großteil des Trainingswetters ausreichend) und angenehm zu tragen. Das ich am liebsten noch einen tollen Klang hätte, ist selbstredend, aber hat nicht die absolute Top-Prio.

Meine bisherige Erfahrung mit den BONEZ:

Ich bin nun mehrere Läufe mit den BONEZ unterwegs gewesen und bin überrascht. Im positiven Sinne. Während des Laufes wackelt nichts und nach kurzer Zeit spüre ich die Kopfhörer auch gar nicht mehr. Natürlich tragen sie optisch etwas mehr auf als In-Ear-Kopfhörer. Das ist völlig klar.

Ein Manko hat man als Brillenträger. Das sollte einem bewußt sein. Aber dafür gibt es ja Kontaktlinsen 😉

Ansonsten machen die Kopfhörer, das was sie sollen. Zuverlässiger Begleiter für den Sport mit gutem Sound. Man darf jetzt keinen absoluten Premiumklang erwarten – dafür gibt es ganz andere Produkte. Doch in Kombination mit diesem Einsatzgebiet ist der Klang völlig in Ordnung.

Für die Sicherheit ist ebenfalls gesorgt: alle Umgebungsgeräusche können wahrgenommen werden, da die Ohren vollständig frei sind! Vorteil: man ist von der Umgebung nicht vollständig abgekapselt und nimmt Gefahrensituationen war!

Die Kopfhörer richtig auf dem Kopf zu platzieren ist ein wenig Gefummel. Denn umso tiefer man Richtung Ohr kommt, umso satter und klarer der Sound. Jedoch ist die Position an anderer Stelle vorgesehen. Vielleicht bin ich auch nur zu doof, sie richtig zu tragen 😀

Leider ist der Bügel zu starr, um ihn jeder Kopfform anzupassen. Wenn das Element zum Einklappen der Bügel noch ca. 1-2cm ausfahrbar wäre, könnte man es besser platzieren.

Technisch steht die Bluetooth Verbindung sofort und die Konnektivität zu meinem iPhone war ohne Probleme möglich. Top. Habe ich schon andere Kopfhörer erlebt 😉

Fazit

Interessant. Eigenständiges Design, eigenständiger Hörgenuss und man muss mit den BONEZ erst einmal warm werden 😉 Wenn man nicht gerade auf eine Brille angewiesen ist, sind die BONEZ Top für die Laufrunde durch Stadt oder Wald. Gutes Produkt, für einen guten Preis. Wer noch auf der Suche nach leichten zuverlässigen Begleitern ist, ist hier richtig!

Jahresrückblick 2021 – In Corona Zeiten als Papa für Ultratrails trainieren!

Vor einem Jahr habe ich überlegt, wie die Herausforderungen für 2021 zu meistern sind und ob das funktioniert.

Kleinkind, Homeoffice in Vollzeit, die zusätzlichen Herausforderungen durch Corona und am Ende für einen Ultratrail trainieren? Für einen Ultra trainieren bedeutet ja nicht nur – 3-4x die Woche laufen und ab und an ein wenig länger laufen. Sondern in meinem Fall standen allein beim Laufen fünf Einheiten pro Woche auf dem Plan. Sonntags ein richtig langer Lauf und zwischendrin 2-3x alternatives Training für die Core-Stabilität und Stärkung der Muskulatur. Die besondere Herausforderung ist nicht nur, dies mit der Familie in Einklang zu bringen, sondern wenn die eigene Frau genauso sportverrückt ist und man sich die Zeiten irgendwie aufsplittet, ohne dass die Erziehung zu einseitig wird, oder man als Familie gar nichts mehr zusammen unternimmt! 😉 Und irgendwie sollte man seine sozialen Kontakte auch noch pflegen, oder? 😉 Familie & Freunde sollen auch nicht zu kurz kommen.

Wie er seht, ist es nicht nur eine große Herausforderung für einen selber, sondern fordert auch Opfer und Verständnis von allen!

DANKE noch mal an meine Frau, Tochter, Familie und Freunde!

Doch wie sah es rückblickend aus?

