Buchbericht: Der ultimative Trail-Running Guide

Vor kurzem habe ich vom Verlag HELVETIQ das Buch “Der ultimative Trail-Running-Guide von der Vorbereitung bis zum Berggipfel” als Rezensionsexemplar erhalten. Die Autoren des Werkes sind Doug Mayer (mit über 30jähriger Trailrunning Erfahrung) und Brian Metzler (Trailrunner und Autor mehrerer Laufbücher).

Eine Rezension über ein Buch habe ich bisher noch nicht gemacht … daher erzähl ich Euch einfach (ohne wirklich roten Faden) meinen Eindruck zu diesem Buch.

“Dieses Buch erklärt Anfängern, worauf man beim Trail Running achten sollte. Es wirft einen Blick auf Aspekte wie Ernährung, Training, Ausrüstung, Verletzungsbehandlung, Naturschutz und vieles mehr.” Dies steht auf dem Buchrücken und es trifft es ganz gut. Das Buch bietet einen guten Einstieg in diesen Sport. Alle Themen werden angerissen und klar und verständlich kurz erläutert. Nicht zu viel bla bla, einfach kurz und knapp die notwendigen Fakten und dies über 271 Seiten verteilt.

Die Aufmachung des Buches ist gut gelungen. Der Stil der Titelseite zieht sich durch das ganze Buch. Es gibt gleich zu Beginn eine Legende der Piktogramme (wie z.B. der Kategorien “Das sagt die Wissenschaft”, “Profi-Tipps” uvm.), die leicht erkennbar auf die entsprechenden Thematiken hinweisen.

Doch kommen wir auf das Wesentliche – dem Inhalt. Natürlich muss der erste Blick auf ein Buch jemand einfangen, denn wenn einem das Buch nicht anspricht beschäftigt man sich auch selten mit dem Inhalt. Ein “Eyecatcher” ist es in der Tat. Und fällt sofort zwischen den Büchern mit klassischen Fotoprints auf. In 15 Kapiteln werden alle Themen rund ums Trailrunning beleuchtet. Das Inhaltsverzeichnis findet ihr direkt in der Fotogalerie, daher spare ich es mir an dieser Stelle alle Themen aufzuzählen 😉

Natürlich ist es auch interessant für einen erfahreneren Trailläufer, dieses Buch zu lesen. Auch wenn man einen Großteil der Themen kennt, an viele wird man nett wieder daran erinnert 🙂 Oder Themen werden durch kleine Zitate oder Geschichten von Trailgrößen angereichert. Sei es Kilian oder Zach. Da sind immer lustigen Anekdoten dabei und lockert das Buch noch etwas auf.

Das Buch ist eine tolle Informationsquelle, ein Nachschlagewerk. Ja, es gibt bereits viele Bücher übers Laufen und Traillaufen auf dem Markt. Es gibt Bücher von bekannten Trailläufer*innen, die über ihre Erfahrungen berichten und spannende Geschichten zu erzählen haben. Aber dies hier, ist ein simples Nachschlagewerk, nicht wissenschaftlich, sondern bringt die Themen kurz und knapp auf den Punkt. Perfekt, um sich vor oder nach dem Laufen direkt mit den Themen kurz zu beschäftigen, die einem beim Lauf über den Weg gestolpert sind 🙂

Ehrlich gesagt will ich auch gar nicht so viel über den Inhalt das Buches schreiben. Sonst braucht ihr es Euch ja nicht mehr zu kaufen 😉

Wenn ihr Euch für den Sport interessiert und noch kaum Berührpunkte dazu hattet, besorgt Euch das Buch und schaut rein. Ihr werdet viele Antworten auf die meisten eurer Fragen erhalten.

Wer sich einfach gerne mit dem Sport auseinandersetzt, findet ebenfalls genügend Input.

Erfahrene Trailläufer haben was über “Ihren Sport” zu schmöckern, aber das Buch ist definitiv kein Muss. Man findet kaum Neues.

Das Buch bekommt 4 von 5 Trail-Sternchen* 😉

Ihr könnt das Buch in den Sprachen DE, EN und FR direkt beim HELVETIQ Verlag beziehen ->

https://helvetiq.com/ch_de/der-ultimative-trail-running

Test: Adidas Terrex Agravic Pro Trail Running Shorts & T-Shirt

Oft getragen, jedoch noch nicht dazu gekommen, ein paar Zeilen über diese beiden Bekleidungsstücke aus dem Hause Adidas zu schreiben.

In der diesjährigen Kollektion, hat Adidas für Ihre Athlet*innen etwas spezielles herausgebracht. Zum einen die TERREX AGRAVIC PRO TRAIL RUNNING SHORTS, sowie das TERREX Parley Agravic Trail Running Pro T-Shirt.

Anmerkung: Die Artikel wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Schauen wir uns zuerst die Hose an. Leicht, klassisch und schwarz. Nix Besonderes? Weit gefehlt. Die Hose besteht aus recycelten Materialien. Zudem ist sie mit der feuchtigkeitsabsorbierende AEROREADY Technologie ausgestattet, was ein trockenes Tragegefühl vermitteln soll. Durch den Stretch-Mesh uneingeschränkte Bewegungsfreiheit und die reflektierenden Streifen sorgen für Sicherheit bei Dunkelheit. Doch sie hat noch jede Menge Möglichkeiten Gegenstände für den Lauf unterzubringen. Da ist die Tasche mit Reißverschluß hinten, sowie Befestigungsschlaufen für Stöcke. Und rundherum Mesh-Einsätze um kleine Flasks, Riegel usw. unterzubringen. Das kommt uns doch bereits bekannt vor? Richtig – schaut direkt in den Artikel zur T8 Sherpa Shorts 😉

Wir alle besitzen sicherlich nicht nur eine Laufhose. Ich habe von vielen bekannten Sportartikelhersteller für Trailrunning die ein oder andere Hose daheim in der Schublade. Ich bin mit allen sehr zufrieden, doch seit den T8 Sherpa Shorts habe ich hier eine neue Sichtweise drauf. Diese hat bereits positive Auswirkungen auf meine Läufe und nun zieht Adidas ebenfalls mit einer sehr leichten Hose, mit vielen Unterbringungsmöglichkeiten heraus!

Der Unterschied? Beide Hosen sind absolute Leichtgewichte, daher reden wir von wenigen Gramm Unterschied. Zwei Vorteile hat jedoch die Konkurrenz von T8 – sie trocknet noch schneller und ist ein paar Euro günstiger. Sonst – kann ich bereits soviel verraten: auch diese Shorts gehört zu meinem absolut favorisierten Bekleidungsstück!

Doch auch für Obenrum gibt es noch einen kleinen Einblick. Das Shirt in der tollen Farbkombi Acid Mint / Black ist ein absoluter Hingucker (passend zu den Speed Ultra Schuhen) – vor allem wenn die Rückseite betrachtet wird 😉 Auch dieses Shirt wurde mit Recyclingmaterial aus Primeblue hergestellt. Ebenfalls kommt hier die AEROREADY Technologie zum Einsatz und auch an reflektierende Elemente wurde gedacht. Das Shirt ist extrem leicht und auch bei heißem Wetter perfekt. Luftdurchlässig, schnell trocknend und angenehm auf der Haut.

Ich hatte dieses Shirt an den wenigen heißen Tagen dieses Sommers im Einsatz, sowohl im Flachland, als auch in den Bergen. Absolut empfehlenswertes Shirt, was jedoch auch seinen Preis mit 60 Euro hat!

Fazit: Adidas hat mit ihrer PRO-Kleidungsserie nicht nur für die Topathlet*innen tolle Produkte herausgebracht, sondern auch für uns Hobbyläufer*innen! Hose und Shirt haben zusammen einen stolzen Preis, aber wer auf der Suche nach zuverlässigen Kleidungsstücken für lange Trails bei hohen Temperaturen ist, wird hier nicht enttäuscht.

Test: HOKA ONE ONE TORRENT 2

HOKA One One – das Unternehmen das einen fulminanten Aufstieg in den letzten Jahre hatte. Am Anfang noch geliebt oder gehasst, aufgrund der riesig wirkenden Sohlen. Teils müde belächelt. Doch inzwischen erfreut es sich einer immer größeren Beliebtheit und dies nicht nur auf den Trails. Einer der beliebtesten Schuhe ist die Speedgoat Reihe. Unter anderem hat die Marke ihre wachsende Bekanntheit durch den Topathleten Jim Walmsley gewonnen. Und die Vielfalt der Schuhauswahl wird immer größer. Und ein Schuh davon, ist der hier vorgestellte Torrent 2.

Anmerkung: Die Schuhe wurden von mir im Fachgeschäft gekauft.

