Test: Saucony Tempus

Im Herbst kommt es nun auch mal vor, dass ich ab und an mal – auch wenn es mich gar nicht so sehr reizt – auf der Straße laufe. Für Grundlagenläufe ist es nicht die schlechteste Möglichkeit oder wenn es das Wetter einfach überhaupt nicht zulässt, hoch auf die Berge zu gehen und man nicht zufällig ein Laufband daheim herumstehen hat.

Letztendlich habe ich über all die Jahre meine Erfahrungen mit Straßenschuhen gemacht. Ich bin früher schließlich auch einige Halbmarathons und Marathons gelaufen. Und diese Herausforderungen habe ich immer mit einem Saucony Schuh angegangen und erfolgreich abgeschlossen. Nach vielen vielen Kilometer, bin ich bei schnellen Läufen immer am Kinvara hängengeblieben und nun? Steht ein Karton vor mir, in dem definitiv nicht der aktuelle Kinvara drin ist, sondern der brandneue Saucony TEMPUS. Ein Laufschuh im Sortiment des amerikanischen Herstellers, den es bis dato noch nicht gab.

Saucony sagt zu diesem Schuh „Der Schuh kombiniert die unglaubliche Superschaum-Federung, die dir gefehlt hat, mit dem adaptiven Führungssystem, das du brauchst – damit du dein Bestes geben kannst.“ Sprich, ein gut gefederter Stabilschuh, der enorm leicht ist. Im Prinzip ist dies eine optimierte Mischung aus meinem bisherigen Stabilschuh, dem Saucony Guide und dem leichten Wettkampfschuh, dem Kinvara (Anm.: das neueste Modell ist um gerade mal 60g leichter) . Interessante Mischung. Das macht mich so neugierig, dass ich gleich damit eine Runde drehen muss. Denn die Frage die sich hier stellt, kann diese Kombination funktionieren?

Das sagt der Hersteller (Quelle: https://www.saucony.com/DE/de_DE/tempus/):

  • Der durchgängige Kern aus ultraleichter PWRRUN PB Dämpfung sorgt für unglaubliche Federung und Energierückgewinnung.
  • Der konturierte PWRRUN Rahmen beginnt oberhalb der Zwischensohle, um deinen Fuß beim Aufsetzen zu stützen, und seine gekrümmte Form sowie der Bodenkontakt mit dem Vorderfuß garantieren ein schwungvolles Abstoßen.
  • Die stärker konturierte Zwischensohle lässt dich tiefer in das Fußbett einsinken und gewährleistet, dass sich der Schuh für ein unglaublich weiches und stützendes Tragegefühl von oben bis unten an deinen Fuß anschmiegt.
  • Dank ihrer unverkennbaren Geometrie bildet die Zwischensohle eine unterstützende Basis und bietet ein superweiches Laufgefühl von der Ferse bis zu den Zehen.
  • Die anpassbare Schnürung und der leichte Mittelfußsattel ermöglichen eine perfekte Passform.
  • Obermaterial: Leichtes, atmungsaktives Mesh.
  • Das FORMFIT Design berücksichtigt jeden Kontaktpunkt mit deinem Fuß und bietet weit mehr als eine Schnürung, um eine individuelle Passform und ein rundum hervorragendes Tragegefühl zu gewährleisten.
  • Robuste XT-900 Laufsohle.
  • Geringerer ökologischer Fußabdruck: In diesem Style wurden recycelte Obermaterialien verarbeitet.
  • Kategorie: Strukturierte Dämpfung
  • Sprengung: 8 mm (36,5 mm Ferse / 28,5 mm Zehenpartie)
  • Gewicht: Herren (252 g) -> 287g bei meiner Größe EU46

Anmerkung: Die Schuhe wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Der Schuh sitzt gut und der Fuß hat ausreichend Platz. Man merkt sofort, wie leicht er am Fuß sitzt, kombiniert mit dem luftigen Obermaterial, aber trotzdem diese massige Dämpfung von unten. Ich lege direkt los und es macht direkt Spaß. Nichts drückt und zwickt, sondern ich gleite förmlich über meine altbekannten Heimstrecken. Der Schuh pusht einen nach vorne. Da es an diesem Tag sehr warm und trocken ist, machte ich einen spontanen Ausflug auf leichte Trails. Und auch hier fliege ich über die Wurzeln und fühle mich absolut sicher in diesem Schuh. Im hohen Tempo. Hätte er eine passende Trailsohle drunter, wäre das ein toller Trailwettkampfschuh 😉