Hier zu verlinke ich gerne auf ältere Artikel, um die jeweilige Stimmungslage mit einzufangen:

https://tigo-running.de/die-ersten-monate-mit-kind/

https://tigo-running.de/trainieren-bei-michael-arend-training/

Natürlich ist es hart, alles unter einem Hut zu bekommen und allem und jedem Gerecht zu werden. Aber muss man dies? Meiner Frau und Tochter – selbstverständlich. Doch sonst, kommt es in erster Linie auf mich an. Ich wollte dies. Ich steckte mir diese Ziele. Ich tue alles dafür und muss mir dafür den Hintern aufreißen. Was bedeutet: trainieren trainieren und erneut trainieren und auch mal den Biergarten ausfallen lassen. Natürlich spielte mir Corona durch zwei Faktoren in die Karten: erstens die Homeoffice-Möglichkeiten und die damit verbundene Flexibilität. Dadurch, dass ich dauerhaft daheim bin, kann ich dank flexiblerer Arbeitszeiten auch die Mittagspause nutzen oder andere günstig gelegene Situationen. Und muss mich am Ende nicht drauf verlassen, gegen 17-18 Uhr erst loszukommen und hier meine Familie zu vernachlässigen.  Zum anderen waren dank der ganzen Corona Regelungen auch nicht so viele Feste und Möglichkeiten etwas zu unternehmen – daher weniger Verlockungen, denen man eh nicht hätte widerstehen können! 😊 Bedeutet, ich konnte mir die 24 Stunden eines Tages fast perfekt aufs Training zuschneiden. „Oh! Schönes Wetter – nach Feierabend lieber einen Spaziergang mit Besuch einer Eisdiele mit meiner Familie? Alles klar, dann gehe ich heute früh schnell laufen“.

Ich bin vereinzelt auch ins Büro gelaufen (inkl. Notebook auf dem Rücken) – wenn es notwendig war. Und dehnte so ein paar Trainingseinheiten aus. Da eh niemand im Büro war, fiel das Duschen auch flach und ich konnte direkt wieder nach getaner Arbeit heimlaufen 😉

Ansonsten bot das Jahr wieder nicht die Möglichkeiten an Wettkämpfen, wie wir es uns nach 2020 erhofften und herbeisehnten. Zumindest war mehr wieder möglich, jedoch nicht in dem Umfang wie gewünscht!  

Für mich bedeutete das: erst fiel der Wintercross 2020/21 direkt aus, dann der STREETwald Cross (zumindest eine virtuelle Edition war drin), der Frankfurter Halbmarathon, der Aschaffenburger City Lauf uvm.

Mein großes Ziel war der ZUT im Juni und als Vorbereitung der Bergmarathon beim IATF. Und so kam wie es kommen musste, nach langem Hoffen und Bangen wurde der ZUT erneut abgesagt und der IATF von Mai auf September verschoben. Einen ganzen Sommer lang – Leerlauf. Mein Fazit: ändern lässt es sich nicht, daher volle Konzentration auf Innsbruck. Was blieb mir auch anderes übrig?

Und am 11.09.2021 war es dann so weit. 42km um Innsbruck herum, inkl. einiger An- und Abstiege mit über 1.600 positiven Höhenmetern. Details zu diesem Lauf und meiner Gefühlslage, siehe hierzu auch den eigenständigen Artikel und Rennbericht unter …

https://tigo-running.de/teil-3-der-nachbericht-zum-iatf-k42/

Und wenn man grad fit ist, nimmt man spontan eine Woche später den Churfranken Trailrun mit. Direkt vor der Haustüre noch mal 30km. Dort lief es richtig gut für mich. Doch wie gut, werfe einen Blick in den Bericht:

https://tigo-running.de/nachbericht-zum-churfranken-trail/.

Ab Oktober habe ich mich aus dem Trainingsplan zurückgezogen, um etwas durchzuschnaufen und wieder mehr Zeit für meine Frau und Tochter zu haben. Aber auch, um dem Körper ein wenig Erholung zu geben. Wieder mehr Grundlagen, weniger Laufen.

So richtig lang durchgezogen habe ich es jedoch nicht. In vielen Mittagspausen ging es raus und da die Zeit knapp war, waren die Einheiten schneller. Mehr Tempo, weniger Umfänge, aber auch weniger Erholung. Hmmm, ob das so gut ist?