Erste Eindruck:

Die Schuhe strahlen mich mit einem leuchtenden Orange an. Das gefällt bereits auf dem ersten Blick. Und sie fühlen sich sehr leicht an. Ich bin auf den ersten Praxistest im Wald gespannt.

Kommen wir zu den Key Facts des Herstellers (Quelle: https://www.hokaoneone.eu/de/de/herren-gelaende/torrent-2/1110496.html):

„Der Torrent 2 ist ein wendiger Schuh für Trailwettkämpfe und besitzt eine geradlinige Silhouette mit einer beinahe widersprüchlichen Kombination aus Dämpfung und Agilität. Die PROFLY™ Zwischensohle macht diese leichte Performance möglich: Sie federt die Landung sanft ab und sorgt für ein reaktionsschnelles Abdrücken des Fußes. Die spezielle Mesh-Konstruktion des Torrent 2 besteht aus recyceltem Repreve-Garn von UNIFI, das aus aufbereitetem Plastik hergestellt wird. Neu ausgerichtete, multidirektionale Stollen sorgen für bessere Griffigkeit und die Außensohle aus Gummi haftet optimal auf jeder Oberfläche.“

  • Nutzung: Trail
  • Gewicht: 264g
  • Sprengung: 5mm
  • Spezielles Mesh aus recycelten Polyesterfasern
  • Verstärkte Overlays schützen auf dem Trail vor Geröll
  • PROFLY™ Zwischensohle für eine gedämpfte Landung und mehr Vorantrieb beim Abdruck
  • Neue multidirektionale Stollen für optimalen Grip auf unebenem Gelände
  • Gut haftende Gummi-Außensohle mit Marmorierung

Es ist an der Zeit. Ab in den Schuh. Und raus auf die Trails.

Ich bin ehrlich. Sobald ich in einen Schuh schlüpfe und er sich im ersten Moment gut anfühlt, bin ich trotzdem ein wenig skeptisch. Früher dachte ich – top! – los geht’s und dann kam nach 20, 30 oder sogar 200km die große Ernüchterung. Ich hatte den Schuh drei Wochen im Büro liegen und immer wieder anprobiert. Behalte ich ihn, oder nicht. Doch ich entschied mich am Ende tatsächlich, den Schuh zu behalten. Und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe, werde ich nun Euch endlich mitteilen 😉

Wie man es von HOKA OneOne gewohnt ist, sitzt der Schuh gut am Fuß und fühlt sich sehr komfortabel an. Das Obermaterial ist ein angenehmes weiches Mesh (top: besteht recycelten Polyesterfasern). Ich muss nicht erwähnen, dass das Obermaterial weder wasserabweisend noch wasserdicht ist – hier geht alles direkt durch. Und bei meiner tollen Farbwahl, verewigen sich die Matschflecken direkt noch während des Laufs – aber das macht doch auch Trailschuhe aus! Ein Trailschuh soll und darf nicht wie „geleckt“ aussehen 😉

Nimmt man den Schuh aus dem Karton, merkt man sofort wie leicht er ist. Bei meiner Größe (EU46) habe ich gerade ein Gewicht von 286g pro Schuh (zum Vergleich: Saucony Switchback ISO 328g, ON Cloudventure Peak 288g und die Adidas Speed Ultra mit 298g) in der Hand. Und wer hätte das gedacht, dass der HOKA im Vergleich der „Leichteste“ ist.

Bei diesem Schuh haben wir eine Sprengung von 5mm und einen schlankeren, flacheren Aufbau im Gegensatz zu einem Speedgoat.

Aufgebaut ist er mit einer Zwischensohle aus dem leichten PROFLY Material. Dazu eine griffige Sohle, jedoch hat HOKA hier auf die VIBRAM Mischung wie z.B. beim Speedgoat verzichtet. Nichtsdestotrotz lässt sich ohne Probleme mit dem Schuh von der Haustür, über den Asphalt in den Wald laufen. Dies war sogar richtig angenehm. Die Sohle ist dynamischer, als bspw. bei einem Speedgoat, dadurch jedoch auch nicht so gut geschützt. Bedeutet, man ist viel agiler unterwegs, aber wie ich finde auch mit ausreichendem Schutz vor spitzen Steinen. Habe da nie unangenehmen Druck von unten gespürt.

Schnürung – auch hier eine klassische Schnürung. Sie ist ausreichend, ermöglicht einen guten sicheren Halt, jedoch auch hier wurde gespart um die Schnürsenkel unterzubringen. Eine kleine Lasche und Problem wäre gelöst. Aber natürlich musste ich auch hier das Haar in der Suppe finden 😊

HOKA will mit dem Torrent 2 einen leichten Trailwettkampfschuh auf den Markt bringen. Und das haben sie definitiv.

Für wen ist der Schuh? Natürlich für alle Trailbegeisterte & (nicht nur) HOKA Fans, die in ihrem Repertoire noch einen leichten Wettkampfschuh suchen. Aber eigentlich auch für Traileinsteiger oder die sich langsam mit HOKAs auseinandersetzen wollen. Sicherlich bis zu einem Bergmarathon absolut bequem und für Geübtere auch für die kurzen Ultras ein toller Schuh.

Und es steht wohl ein noch leichterer, agiler Trailschuh von HOKA in den Startlöchern. Ich bin auf den ZINAL gespannt!

Mein persönliches Fazit:

Ich trage den Schuh nun seit ca. zwei Monaten. Hatte ihn bei heißen Temperaturen und knapp 30km durch den Spessart an den Füßen, im Allgäu / Kleinwalsertal auf technisch anspruchsvollen Strecken (trocken & nass) an, als auch bei schnellen Tempoeinheiten. Und sogar als Wanderschuh mussten sie herhalten.

So viel kann ich sagen: er hat mich nie im Stich gelassen. Auf den Schuh ist Verlass. Ich habe ihn auch bewusst auf nassen Steinen getestet, auf nassen Brücken an der Klamm entlang und und und. Auch wenn keine Vibram Sohle an den Füßen ist, hat man definitiv einen guten sicheren Halt.

Der Schuh ist leicht, bequem und kann (wenn er will) schnell sein. Ich werde ihn definitiv neben dem Training bis zu einem Bergmarathon Wettkampf einsetzen.

Wie sich der Schuh bei 2-3h Dauerregen anfühlt, oder Hochalpin habe ich nicht getestet, aber da wäre er auch nicht meine erste Wahl. Ich denke, er ist der perfekte Sommertrailschuh für ausgiebige Trainingseinheiten und Wettkämpfen.

Test: Adidas Terrex Speed Ultra

Adidas … bisher hatte ich mit dieser Marke – zumindest an meinen Füßen – kein wirklich großes Glück gehabt. Ich hatte bereits den Adidas Terrex Two Boa GTX, als auch den Agravic oder für die Straße den UltraBoost Uncaged. Letzteren verwende ich jedoch nur als Sneaker, nicht als Laufschuh. Ich probierte es mal – es war ok 🙂

Und doch liegt nun ein weiteres Paar vor mir. Und zwar der Adidas Terrex Speed Ultra. Was will uns der Name verraten? Ist er nun für schnelle Trails oder für die Ultras? Oder einfach für die schnellen Läufer, die die Ultras dominieren? Die Antwort lautet: ja und ja 🙂 Wie bitte? Ja, ihr habt richtig gelesen. Der Schuh ist definitiv der Schuh, den die Profis tragen und auch die geübten Läufer auf Ultras. Aber der Schuh ist auch wunderbar für die schnellen kurzen Trails. Oder einfach für eine flotte Trainingsrunde im Wald. Eigentlich sollte sich jede*r mal diese Schuhe genauer anschauen 😉 Klingt wie eine Allroundwaffe für die Trails? Blicken wir mal im Detail auf diese Schuhe.

Anmerkung: Die Schuhe wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Erster Eindruck:

Machen wir den Karton direkt mal auf. Wow – was erscheint denn hier? Sind hier die Achtziger gerade entsprungen? Die Farbe die mich anstrahlt nennt der Hersteller: Cloud White / Clear Mint / Screaming Pink! Das ist eine Ansage! Wer es nicht gar so knallbunt mag, hat Adidas noch einen klassisch schwarz-weißen im Regal oder aber auch silber-gelb. Alle Farben machen einen sehr gelungenen Eindruck! Mir gefällts!