Letztendlich entschied ich mich am Tegernseelauf für diesen Schuh, anstatt für den Kinvara. Es regnete in Strömen und ich wollte einfach nur diese Runde um den See beenden. Die ersten 5km waren schon sehr flott und ich fühlte mich gut und hielt das Tempo – mit dem Tempus – bis zum Schluss durch. Am Ende lief ich den Halbmarathon mit seinen knapp über 160 Höhenmeter (inkl. zweitweisem Gegenwind) – in 1:29h. Neue persönliche Bestzeit, die an diesem Tag aufgrund meiner Fitness nicht auf dem Programm stand. Ich hatte bei jeglichem nassen Untergrund (Straße, Holzbrücken, Kieselwege) immer sicheren Halt und der Schuh pushte mich nach vorne.

Was bleibt noch zu sagen? Schaut euch den Schuh mal an und überzeugt euch selber.

Fazit: Da hat Saucony einen rausgehauen. Ich bin bereits jahrelanger Fan vom Guide und dem Kinvara und nun kommt der perfekte Mix im Tempus heraus. Ob für gemütliche Trainingsläufe oder Intervalleinheiten oder schnelle Wettkämpfe in allen Bereichen (5km bis Marathon) – der Tempus ist ein treuer Begleiter. Wer einen gut gedämpften Stabilschuh benötigt und ihn parallel als Wettkampfschuh nutzen will, ist hier genau richtig! Das ist die perfekte Wahl für alle.

Die einzige Frage – wie lange kann man diesen Schuh genießen? Das werde ich erst nächstes Jahr beantworten können, wenn ich ordentlich Kilometer draufhabe, was er alles und wie lange mitmacht 😉

Test: beat buddy BUDZ

Erneut Kopfhörer aus dem Hause beat buddy – und zwar die In-Ear BUDZ (Link zum Artikel -> https://beat-buddy.de/produkt/budz/).

Wer meinen anderen Artikel nicht gelesen hat, hier kurz ein paar Informationen zur Marke:

Ich selbst habe beat buddy erst 2020/2021 richtig kennengelernt. Für den City Night Run Aschaffenburg habe ich Bluetooth Rucksäcke mit integrierten Lautsprechern getragen und so richtig für die musikalische Untermalung und Stimmung während des Laufes gesorgt 😊 Da wird man natürlich neugierig. Welche Marke macht coole Music-Backpacks? So habe ich mich auf der Seite umgeschaut und festgestellt, dass es noch weitere interessante Produkte gibt. Gegründet vor einigen Jahren in Hamburg mit der Mission – die besten Eigenschaften in einem Produkt anzubieten: „Hohe Lautstärke, lange Akkulaufzeit, geringes Gewicht und einfache Bedienung.“

Anmerkung: Die Kopfhörer wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Nun wieder In-Ear. Hier habe ich einiges an Erfahrung. Ich hatte einige No-Names in der Vergangenheit, die überhaupt nichts taugten. Dann kam ich zu den JBL Reflect Flow und war erst begeistert, aber wurde mit technischen Mängeln (Akkuanzeige passte nicht, das Aufladen funktionierte nie, bzw. Aufladebox war defekt und die Kopfhörer mussten eingeschickt werden). Hmpf. Ende des Jahres 2021 habe ich mir dann die Apple AirPods Pro zugelegt. Vom Sound kann keiner meiner bisherigen Kopfhörer mithalten – jedoch der Halt – nun ja 😊 Beim Trailrunning müssen Kopfhörer sicher in den Ohren stecken. Und genau das – tun sie eben nicht. Natürlich gibt es spezielle Ohrhalterbügel zu kaufen. Aber wieso brauch ich so etwas on top noch – vor allem in dieser Preisklasse?

Kommen wir zurück zu den Testkopfhörer.

Zuerst die offiziellen Angaben von beat buddy

“Die Bluetooth Headphones BUDZ sind Dein kompakter Begleiter, wenn Du Deinen Sound ganz einfach überall mit hinnehmen willst.

Der glasklare Klang und die kraftvollen Bässe sind ein absoluter Hörgenuss.

Die Headphones liefern Dir bis zu 4 Std. Musikvergnügen mit der stabilsten Bluetooth 5.0+EDR Technologie. Das mitgelieferte Lade-Case bietet Dir nicht nur effektiven Schutz, sondern auch vier weitere volle Akkuladungen für die BUDZ.