Zumindest ab November stand die Wintercross Serie in Goldbach wieder an. Endlich. Der Lauf hat für mich einen besonderen Stellenwert. Da diese mich erst zu einem Läufer gemacht hat. Daher war ich froh, endlich wieder teilnehmen zu können. Meine Frau Julia und ich teilten uns die Serie auf. Neun Läufe und immer abwechselnd gehen wir das an. Fällt jemand krankheitsbedingt aus, kann die andere Person einspringen. Teilnahme an der Serie (fünf Wertungsläufe) wird dann nicht zwingend möglich sein, aber es geht ja ums Laufen und den Spaß. Und endlich wieder unter Gleichgesinnten sein, sich austauschen, sich gegenseitig pushen.

Es kam am Ende anders. Wegen Corona und den Verordnungen wurde die Serie unterbrochen, ein Lauf drangehängt, ein weiterer wieder gestrichen und viele Erkältungen machten mir zu schaffen. Julia konnte dann auch nicht immer laufen und so schaffte sie es leider nur auf einen Lauf (weil sie mir am Ende auch den Vortritt gab) und ich auf vier Läufe, die aufgrund der Sonderregelung für diese Saison ausreichten für die Teilnahme an der Wertung. Und zu meiner absoluten Überraschung wurde ich Gesamt 8. und gewann meine AK (M40)! Wow – bin immer noch überrascht. Aber das Ergebnis fast meine Trainingsleistungen in 2021 gut zusammen – sie scheinen erfolgreich zu sein! 😉

Für 2022 bedeutet dies: nicht auf Erfolgen ausruhen, und gerade bei den langen Kanten habe ich noch eine Menge Aufholbedarf und muss Erfahrungen sammeln! Bleibt alle gesund, trainiert fleißig und wir sehen uns auf den Trails 😉

Anmerkung meiner Seite: Was ich ebenfalls noch lernen muss, mich trainingstechnisch nicht mit denen zu vergleichen, die noch keine Kinder haben, oder Kinder im Teenie- oder Erwachsenenalter! 🙂

Weird Humans – wir seltsame Menschen ;-)

Das Leben ist immer wieder interessant. Nicht wahr? Wie sehen wir uns jetzt selber und wie sehen wir uns heute – aus unserer jetzigen Perspektive – vor 10, 20 oder gar 30 Jahren! Und was hätten wir (mit dem heutigen Wissen) damals bloß anders gemacht! Interessante Vorstellung, oder? Diese Gedanken hatten wir sicherlich alle schon einmal. Vielleicht erkennt sich einer in diesen Beispielen (einige Klassiker dabei) wieder:

  • Hätte ich doch bloß (in der Schule, im Studium) mehr gelernt!
  • Hätte ich doch in diversen Momenten meinen Mund aufgemacht!
  • Hätte ich doch nur auf meine Eltern gehört 😉
  • Wäre ich doch nur mehr um die Welt gereist!
  • Hätte ich mich doch einfach mehr getraut!

Oft ist die Antwort simpel. Denn damals waren wir noch nicht so weit! In den Jahren zuvor, hatten wir andere Prioritäten im Kopf und natürlich eine vollständig andere Sichtweise! Daher hatte es seine Gründe, weshalb wir es damals nicht bzw. anders gemacht haben. Und ja, wir haben uns weiterentwickelt und Erfahrungen (negative, als auch positive) gesammelt. Vermutlich auch genau aus diesem Grund, weil wir in der Vergangenheit so entschieden haben.

Wichtig! Nicht rumhadern und in der Vergangenheit „hängen“ bleiben!

Ein Mensch kann sich täglich, sogar ein Leben lang weiterentwickeln. Wenn man nur möchte. Es ist nie zu spät für irgendetwas. NIE! Und es gibt so viele großartige Beispiele da draußen, dass z.B. einfach Menschen mit 70 noch das Laufen beginnen oder noch mal eine neue Berufung gefunden haben. Wenn nicht sogar das langersehnte Studium starten und nachholen oder doch einfach sich die Welt anschauen!  