Kommen wir zu den Key Facts des Herstellers (Quelle: https://www.adidas.de/terrex-speed-ultra-trailrunning-schuh/FW2805.html):

Der Schuh wurde mit dem Tom Evans einem sehr bekannten Trailrun-Profi entwickelt. Adidas selbst sagt über den Schuh „Ein Gamechanger für den Trail aus der Zusammenarbeit mit einem Topathleten.“

  • Nutzung: Trail
  • Ideal für: Lange Trail-Läufe, Offroad-Training auf Waldwegen und Schotter
  • Gewicht: 245g
  • Sprengung: 8mm
  • Lightstrike Zwischensohle
  • Boost Dämpfung
  • Continental Außensohle

Schlüpfen wir direkt in den Schuh. Der Schuh ist ein wenig enger, jedoch vorne im Zehenbereich ausreichend Platz. Zu keiner Zeit fühlt man sich hier eingeengt. Geschützt sind die Zehen durch die Zehenkappe, ansonsten ist das Obermaterial sehr dünn und atmungsaktiv – sprich: sehr luftdurchlässig. Der Fuß hat direkt einen guten Halt, sowohl an der Mittelsohle als auch an der Ferse. Und der Fuß fühlt sich – trotz minimalistischer Bauweise – sehr sicher drin.

Adidas stattete den Schuh mit einer klassischen Schnürung aus. Leider fehlt zur Befestigung der Schnürsenkel etwas.

Was direkt auffällt, wie leicht der Schuh ist. Gut anliegend, leicht und dann für einen Ultra? Adidas ist bei diesem Schuh nicht auf den Carbon-Zug mit aufgesprungen, hat es aber geschafft mit ihrer Lightstrike Mittelsohle und der Boost Dämpfung (in kompakter Form) eine perfekte Abstimmung zu finden. Er ist nicht so weich (und schwammig) wie der ein oder andere Schuh aus den eigenen Reihen, dafür sehr direkt, straff, aber trotzdem bequem.

Der Speed Ultra fühlt sich – dank der ausgereiften Continental Sohle – auf jedem Untergrund wohl. Das Profil inspirert vom Gravel Bike! Ob auf Asphalt (geeignet für Door-to-Trail), Schotterwegen, Waldwegen oder technischem Untergrund. Dieser Schuh ist für alle Schandtaten bereit und drückt dabei auf die Tube! Sicherlich kann auch langsam mit dem Speed Ultra gelaufen werden, aber wenn damit erst einmal Fahrt aufgenommen wurde, fällt es schwer langsam zu machen!

Kaum zu glauben. Ein minimalistischer Allrounder? Wie hat Adidas das nur hinbekommen?!

Mein persönliches Fazit:

Nach mehreren Läufen bin ich immer noch schwer begeistert. Ich habe den Schuh sowohl bei Intervalleinheiten, als auch den langsamen Läufen im Einsatz gehabt und jedesmal hatte ich unfassbaren Spaß! Nicht nur, dass ich Uphill und Downhill leichtfüssiger und schneller unterwegs war, auch bei Regenwetter, tiefem matschigen Waldboden oder staubigen Schotterpisten – zu keiner Zeit fühlte ich mich unsicher im Halt! Hinzu kommt: die Schuhe sind ein absoluter Hingucker! Egal ob durch die Ortschaft oder im Wald – man spürt die direkten Blicke, aber auch die Blicke im Rücken 😉 Ich kann es niemanden verübeln. Ich bin immer noch total angetan von der Farbkombi und glaubt mir: Pink gehört überhaupt nicht zu meinen Lieblingsfarben 😉

Adidas hat mit diesem Schuh sehr viel richtig gemacht. Wenn es etwas zu kritisieren gäbe, dann ist das schon Jammern auf hohem Niveau. Natürlich ist dies ein stolzer Preis für ein Paar Laufschuhe. Aber den Spaß den man damit hat ist dafür auch garantiert! Probiert es aus!

Update: Im Allgäu hatte ich ein paar matschige und mit wurzelbestückten Singletrail-Downhill-Passagen – hier macht der Schuh leider Abstriche – aber bei nassen Wurzeln haben die meisten Schuhe mit zu Kämpfen 🙂

Update vom 14.09.2021: Am 11.09.2021 bin ich den Innsbruck Alpine K42 Trailmarathon gelaufen. Die Nacht zuvor hat es geregnet und auch über 42km konnte der Schuh absolut überzeugen. Er ist und bleibt mein Favorit aus 2021!

Test: BLACKROLL Recovery Blanket ULTRALITE

“Training starts in your sleep”

Erholung und Regeneration sind wichtige Bausteine für den Erfolg im Sport. Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich zu erholen: kein Sport machen oder aktiv durch Massage, Sauna, Massage durch Faszienrollen oder wie bereits in einem vorangegangen Testbericht: mit einer Massage-Pistole.

Einer der wichtigsten natürlichen Regenerationsmethoden ist der gesunde Schlaf! Hier gibt es viele wissenschaftliche Berichte und Artikel, daher gehe ich hier nicht ins Detail drauf ein. Aber wer viel aktiv ist, aber den Schlaf vernachlässigt, wird seine Leistungskurve recht schnell sinken sehen.

Nicht umsonst, sind Matratzen einer der wichtigsten Elemente, wenn es um einen guten Schlaf geht. Immerhin verbringen wir mehrere Stunden pro Tag auf der Matratze. Aber auch das Kissen, als auch eine passende Decke sind wichtige Bestandteile. Seit über einem halben Jahr habe ich bereits das BLACKROLL Recovery Pillow im Einsatz. Leicht, kompakt – bequem. Ich habe es mir zuallererst aus der Motivation herausgekauft, als unsere Tochter zur Welt kam und ich öfters auf die Couch ausweichen musste. Inzwischen schlaf ich wieder im Bett, aber das Kissen kam mit 😊 Es ist mein täglicher Begleiter.

Nun gibt es ein neues Produkt von Blackroll. Anstatt einer aktiven Regeneration durch deren Faszienprodukte gibt es auch für die passive Regeneration Produkte. Vom Kissen habe ich Euch gerade erzählt. Seit einiger Zeit gab es auch die RECOVERY BLANKET – eine 4-Jahreszeitenbettdecke für ein optimales Schlafklima. Doch heute, am 10. Mai 2021, kommt ein neues Produkt auf den Markt: die RECOVERY BLANKET ULTRALITE – eine Entspannungsdecke für eine schnellere Regeneration.

Anmerkung: Die RECOVERY BLANKET ULTRALITE wurde mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Schauen wir uns zu Beginn die Fakten des Herstellers an:

  • Maximale Erholung dank der innovativen Celliant® Technologie.
  • 100% vegan und hypoallergen, für Allergiker geeignet.
  • Du kannst die Bettdecke auch ohne zusätzlichen Bezug nutzen. Das Außenmaterial besteht aus Baumwolle und bietet dir ein angenehmes Gefühl auf der Haut. Die Decke passt sich ideal an deine Körperform an.
  • Bis zu 60°C in der Waschmaschine waschbar und trocknergeeignet.
  • Dank des mitgelieferten Travel Bags kannst du die Bettdecke einfach verstauen und auch mit auf Reisen nehmen.
  • Und: Sie wird in Deutschland produziert.

Klingt sehr spannend, nicht wahr? Doch was ist nun diese Celliant® Technologie – die eine schnellere Erholung verspricht?

Wenn wir schlafen, strahlt unser Körper Energie in Form von Wärme ab. Die Celliant®-Fasern in deiner Entspannungsdecke nehmen Energie auf und wandeln diese in Infrarot-Strahlung um. Dieser Prozess funktioniert dank den thermisch reagierenden Mineralien, die in die Faser eingearbeitet sind.

Die Infrarot-Strahlung wird dann deinem Körper wiederum reflektiert. Dadurch hast du eine verbesserte Blutzirkulation. Diese reguliert deine Körpertemperatur optimal. Der Infrarot-Effekt verbessert die lokale Sauerstoffversorgung in den Zellen. Die Folge: Ein erholsamer Schlaf und eine schnellere Regeneration.

Wie sieht mein Schlaf aus? Generell gehe behaupte ich, knapp acht Stunden im Schnitt bekomme ich schon hin. Aber nicht am Stück. Das liegt seit einigen Monaten an meiner Tochter. Seit ihrer Geburt im Juni 2020 hält sie uns Tag & Nacht auf Trab. Ich muss sagen, sie hat einen guten Schlaf, aber 1-2x in der Nacht weckt sie uns dann doch mal sanft. Daher kleine Schlafpausen. Die restliche Schlafzeit muss optimiert werden 😊 Die meisten Decken werden mir auch schnell viel zu warm, oder sind zu schwer oder einfach viel zu groß. Die Decken meiner Tochter wiederum zu klein 🙂 Aber sie nutzt sie noch gar nicht. Könnte natürlich auch in solch einen Strampelschlafsack wechseln, aber sicherlich auch nicht so praktikabel.

Seit nun sechs Wochen habe ich die ULTRALITE im Einsatz. Sie ist sehr dünn und federleicht und das klassische Maß einer „Single-Bettdecke“ von 135×200. Vor der ersten Nutzung habe ich sie direkt in die Waschmaschine und den Trockner geschmissen und die erste Nacht konnte kommen.

Die ersten Fakten: mir wurde zu keiner Zeit zu warm. Ich habe nicht geschwitzt und wie ihr wisst, gab es im März einige Nächte, die richtig richtig kalt waren. Und mir wurde auch nie zu kalt. Den Temperaturcheck direkt bestanden. Nach sechs Wochen kann ich es auch immer noch bestätigen. Die Temperaturen steigen stetig, aber zu keiner Zeit ist mir kalt, geschweige zu warm.

Anmerkung: Wird es euch doch einmal zu kalt, dann könnt ihr mit den mitgelieferten Druckknöpfen die Decke mit der BLACKROLL RECOVERY BLANKET 4-Jahreszeitenbettdecke kombinieren!

Aus dem täglichen Gebrauch kann ich sagen: die Decke ist leicht, sie ist angenehm und ich schlafe gut darunter. Da ein guter Schlaf auch die Regeneration fördert kann ich dies durchaus bestätigen.

Ob ich ein paar Prozent schneller wieder erholt bin nach einem langen Lauf – müsste wissenschaftlich betrachtet werden 😊

Auf alle Fälle habe ich nach dem 40km Geburtstagslauf und die Woche drauf – beim Wings for Life am 09.05.2021 und knapp 30 Grad (mit enorm schweren Beinen), am jeweils darauffolgenden Tag wieder frischere Beine als sonst. Ein gutes Zeichen, oder? 🙂

Ich mag diese Decke. Sie ist mein täglicher Begleiter und in Kombination mit dem Recovery Pillow sind meine Nächte erholsam.

Test: IAMRUNBOX SpinBag 30l

Ich habe euch bereit den IAMRUNBOX Backpack Pro vorgestellt. Ein spannender Rucksack für Pendeln zur Arbeit. Zumindest wenn man mit den Füßen unterwegs ist. Jedoch was schnalle ich mir auf den Rücken, wenn ich mit dem Rad zur Arbeit fahre? Den IAMRUNBOX SpinBag 30l.

Hinweis:
Der Rucksack wurde mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Rolltop Rucksäcke gibt es auf dem Markt schon lange. Früher habe ich diese kaum bis gar nicht in Betracht gezogen. War dies doch eher für Fahrradkuriere oder in urbanen Großstädten hip. Neben der Funktionalität spielt bei den Rolltop Rucksäcken bei vielen auch das Design eine sehr große Rolle. Da es nicht nur für sportliche Aktivitäten verwendet werden kann, sondern auch beim U-Bahn Pendeln ins Büro oder ganz simpel auf Reisen. Das Einsatzgebiet ist sehr breitgefächert, und der Backpack sollte einfach zu allem und jedem passen. Daher stylish in Sportoutfits, aber genauso stilsicher im Business Look 😉

Schauen wir nun direkt auf den IAMRUNBOX SpinBag 30l in leuchtendem Orange.

Anmerkung, für die, die nicht auf knallige Farben stehen: es gibt noch die Farben Black & Grey.

Zuerst die offiziellen Angaben von IAMRUNBOX:

“Unser großer Rolltop Rucksack besticht mit einem separaten 15” Laptopfach im Rückenpaneel und einem atmungsaktiven Bodenfach. Seine Funktionalität in Kombination mit dem ergonomischen und urbanen Design macht ihn zum perfekten Alltags-Begleiter. Eine elastische und reflektierende Kordel an der Außenseite des Rucksacks sorgt für noch mehr Packkapazität.”

  • Belüftetes Bodenfach für Turnschuhe, benutzte Handtücher oder sogar Mittagessen
  • Leicht zugänglicher Rolltop-Verschluss, der den Rucksack wasserdicht macht
  • Verstellbare und abnehmbare Hüftgurte und Brustgurte für mehr Komfort
  • Reflektierendes Schnurbefestigungssystem für Sicherheit und zusätzlichen Platz
  • Innenfach zum Organisieren von persönlichen Gegenständen
  • Versteckte Taschen in der gepolsterten Rückwand

Zum Thema Nachhaltigkeit des Herstellers -> LINK

Gewicht / Maße / Fakten: 
Weite / Breite: 320mm
Höhe: 530mm
Tiefe: 150mm
Volumen: 30 l
Material: 100% TPU coated Polyester
Gewicht: 1.100 Gramm


Aufbau des Rucksacks:
Von außen:
Natürlich fällt sofort die knallige Farbe auf. Aber gerade, wenn man mit dem Rad unterwegs ist, ist gute Sichtbarkeit immens wichtig! Auf der Vorderseite ist ein Schnurbefestigungssystem, um schnell eine Jacke einzuspannen. Aber auch die IAMRUNBOX Schuhtasche kann hier befestigt werden. Zudem ist oberhalb ein Zipper, mit einer kleinen Tasche. Am unteren Bereich ist das belüftete Extrafach zu erkennen. Praktisch für nasse Gegenstände (Handtücher, Schwimmsachen), aber auch die Ersatzschuhe. Auf der Rückseite haben wir den abnehmbaren Hüftgurt, verstellbare Brustgurte, und die klassischen Träger angenehm gepolstert. Das Rückenteil hat eine sehr angenehme Polsterung. Hinter der Polsterung befindet sich ein weiterer Reisverschluss. Dieser dienst als Extrafach für das Notebook. Top, wenn der Rucksack voll bis oben hin ist und man schnell an seinen Laptop möchte – einfach an der Seite herausziehen. Was ich etwas vermisse, sind ein paar zusätzliche Reflektoren, was aber aufgrund der knalligen Farbe an sich zu vernachlässigen ist.

Von innen:
Es gibt das große Hauptfach und einige zusätzliche Organisationshilfen (Platz für Tablet, Block, Stifte usw.). Am Rückteil ist jedoch noch ein Reißverschluss, hier lässt sich separat das Notebook oder Tablet einschieben. Daher kommt man jederzeit leicht an sein Gerät heran. Das Hauptfach wirkt nicht nur riesig, es ist einfach riesig. Wir nehmen den Rucksack oft für den Einkauf auf dem Wochenmarkt und selbst wenn wir Äpfel, Kartoffel usw. einkaufen – am Rücken fällt das Gewicht nicht zu sehr auf! Es verteilt sich super über Hüfte und Rücken. Es ist Wahnsinn, was der Rucksack tragen kann und wie strapazierfähig und stabil er ist.

Für wen ist der Rucksack:
Ein Rolltop Rucksack will ein Allrounder sein und ist ein Allrounder. Der moderne Look passt sich jeder Situation an. Ob im sportlichen Umfeld, oder im Business Look – der Rucksack passt zu allem. Und ist – gerade in der Farbe Orange – ein absoluter Blickfang. Ich wurde schon des Öfteren in der Öffentlichkeit darauf angesprochen! Wir verwenden den Rucksack hier fürs Radeln, Einkaufen und sicherlich (wenn wieder möglich) fürs Reisen. Aber auch die Spielsachen unserer Tochter, wenn wir jemanden besuchen, finden dort ausreichend Platz (inkl. Wechselklamotten, Wickelzubehör und und und)! Dadurch das er auch noch wasserdicht ist, passt er sich auch allen wetterlichen Bedingungen super an!

Fazit:
Es ist mein absoluter Lieblingsbackpack geworden. Für jede Gelegenheit lässt er sich schnell befüllen und bringt alle Gegenstände sicher von A nach B. Und das Beste? Es ist sehr angenehm für den Rücken! Die Last verteilt sich und wäre er nicht so gut sichtbar, wüsste man manchmal gar nicht, dass man ihn auf hat 😊

Test: ON Cloudventure Peak

On – der Schweizer Schuhhersteller fürs „Laufen wie auf Wolken“. Inzwischen ein etablierter Hersteller für innovative Laufschuhe und einem sehr breiten Portfolio. Ob für den Alltag, Performance aller Laufstrecken, das Wandern, Tennis spielen oder eben auch dem Trailrunning. Und hier wird das Sortiment stetig erweitert: Cloudventure, Cloudventure Peak und dem Cloudultra. Vom Cloudultra habe ich euch bereits erzählt und nun widme ich mich dem Cloudventure Peak.