Was hält uns eigentlich davon ab, Dinge in unserem Leben zu verändern? Außer unsere kreativen Ausreden? Gerade unsere Generation hatte es noch nie so einfach, wie heute. Wir können günstig von A nach B kommen, leben in Freiheit, können gut z.B. in Englisch kommunizieren, sind weltoffener, haben vermutlich ein gutes Einkommen und und und. Es war doch noch nie so einfach!

Und kommt jetzt nicht mit:

  • Jetzt sind wir inzwischen zu alt (Echt, ist das wirklich so?)
  • Jetzt habe ich eine Familie (Mal mit der Familie offen über Eure Wünsche / Ideen geredet?)
  • Jetzt passt es grad nicht, weil … (Ja, weshalb eigentlich?)
  • Jetzt mache ich grad dies … (Und was ist dann?)
  • Jetzt mache ich aber das … (Ausrede)
  • Jetzt bin ich einfach zu bequem! (Das stimmt wohl!)
  • Haben grad einen finanziellen Engpass … (Mag sein, aber nicht alle Ideen die man auf seiner Liste hat, kosten Geld)

Und das ist das Verrückte an unserem Leben. Das wir uns unterbewusst selbst im Weg stehen oder unbewusst Fehler wiederholen oder immer wieder die gleichen Ausreden parat haben. Wir bekommen tagtäglich so viel mit. Was in der Welt passiert, was mit den Menschen passiert, all den vielen Schicksalsschläge. Erlebt aber auch im eigenen Umfeld Schicksalsschläge und denkt immer wieder über sein Leben nach! Und das man sein Leben sinnvoll nutzen möchte!

JA, es gibt Dinge – die uns Ausbremsen könnten. Sei es die Pflege der eigenen Eltern oder schwere Krankheiten! Aber sonst? Hängt natürlich auch immer davon ab, was man vorhat! Es kann ja auch sein, dass man sich persönliche Ziele definiert (fitter werden, für einen Halbmarathon, Marathon usw. trainieren usw.) – das geht z.B. auch alles ohne Geld oder auch neben Job, Familie und Pflege!

Was berechtigt ist, sich selbst einige Fragen zu stellen:

  • Habe ich mein Leben bisher so gelebt, wie ich es Leben möchte?
  • Bin ich glücklich?
  • Will ich mein Leben in vollen Zügen leben & genießen?
  • Will ich gesünder leben?
  • Ist meine Familie glücklich?

Wenn man für sich seine Antworten gefunden hat und Pläne schmiedet … passiert oft genau das: kurze Zeit später verfällt man in alte Muster … erneut! Viele Dinge werden schnell auf den nächsten Tag geschoben, weil wir diesen nächsten Tag erwarten! Diese Erwartungshaltung ist einfach in unserem Kopf drin. Und es gibt ja so viele Tage, weshalb nicht auf morgen schieben? Es war immer so und wird doch auch immer so sein? Und eigentlich wird jeder neue Tag uns natürlich auch eine neue Chance bieten. Im Regelfall passiert auch genau dies. Doch was, wenn nicht? Doch was, wenn genau heute Nacht / morgen früh noch was passiert? Oder auf einmal ein komischer Schmerz irgendwo hochkommt und am nächsten Tag geht man nicht auf Arbeit, nicht zum Sport, sondern zum Arzt und er entdeckt etwas sehr Unangenehmes? Oder durch einen unglücklichen Unfall?

Warum leben wir nicht einfach im hier und jetzt und schieben immer wieder Dinge vor uns her? Warum tun wir nicht nur die Sachen, die uns nachhaltig glücklich machen und uns guttun? Wieso geben wir uns nicht nur mit dem Umfeld ab, in welchem wir uns wohl fühlen?

Oft ist es die Angst, die uns im Weg steht! Oft haben wir 1.000 Argumente dafür / dagegen und finden immer die eine Ausrede. Aber wenn wir uns (bewusst) für etwas entscheiden, was kann schon groß passieren? Außer vielleicht etwas Großartiges? Wieso probieren wir es nicht einfach? Wieso ist uns so wichtig, was andere von uns und unserem Handeln halten?

Ich habe mich immer wieder dabei ertappt, die Dinge zu bewundern die andere gemacht haben:

  • Das Grün in Nachbars Garten ist tatsächlich grüner (ist natürlich nicht so).
  • Wow, du bist um die Welt gereist …und warst schon dort und hier?
  • Wow, du hast schon ein Haus und Familie …
  • Wow, du bist einen Ultra gelaufen … das wollte ich auch schon immer mal!
  • Echt? Du bist zu Fuß durch die Länder gereist? Hast eine Alpenüberquerung gemacht?