Anmerkung: Die Schuhe wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Vor mir liegt er also – in weiß mit schwarzen Komponenten – der ON Cloudventure Peak. Auf den ersten Blick ist es immer verwunderlich, einen Trailschuh in der Farbe Weiß in den Händen zu halten. Die Farbe steht ihm, macht einen guten Eindruck. Aber letztendlich geht es um die Funktion des Schuhes und er soll mich sicher und gesund über die Trails bringen und dass er dabei dreckig wird,  bleibt definitiv nicht aus 😊 Wer trotzdem mit dieser Farbwahl nicht zurecht kommt, bietet On noch die Farbe Black | Rock an, also vollständig schwarz.

Kommen wir zu den Key Facts des Herstellers (Quelle: https://www.on-running.com/de-de/products/cloudventure-peak/mens/white-black):

  • Nutzung: Trail
  • Distanz pro Lauf: kurz
  • Dämpfung: Direkt
  • Wettkampf: Ja
  • Ideal für: Trailrunning, Trail-Wettkämpfe, hill repeats
  • Gewicht: 260g
  • Sprengung: 4mm
  • Technologie: Das aggressive Grip-Muster der Missiongrip™-Aussensohle gräbt sich in weichen Trail-Untergrund. Die vielseitige «klebrige» Gummi-Schicht bietet Halt auf rauen und glatten Oberflächen. Zero-Gravity-Clouds an der Ferse ermöglichen weiche Landungen für Top-Leistung auf schwindelerregenden Abhängen.
  • Materialien: Die stützende innere Sockenkonstruktion macht den Schuh extrem bequem. Der Oberschuh aus federleichtem und doch strapazierfähigem Ripstop-Material bietet Atmungsaktivität, Schutz und genau das richtige Mass an Dehnbarkeit. Perforierte Innenschicht sorgt für eine Perfekte Passform und optimalen Support am Mittelfuss.
  • Design: Der überarbeitete Cloudventure Peak bietet jetzt noch mehr Wettkampf-Performance auf dem Trail. Ein Beispiel: das neue Speedboard™ – gespalten am Vorderfuss und schmal am Mittelfuss für Torsion & reaktionsstarke Beweglichkeit in unebenem Gelände. Schnell bergauf. Schnell bergab. Volle Power mit On

Doch wie ist der Schuh denn nun in der Praxis? Lasst es uns herausfinden. Was ein Trailschuh kann, mach ich zudem an drei weiteren Eigenschaften fest:

  1. Grip auf verschiedenen Untergründen
  2. Verhalten Uphill
  3. Verhalten Downhill – denn gerade hier zeigt der Schuh, ob er den richtigen Halt hat und ob am Ende blaue Zehen daheim zum Vorschein kommen oder die ein oder andere Blase 😉

Ich habe die Schuhe hier in der Größe EU45 und legte ihn direkt auf die Waage: 289g (zum Vergleich: der Cloudventure zeigt 341g an und der Cloudultra 338g) – er ist so leicht wie er sich anfühlt. Ganz ehrlich: an dem Schuh ist auch nicht viel dran 😊 Wenn wir einen genauen Blick drauf werfen, ist der Oberschuh aus ganz leichten (nahezu durchsichtigen) Ripstop-Material. Dies hat jedoch keine Einschränkungen auf den Halt im Schuh. Wenn man hereinschlüpft, sitzt der Schuh sofort fest und gut am Fuß. Praktisch wie ein Socken, nichts schlackert rum und schmiegt sich komplett um den Fuß. Somit sind zwei Voraussetzungen für einen Wettkampfschuh bereits gegeben: leicht & gut am Fuß sitzend 😊 Die Sohle des Schuhes ist schmaler, man hat keinen breiten Stand drin. Und, was in modernen Laufschuhen unüblich ist: die Innensohle lässt sich nicht herausnehmen – sie ist verklebt mit dem Schuh.

Auch wenn ich einen breiteren Fuß habe und mir üblicherweise „breitere“ Schuhe auswähle, fühlt sich mein Fuß hier gut aufgehoben. Die Enge, engt mich in der Tat nicht ein 😉 An der Ferse ist der Halt bombenfest. Mit der Schnürung muss nicht mehr viel gemacht werden. Klassisch schnüren, den Rest in einer Lasche an der Zunge verstauen und es kann losgehen …

Hier kommt auch gleich meine erste Empfehlung: der Schuh ist eher für geübte Läufer. Also kein Trailschuh für Laufanfänger oder gar schwere Läufer. Dazu hat er einfach keine ausreichende Dämpfung und ist wirklich nur für den groben schnellen Einsatz gedacht. Ich könnte mir aktuell auch nicht mehr als einen Trail Halbmarathon damit vorstellen. Der Schuh ist sehr direkt. Man spürt den Untergrund, aber fühlt sich genauso sicher vom Halt her. Ob nassen oder matschigen Untergrund, mit diesem Schuh fühlt man sich sicher.

Mein Problem: Door-to-trail – ca. 2km Asphalt, bis ich in den Wald komme. Und nun ja – es geht, aber ist eben auch bretthart hier. Ich denke die Sohle hat auch nicht allzu lange Spaß auf diesem Untergrund und nutzt sich schneller ab. Aber es geht auch gegen meine Prinzipien, schnell mit dem Auto an den Waldrand zu fahren. Das ist auch totaler Quatsch.

Sobald man im Wald angekommen ist, fühlt sich der Schuh, als auch der Läufer gleich viel wohler. Der Schuh will Gas geben und – wie oben erwähnt – vermittelt er ein sehr direktes, agiles Laufgefühl. Wie bereits beim Cloudventure, ist hier die Missiongrip-Aussensohle im Einsatz. Und diese fühlt sich in jedem Trail-Terrain sehr wohl. Ob trocken, ob feucht, ob Sand, Waldboden oder tiefer Matsch – man fühlt sich stets sicher. Jedoch Vorsicht ist auf feuchten Pflastersteinen geboten. Sowohl der Cloudventure Peak, als auch sein großer Bruder der Cloudventure rutschen hier weg. Aber dafür sind die Schuhe auch nicht vorgesehen.  

Der Schuh will schnell gelaufen werden und gibt den Takt auch dem Läufer vor. On hat hier das Speedboard, eine Platte zwischen Oberschuh und der Sohle eingebaut. Dies gibt zusätzlichen Antrieb, macht Tempo und unterstützt bei reaktionsstarken Beweglichkeiten.

Den Schuh habe ich bereits im absolut durchnässten matschigen Wald im Einsatz gehabt, als auch bei frühlingshaften trockenen Bedingungen. Und jedes Mal ging es flott voran. Der Schuh macht einfach Spaß, sobald er sich an den Füßen befindet und etwas weicheren Untergrund findet. Und ganz wichtig: es bleiben keine Steinchen oder Äste in den Sohlen hängen – hier braucht man sich überhaupt keine Sorgen machen! 🙂

Fazit: hier ist On ein toller Trail Wettkampfschuh gelungen. Sitzt gut, trittsicher und macht für flotte (kurze) Einheiten richtig Spaß! Der einzige Wehrmutstropfen: das keine Wettkämpfe zur Zeit stattfinden, um ihn unter Wettkampfbedingungen loszulassen. Aber das wird hoffentlich bald nachgeholt 😉

Update vom 17.01.2022: Ich habe diesen Schuh bei der Wintercross Serie in Goldbach im Einsatz gehabt. Ich bin nicht nur neue Bestzeiten gelaufen, sondern habe die Altersklassenwertung der M40 gewonnen! Der Schuh ist nun alles, bloß nicht mehr weiß 😀

Impressionen:

Test: Flow Mini – Massagepistole

Vor zwei Jahren waren diese kleinen Geräte bereits in Fitnessstudios und Physiotherapie Praxen bekannt. Und irgendwann entwickelte sich hier – bis heute – ein großer Markt! Dann gab es eben nicht mehr nur diese zwei drei Hersteller, sondern der Markt wurde mit Marken überschwemmt. Und wie sollte hier der Überblick gehalten werden? Bzw. sind solche Teile für uns Hobbyläufer/-sportler überhaupt eine sinnvolle Anschaffung?

Schauen wir uns direkt die Herstellerangaben zu dem mir vorliegenden Flow Mini an:

  • 3 Leistungsstufen mit bis zu 3.200 Schläge / Min. + Flow Modus
    • Level 1 (Relax)                  1.800 Schläge / Min.
    • Level 2 (Refresh)            2.400 Schläge / Min.
    • Level 3 (Recharge)         3.200 Schläge / Min.
    • Flow Modus                      L1-L3 im Wechsel
  • Ultra Leise mit unter 40 dB
  • Nur 800 Gramm – perfekt für Unterwegs
  • Akkulaufzeit: bis zu 3h im Dauerbetrieb
  • Ladezeit: unter 3h
  • Höchste Produktqualität durch komplett eigene Fabrikation
  • Kann die Beweglichkeit, Regeneration und Durchblutung verbessern
  • Kann Verspannungen beseitigen, Verletzungen vorbeugen und die Regenerationszeit nach Sportverletzungen verkürzen
  • Lieferumfang:
    • Flow Mini
    • Aufbewahrungsbeutel
    • Medium
    • Bullet
    • Hammer
    • Fork

Klingt auf den ersten Blick sehr vielversprechend 😊

Anmerkung: Der Flow Mini wurde mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Inzwischen, wie oben erwähnt, kommt man um die Nummer kaum noch herum. Laufzeitschriften und Podcasts berichten davon und Bekannte Läufer*innen werben damit und nutzen diese Geräte (zumindest gem. ihrem Insta Profil). Und wird es in einer Suchmaschine angegeben, bekommt man eine bunte Vielfalt. Ich weiß noch vor zwei Jahren, als ich beim Training im FT-Club solch ein Gerät am Eingang gesehen habe und testen durfte. Ich fand es großartig. Aber ist es wirklich (im Privatbereich) notwendig? Und als ich den Preis sah, dachte ich mir sofort: ähm NEIN!

Inzwischen gibt es Geräte in allen Preiskategorien! Doch was taugen diese letztendlich?

Ich kann nur das subjektive Empfinden in diesen Test einfließen lassen. Ich hatte an meinen Beinen drei unter-schiedliche Geräte in der Vergangenheit und zudem weiß wie mich meine Masseurin, sowie mein Physiotherapeut bereits mit ihren Händen gequält haben. Oder in der privaten manuellen Therapie: die Faszienrolle. Wobei diese nicht für einzelne Triggerpunkte ausgerichtet sind.  Hierzu sind Trigger Tools oder die kleinen Faszienbälle notwendig. Aber natürlich trotzdem ein Unterschied, als wenn bis zu 3.200 Schläge pro Minute auf die Muskulatur einwirken. 😊 Jedoch, auch das muss gesagt sein, kann mit der großen Faszienrolle ein ganzer Muskelstrang gleichmäßiger massiert werden. Was eben eine Massagepistole so nicht kann.

Mein Fazit hierzu: umso mehr Abwechslung umso besser. Ich bin kein Verfechter, nur ein Tool einzusetzen, sondern die Muskulatur durch verschiedene Möglichkeiten zu lockern & zu regenerieren. Jedes hat seine Daseinsberechtigung und wieso nicht einfach das Beste aus allen Welten vereinen?

Kommen wir auf den Flow Mini zurück:

Verpackung:

Die Verpackung macht bereits einen tollen Eindruck. Beim Auspacken des Gerätes ist ein Augenmerk auf die gute Verarbeitung und den wertigen Eindruck zu legen. Man hat nicht das Gefühl, das Teil fällt nach wenigen Einsätzen direkt auseinander.

Mitgeliefert wird ein Samtbeutel, in dem neben der Gun auch die vier Aufsätze, und natürlich das Ladegerät ihren Platz finden. Perfekt, um sie unterwegs in den Rucksack oder Koffer mit einzupacken. Solche Gerätschaften sind bei großen Abenteuern und Wettkämpfen von Vorteil. Da möchte man nicht einen Koffer mit zig Kilos mitschleppen, sondern kann sie gerade zwischen seinem Gepäck platzieren und schon hat man seinen „persönlichen Masseur“ zur Regeneration auf Abruf bereit.

Bedienung:

Die Bedienelemente, oder besser gesagt das Bedienelement befindet sich auf der Rückseite. Es gibt einen Knopf mit dem das Gerät an-/ausgeschaltet und zwischen den Modi gewechselt werden kann. Die Modi werden oberhalb angezeigt. Um es Auszuschalten, entweder alle Modi durchklicken oder einfach den Knopf lang gedrückt halten! Direkt darunter befinden sich die LEDs für die Akkulaufzeit. Es gibt insgesamt sechs LEDs – vier Grüne, einen Gelben und einen Roten – und spätestens wenn das aufleuchtet sollte es wieder an die Steckdose.

Anwendung & Einsatz:

Ich habe das Gerät nun seit drei Wochen im Dauereinsatz. Jeden Abend auf der Couch habe ich eine kleine Session von ca. 5 min eingelegt. Ich habe hauptsächlich meine beiden Beine, inkl. den Füßen bearbeitet. Oberschenkel, Waden, Fußunterseite … alles was durch das Laufen enorm in Anspruch genommen wurde. Direkt nach dem Training spürt man an den betroffenen Stellen natürlich etwas mehr 😉 Auf jeden Fall ein sehr angenehmes wohlwollendes Gefühl 😊 Einzelne Punkte der Muskulatur, die etwas härter sind – können länger behandelt werden. Mit einer höheren Stufe. Je nach eigenem Befinden.

Als Empfehlung gibt der Hersteller folgendes vor:

Die optimale Behandlungszeit ändert sich signifikant je nach Frequenz/Massagestufe. Für Entspannung der Muskulatur und regenerative Maßnahmen auf Stufe 1 & 2 sollte die Behandlungszeit zwischen 60 und 120 Sekunden pro Muskelpartie betragen. Für die Aktivierung der Muskulatur auf Stufe 2 & 3 ist eine Behandlungszeit von 15-20 Sekunden pro Muskelpartie anzusetzen.

Aktive vs. passiven Anwendung:

Die Flow Massagepistole kann auf zwei verschiedene Wege angewendet werden: aktiv und passiv. In der passiven Anwendung fährt man mit dem Gerät über die Muskulatur und kann mit dem Druck, der auf die Muskulatur ausgeübt wird, die Intensität steuern.

Bei der aktiven Anwendung fährt man ebenfalls mit dem Gerät über den zu behandelnden Bereich, bewegt aber zusätzlich aktiv die Muskulatur (Streck-/Beugebewegungen).

Schauen wir uns die Massagestufen im Detail an:

Wie bereits oben erwähnt, gibt es die vier Stufen:

Stufe 1 – Entspannung und Erholung der Muskulatur. Vor allem für den Nachgang von sportlicher Betätigung. Eindeutig die Stufe, die ich am häufigsten einsetze 😊

Stufe 2 – Entspannung als auch zur Aktivierung der Muskulatur vor Training oder Wettkampf verwendet werden. Im Entspannungsbereich ist diese Stufe vor allem für die Behandlung von intensiven und hartnäckigen Triggerpunkten (punktuellen Verspannungen) geeignet.

Stufe 3 – Aktivierung der Muskulatur bzw. für das Warm-Up vor Training oder Wettkampf zu verwenden.

Flow Mode™ – Stufe 1–3 im Wechsel. Dieser Modus spielt die komplette Frequenzreichweite in Wellenform durch und fördert die Muskelentspannung. Einzusetzen ist er vor allem bei großen Muskelgruppen wie Oberschenkel oder Rücken.

Und einen Blick auf die Massageköpfe:

Flow Head™ Medium

Das Universalwerkzeug – vor allem für den Einsatz um Knochen und andere empfindliche Bereiche herum gedacht. Die mittelgroße Trefferfläche macht ihn sowohl für punktuelle Massage als auch für die Behandlung von größeren Muskelgruppen geeignet.

Flow Head™ Hammer

Dieser Kopf ist für großflächige Behandlung und große Muskelgruppen wie Oberschenkel oder Rückenmuskulatur konzipiert.

Flow Head™ Fork

Für die Behandlung von Muskulatur um Sehnen und Bänder herum, als auch für die Therapie rund um die Wirbelsäule und der Schulter optimal geeignet ist.

Flow Head™ Bullet

Besonders gut geeignet, punktuelle Verhärtungen und Triggerpunkte zu bearbeiten und zu beseitigen.

Nutzen:

Also Hobbyläufer und Nicht-medizinischer Fachmann (weder Arzt noch Physio) kann ich hier nur meine Meinung kundtun: solche Geräte helfen zur Regeneration und Aktivierung der Muskulatur. Ich habe mich direkt am Abend, aber auch am nächsten Tag viel frischer gefühlt als vorher nach langen Laufeinheiten. Zudem habe ich durch das intensivere Training in diesem Monat wohl auch ein Schienbeinkantensyndrom rechts hereingelaufen. Ich habe viel Salbe genutzt und an den Ruhetagen mich geschont, aber diese Bereiche auch mit dem Gerät bearbeitet und musste dadurch mein Training nicht pausieren oder kürzen. Ich habe das Gerät bereits in mein Herz und meine täglichen Routine eingeschlossen 😉

Mein Fazit:

Top. Leicht zu bedienen und im Gegensatz zu mir bekannten Konkurrenzprodukten ist die Bedienung einfach. Es gibt andere Geräte, da hat man bis zu 30 (!!) Stufen. Aber ob ich dann Stufe 13 oder 15 nehme … hmmm. Benötigt man diese alle? Hier bei der Flow Mini ist es elegant mit den vier Stufen gelöst – jede hat ihr spezielles Einsatzgebiet. Ich schaue einfach, was ich aktuell brauche und nutze genau diese Stufe ohne weitere Einstellungen. Top.