Die Liste aus meinem Leben könnte ich hier sicherlich auf mehreren Seiten runterschreiben. Und was habe ich gemacht? Nix! Naja nicht ganz, ein paar Dinge habe ich bereits erledigt 😉

Früher war ich zu schüchtern, zu ängstlich. Ich traute mich nicht allein in den Urlaub (falls ich mal nicht einen Reisepartner hatte). Geschweige ein Auslandssemester oder einfach mal ein Sabbatical. Gefolgt von der Ausrede, puh … kann ich mir nicht leisten. Dann starb mein Vater, ich blickte auf mein Leben mit meinen 30 Jahren und was tat ich? Nichts … ich lebte weiterhin nicht gesünder, ich machte keine mehrwöchigen Reisen an besondere Orte … ich verfiel schnell wieder in den alten Trott. Dann wurde die Krankheit meiner Mutter immer schlimmer und wenn ich eins daraus gelernt habe: so möchte ich nicht die letzten Jahre meines Lebens verbringen. Klar, gegen eine Krankheit kann ich erstmal nichts ausrichten. Sie kommt oder eben nicht. Ich kann jedoch die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Krankheit durch meinen (aktiven) Lebensstil etwas lenken. Und wenn sie kommt, kann ich beeinflussen, wie ich mit ihr umgehe! Wie ich mein Leben nun gestalte. Entweder akzeptiert man die Krankheit oder nicht. Und wenn sie akzeptiert wird, kämpft man gegen sie (falls möglich) und falls nicht, lernt man damit umzugehen!

Bevor meine Mama starb, hatte ich die Ausrede: „ich kann hier nicht weg, wegen meiner Mutter“. Als sie starb, hatte ich sie nicht mehr. Und was machte ich? Ich hatte die Chance woanders neu anzu-fangen. Mit Mitte 30 – einfach neue Stadt, neue Menschen, neuer Job … Doch was passierte? Ich blieb hier und meine Freundin (jetzt Frau) zog her.

Alles bewusste Entscheidungen, aber warum trifft man diese – wenn man andere Sachen so faszinierend findet? Wieso ist der Reiz für etwas Neues nicht so groß, dass man es wagt?

Und wenn andere etwas machen, findet man ebenfalls die besagten Ausreden. Oft habe ich Sprüche gehört wie “Die haben ja auch keine Kinder”, oder “sie sind ja Single und haben viel Zeit und keine weiteren Verpflichtungen”… bla bla bla.

Aber was machen wir mit unserer Zeit? Zieht man Arbeit, Schlaf und familiäre Verpflichtungen ab, bleibt noch ein ordentlicher Batzen übrig. Diesen verbringt man entweder auf der Couch, oder in den sozialen Medien .. aber könnte doch auch definitiv sinnvoller genutzt werden, nicht wahr? 😉

Versteht mich nicht falsch, ich will nicht das jemand alles unüberlegt hinschmeißt. Oder zu einem Sportjunkie wird. Jede Sache, jede Situation muss auch auf die jeweilige Person auch passen. Jede*r soll seinen Weg für sich definieren und finden.

Mir ist jetzt auch wichtig, dass gerade – wo meine kleine Tochter in der Kinderkrippe sich gut integriert hat – wir sie nicht da herausreißen und in die nächste Krippe in einer neuen Umgebung stecken. Sie soll ein geordnetes, stabiles und glückliches Leben haben. Das ist nicht zwingend damit verbunden, ein großes Haus mit Garten zu haben oder in den Bergen zu wohnen. Sondern dort, wo es für die gesamte Familie sich am besten anfühlt. Alle sollen sich wohl fühlen und sich entfalten können!

Doch wenn am Ende die Eltern glücklich sind genau dort zu wohnen, dann macht es die Sache auch einfacher für die Kinder. Glückliche Eltern = glücklicher Kinder 😊

Aktuell prüfen meine Frau und ich, welche mittelfristige Optionen es gibt. Das Thema bleibt spannend 😉