Vom Gewicht, Handling, Verarbeitung und Akkulaufzeit bin ich absolut zufrieden. Bisher habe ich sie genau einmal geladen, wie bereits erwähnt täglich wenige Minuten im Einsatz und habe immer noch genügend Saft im Akku.

Ein absolut empfehlenswertes, kompaktes Gerät. Passt in jede Tasche, kann überall mit, oder einfach für die abendliche Regeneration auf der Couch.

Der Preis ist mehr als fair, aber wer trotzdem noch sparen möchte, hier als kleines Schmankerl noch – ein Rabattcode: TIGO10

Einzig allein der mitgelieferte Samtbeutel. Sieht am Anfang gut aus, aber fängt auch gut den Staub ein. Daher ist er ständig zu entfusseln. 😊

Die etwas tiefgründigere Story, weshalb ich laufe … und was dies mit meinem Leben gemacht hat

Unter https://tigo-running.de/ueber-mich/ habe ich bereits beschrieben, wie ich überhaupt zum Laufen kam! Aber nicht nur der erste Schritt zum Läufer war wichtig, sondern was motiviert mich weiterhin zu Laufen? Wieso tut mir Laufen gut? Was bedeutet das Laufen für mich? Wie bleib ich dran?

Ich war schon immer eine zurückhaltende, eher introvertierte Person. Wieso ich damit anfange? Weil es grundlegend für mein Wesen ist und dem was mir letztendlich das Laufen bedeutet. Ich habe in meinem Leben schon viele Dinge erleben müssen, darunter leider auch einige Schicksalsschläge.

Früher (in meinem Teenie Alter) – als ich das noch nicht so fassen konnte – hinterfragte ich nicht alles. Ich war Leistungssportler (Schwimmen), war für mein Alter sehr fit und war mehrmals pro Woche trainieren. Ansonsten ist man üblicherweise mit der Schule beschäftigt oder mit seinen sonstigen Hobbies – vermutlich damals Computerspiele 🙂 Als ich 9 Jahre alt war, erwartete ich nicht nur die Geburt meiner kleinen Schwester, sondern verlor auch meinen Onkel. Doch ich konnte dies – wie gesagt – noch nicht greifen. Was das für Auswirkungen hat. Was das für meine Mitmenschen (vor allem) meinem Vater, der seinen Bruder verlor, bedeutete. Ich meinte nur zu meinem Vater: (wortwörtlich) “einer geht (Onkel), dafür kommt ein neuer Mensch (Geburt Schwester) nach. Gleichgewicht hergestellt.” Ich meinte das nicht böse, aber natürlich war diese Aussage für meinen Vater nicht hilfreich. Eher im Gegenteil.

Doch ich konnte manche Dinge nicht nur nicht fassen, sondern verlor irgendwann auch noch die Motivation am Sport. Ich weiß nicht warum. Aber sie war nicht mehr da. Ich probierte kurzzeitig andere Sportarten. Natürlich die, die auch mein großer Bruder machte, wie z.B. Handball. Aber das war einfach nichts für mich. Also machte ich nichts. Träumte vor mich hin, beschäftigte mich mit Computern oder dem guten alten Game Boy und Tetris 😉 Damals waren Bücher nix für mich …

Das erste Thema, was wieder als Hobby zu sehen war, aber auch mein Leben mit Sinn füllte – war mein Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr. Dort lernte ich nicht nur viele meiner ältesten und besten Freunde kennen, sondern auch viel fürs Leben. Sowohl praktische (handwerkliche) Dinge als auch viele Lektionen, bzw. was ein kaputtes Kabel mit einer Wohnung/Haus anstellen kann. Und bei der Feuerwehr wurde ich auch wieder körperlich mehr gefordert. Klar, machte man mit den Kollegen der Feuerwehr auch Sport. 1x wöchentlich 60min kicken, das war es. Natürlich neben den Feuerwehreinsätze und -übungen. Ja, auch die waren definitiv oft schweißtreibend. Aber ich kam in ein Alter, in dem lieber in der Freizeit gefeiert wird. Daher brauche ich über die damalige „ausgewogene“ Ernährung nicht viel sagen. 😊

Und so kam es im Jahr 2000: ich gerade mal 18, verlor meinen geliebten Opa. Während eines Feuerwehreinsatzes habe ich diese Nachricht erhalten. Ich hatte jedoch kein Ventil, damit umzugehen. Es zu verarbeiten. Außer Feiern zu gehen. Ich wollte es nicht damit verdrängen, jedoch wollte ich mich auch nicht direkt auseinandersetzen müssen. Klar grübelt man darüber, trauert, aber ich fand nie das richtige Ventil um es letztendlich zu verarbeiten. Und es war der erste Tod, den ich bewußt von einem geliebten und engverbundenen Menschen erlebt habe.

Und so zog sich das – wie ein schwarzer Faden – immer weiter durch mein Leben.

2004 starb meine Oma. Ihr habe ich auch viele handwerkliche Griffe & Kniffe zu verdanken. Denn sie hatte immer wieder Projekte für meinen Bruder und mich. „Mauert mir eine Mauer, baut mir den Kamin ab usw.“ 😀

2005 verlor ich dann einen meiner besten Freunde, Thomas. Er lebte vor, wie man das Leben lebte und genießen kann! Er war ein Lebemann, mit vielen Träumen, die er – so wie ich ihn kannte – auch direkt umgesetzt hätte. Er radelte einfach quer durch Bayern, weil im einfach danach war 😊 Und dann? Wurde er mit 24 Jahren plötzlich aus dem Leben gerissen.

2010, direkt zu Jahresbeginn verlor ich den nächsten Kumpel. Arbeiteten zusammen im Kino nebenbei, feierten zusammen, lachten viel und plötzlich – war er nicht mehr da!

Ebenfalls 2010 – verlor ich meinem Vater. Meine große Bezugsperson. Wenn ich Fragen hatte – fragte ich Papa! Er brachte mir soviel bei. Er war auch mal streng und zeigte mir Grenzen auf, aber zeigte mir damit auch gleichzeitig den Weg. Mit ihm habe ich so viele Dinge erlebt. Und letztendlich – durch seine Erziehung – bin ich auch der Mensch geworden, der ich heute bin. Aber in einigen Belangen war er auch sehr unvernünftig. Aber meinem Papa habe ich es zu verdanken, dass ich nie das Rauchen angefangen habe! Er hatte aber auch immer wieder verdammt viel Glück in seinem Leben. Hatte einen schweren Schlaganfall, überlebte es, machte eine Pause von der Arbeit, aber änderte leider sonst nichts an seinem Lebensstil. 2010 stand eine große OP an. Und erst verlief es gut und dann änderte sich sein Zustand täglich. Vier Wochen zwischen Koma, Intensivstation, wach sein, wieder Koma und unendlichen Schmerzen, mußte ich im August 2010 mich von meinem Vater (60) verabschieden! Letztendlich war sein Körper einfach zu schwach. Gleichzeitig mußte ich für meine Mama und meine kleine Schwester da sein. Das gab mir irgendwie Kraft, wenn ich für andere da bin. Aber setzte mich nicht selbst mit dem Verlust und meiner eigenen Trauer nicht auseinander. Zum Glück hatte ich super Freunde an meiner Seite, die in den Momenten für mich da waren. Aber es gab auch einige Menschen, die in dieser Zeit ihr wahres Gesicht zeigten …

Parallel kämpfte meine Mama mit ihrer Krankheit Parkinson herum. Sie hatte es gut im Griff, doch es wurde von Jahr zu Jahr immer schlimmer. Jahrelang hatte ich mich neben der Arbeit um sie gekümmert, sie Tag & Nacht gepflegt, bis sie 2015 dann in ein Heim mußte. Es ging nicht mehr anderes. Da ich auch nicht mehr zur Ruhe und zum Schlafen kam. Aber der Schritt – war die Hölle.

Im selben Jahr (2015) verlor ich dann auch noch meine Oma – die Mutter meiner Mutter. Auch von ihr lernte ich so viele Weisheiten kennen und gab mir so viel fürs Leben mit. Nicht nur, dass ich ja immer genug esse – sondern sie hatte auch immer einen Spruch parat 😊

Meine Mama war letztendlich drei Jahre in diesem verf*** Heim. Viele Altersheime sind nicht wirklich tolle letzte Kapitel in einem Leben. Und was in diesen Jahren dort vorkam, hat definitiv noch mehr leid hinzugefügt. Die letzten Monate verbrachte meine Mama im Rollstuhl. Und nachdem meine Mutter sich so sehr über meinen ersten Halbmarathon und Marathon freute – meinte sie immer wieder: „Timo, ich will auch laufen gehen können“. Und mein großes Ziel war, meine Mutter wieder zum Laufen zu bringen. Wir machten Übungen, ich erzählte ihr von meinem Training und ich motivierte sie. Doch der Körper und die Eigenmotivation meiner Mutter baute leider immer weiter ab und die hohen Dosen ihrer Medikation veränderten das Wesen meiner Mutter.

2018 hörte das Herz meiner Mutter zu schlagen auf. Die Kraft und der Lebenswille fehlten. Dazu ist einfach zu viel passiert und die Krankheit war bereits zu weit fortgeschritten und hat meine Mutter an sich verändert. Nur in ganz wenigen Momenten konnte ich noch meine Mama, so wie ich sie kannte, erkennen. Und es war täglich schmerzhaft, dass sie immer mehr vergaß, gar nichts mehr selbständig konnte, auch kaum noch kommunizieren und nicht mehr wirklich „am Leben teilhaben“ konnte. Es zerriß mir das Herz, aber ich wußte auch gleichzeitig, dass es am Ende das Beste für sie war.

Ich habe aus jedem Schicksalsschlag etwas gelernt und fürs Leben mitgenommen. Jede Person, hat mir was fürs Leben mitgegeben – auf die eigene spezielle und besondere Art. Und jeder Verlust war so unglaublich schmerzhaft. Ist es heute definitiv auch noch. Aber da immer wieder was passierte, war es wichtig für andere zu funktionieren und nicht daran kaputt zu gehen. Denn das Leben geht immer wieder weiter. Die Erde bleibt nicht stehen, sie dreht sich weiter. Es ist wichtig, die geliebten Menschen nie zu vergessen, die Erinnerungen nie verblassen zu lassen, aber auch genau deswegen nach vorne zu schauen. Vor allem für die Menschen, mit denen das Leben geteilt wird und da sind!

Mir hätte in all diesen vergangenen Jahren ein Ventil geholfen. Um nicht einfach nur die Decke anzustarren oder durch Kneipen zu ziehen und zu trinken. Klar, das hat auch geholfen und ich hatte immer meine Freunde um mich herum und war gut abgelenkt und habe weitergelebt, aber ich habe diese Geschehnisse nicht (sofort) verarbeitet. Oft sogar nur überspielt.

Und wenn ihr euch Fotos von mir von vor 10 Jahren anschaut – naja seht selbst:

Vor 10 Jahren älter als heute auszusehen – großes Kunststück 🙂

Das hat Zeichen hinterlassen. Paar Kilos zu viel, blasse Haut und vor allem aufgedunsen. Dazu die Trägheit, die Müdigkeit, fehlende Energie, wechselhafte Launen, die Übersäuerung und den damit anderen verbundenen Wehwehchen! Ich bin richtig erschrocken, diese Bilder wieder zu sehen. Wie konnte ich dies über mich ergehen lassen und habe das so hingenommen? Wieso habe ich meinen Arsch nicht hochbekommen? Wieso hat mir niemand in den Arsch getreten?

Rückblickend wußte ich damals nicht was ich wollte, wo ich hinwollte in und mit meinem Leben. Hinzu kommt, dass ich in meinem Leben immer wieder mich mit toxischen Menschen zu lange aufgehalten habe und nichts dran geändert habe. Ja, ich habe es gemerkt, wer mir guttat und wer nicht, doch ich unternahm nichts. Lange nichts. Zum einen, weil es auch positive Momente mit diesen Menschen gab, aber ich auch immer wieder an eine Kehrtwende dachte. Aber ich habe einfach nichts gemacht. Vielleicht fehlte mir auch die Energie, der Auseinandersetzung? Aber genauso, habe ich Menschen, die mir guttaten, zu früh aufgegeben oder ziehen lassen. Klingt paradox, war es auch.

Blicken wir zurück zum Sport:

Ich war oft motiviert, laufen zu gehen. Motiviert diesen Sport zu betreiben. Aber der Ehrgeiz war zu niedrig. „Ich geh heute laufen, aber …“ – am Ende wieder nicht laufen gewesen. Ich hatte einfach keine Ziele. Mir selbst keine Ziele gesteckt. War orientierungslos. Und zu bequem. Eindeutig. Ich bekam den Hintern nicht hoch. Ich gebe es zu, manchmal ist der Start alleine zu Laufen auch schwierig. Wenn mich jemand angetrieben hätte, hätte ich es vielleicht früher geschafft. Und das klingt auch wieder nach einer Ausrede! Ich hätte es alleine hinbekommen sollen. Die theoretische Motivation war präsent, aber ich konnte sie nicht auf die Straße / Trails bringen.

Im Nachhinein stellt man sich immer an das eigene ICH viele Fragen. Wieso habe ich nicht früher begonnen? Wieso habe ich so viele Dinge nicht probiert? Wieso bin ich nicht einfach mal woanders hingefahren und war dort laufen? Wieso habe ich mir kein Wochenende für kleine Laufabenteuer gegönnt? Das Problem: das ist die Sicht von meinem jetzigen ICH – damals hatte ich andere Dinge im Kopf! Die Dinge die mich jetzt antreiben, haben mich damals nicht angetrieben. Sie kamen mir vielleicht auch nicht in den Sinn, aber andererseits war ich mit dem glücklich was und wie ich es damals gemacht habe! Und wir kennen es doch alle: wie oft würden wir gerne, in der Vergangenheit Dinge anders angehen? Vor allem mit dem Wissen und der Erfahrung die wir in der Gegenwart besitzen 🙂 Aber das rum hadern bringt auch nichts – manchmal ertappe ich mich noch mit der “Was wäre wenn Frage”, doch im gleichen Moment denk ich mir: “So what! Ändern läßt es sich nicht mehr, aber ich kann JETZT die Dinge so angehen wie ich möchte! Ich kann JETZT die Dinge machen, wie ich sie will! Und ich kann jetzt der Mensch sein, den ich zum aktuellen Zeitpunkt sein möchte!” In 10 Jahren blick ich wahrscheinlich wieder zurück und greife mir an den Kopf 🙂 Die wichtigste Lektion ist, dass wir aus Vergangenem lernen und im hier und jetzt glücklich und zufrieden sind! Aber diese Denkweise muß auch erst gelernt sein!

Als es dann letztendlich Klick gemacht hat und ich mich wirklich als Läufer fühlte, fand ich zu mir selbst. Das Laufen war kein Zwang mehr, keine Qual – sondern wenn ich Laufen gehen konnte, machte es mich glücklich. Ich war zufrieden. Ich war ausgeglichen. Und meine Laune stieg spürbar an. Ich hatte Zeit für mich. Das war Qualität. Kein Pflichten, keine Mails, keine Anrufe, keine Menschen die von mir in diesem Zeitraum etwas wollten. Sondern einfach Zeit für mich. Ich konnte abschalten. Nachdenken. Dinge sortieren. Dinge verarbeiten. Und das gab mir einen weiteren Energieboost. Jeder Lauf, ließ mich Themen verarbeiten. Und das ist auch einer der Gründe, weshalb ich mich nach dem Laufen so gut fühle. Aber natürlich auch, die körperliche Tätigkeit, die frische Luft und das Tageslicht 🙂 Das schüttet ebenfalls zusätzlich noch Glückshormone aus. 

Ich bin froh, dass ich in meinem Leben dann doch noch eine Möglichkeit gefunden habe, die mich erdet, mich ausgleicht und Dinge verarbeiten lässt! Als wenn ich diese Erfahrung nie hätte erleben dürfen und immer noch auf der Suche nach etwas sinnvollem für mich wäre 🙂 Und Laufen gehen, ist ein Privileg, was die meisten nicht zu schätzen wissen. Es gibt genug Menschen (habe es in meinem direkten Umfeld oft genug miterlebt) die dies nicht einfach machen können! Oder schauen wir uns andere Länder an … daher nutzt die Chance. Und es muß nicht immer Laufen sein: ob Spazieren gehen, wandern, walken, springen, tanzen, Yoga .. geht an die frische Luft und bewegt Euch! Tut – was Euch gut tut!

Ich bin mir sicher, solch ein Artikel wird wieder kritisch gesehen. Aber das ist nun mal passiert und wieso sollte ich meine Erfahrungen nicht teilen? Wen es nicht interessiert, muß es ja nicht lesen 😉

Und natürlich könnt ihr mich anschreiben & anquatschen, wenn ihr noch Fragen habt, oder einfach nur Reden wollt!

Euer Timo