Mit der integrierten Freisprechfunktion verpasst Du nie wieder einen Anruf.

Die Bedienung der Headphones läuft über modernste Touch-Funktion. Feel it.“

Technische Fakten:

  • Maße: (HxBxL) in cm: 6,5×3,5×3
  • Gewicht: 0,046 kg
  • Material: ABS-Kunststoff
  • Akku: Lithium-Polymer 2x35mAh + 500mAh
  • Konnektivität: Bluetooth 5.0+EDR
  • USB-C Ladeanschluss
  • Freisprecheinrichtung
  • Laufzeit: Bis zu 20 Std

Als Läufer müssen Kopfhörer einfach bequem sitzen, bestenfalls merkt man gar nicht das hier etwas mitgetragen wird. Dazu eine gute Akkulaufzeit und ein Schutz gegen die wichtigsten Witterungs-bedingungen.

Meine bisherige Erfahrung mit den BUDZ:

Sowohl meine Frau Julia, als auch ich haben die BUDZ nun bei mehreren Läufen getragen, oder auch einfach mal auf der Couch genutzt.

Positiv fällt direkt die Ladebox auf. Es wird der exakte Ladezustand der jeweiligen Kopfhörer angezeigt. Sehr wichtige Information, bevor man zum Lauf startet 😉

Die Kopfhörer machen einen wertigen Eindruck und sofort sticht die Beleuchtung auf. L (Links) leuchtet rot und R (Rechts) blau oder doch umgedreht? 😉 Was wirklich hilfreich wäre, an den Kopfhörer noch an irgendeiner Stelle die Buchstaben L/R anzubringen, um nicht beim Verstauen in der Ladebox herumfummeln muss, bis sie reinpassen. Oder, falls sie dort nicht aufbewahrt wurden, in welches Ohr sie denn müssen.

Die BUDZ sitzen gut im Ohr und der Halt ist fürs Laufen völlig ausreichend. Wir hatten zumindest nie das Gefühl sie zu verlieren. Anders die AirPods – hier hatte ich öfters das Gefühl: sind beide noch da?

Sound – nicht vergleichbar mit den AirPods, müssen sie aber auch nicht. Die Bluetooth Verbindung geht schnell und reibungslos und der Sound ist klar und gut. Kein HiFi-Spektakel, aber auch nicht schlecht. Keine Kratzen, Knacksen oder Abbrüche – ein sauberer Klang: für Läufe, in der Bahn oder beim Abhängen perfekt und ausreichend.

Die Bedienung muss ein wenig einstudiert werden. Sie ist nicht sofort geläufig und so verdrückt man sich gerne auch mal 😊 Aber alles eine Frage der Erfahrung – das spielt sich nach 4-5 Läufen schnell ein.

Verbindung mit dem Mobiltelefon. Ich hatte unter iOS nie Probleme. Schnelle stabile Verbindung der Bluetooth Verbindung, jedoch gibt es kleine Abbrüche / Hänger mit Android Telefonen. Vermehrt wohl mit der aktuelleren Version, ist jedoch sicherlich nur ein temporäres technisches Problem.

Fazit

Rundherum ist beat buddy hier ein gutes Produkt gelungen. Sie wissen zu Gefallen, haben ein tolles Design, einen guten Sound, sind leicht und funktionieren. Sie tun was sie sollen und das zu einem guten Preis.

Wer noch auf der Suche nach guten Kopfhörern ist, sollte sich die BUDZ definitiv näher anschauen.

Test: HOKA ONE ONE TORRENT 2

HOKA One One – das Unternehmen das einen fulminanten Aufstieg in den letzten Jahre hatte. Am Anfang noch geliebt oder gehasst, aufgrund der riesig wirkenden Sohlen. Teils müde belächelt. Doch inzwischen erfreut es sich einer immer größeren Beliebtheit und dies nicht nur auf den Trails. Einer der beliebtesten Schuhe ist die Speedgoat Reihe. Unter anderem hat die Marke ihre wachsende Bekanntheit durch den Topathleten Jim Walmsley gewonnen. Und die Vielfalt der Schuhauswahl wird immer größer. Und ein Schuh davon, ist der hier vorgestellte Torrent 2.

Anmerkung: Die Schuhe wurden von mir im Fachgeschäft gekauft.

Erste Eindruck:

Die Schuhe strahlen mich mit einem leuchtenden Orange an. Das gefällt bereits auf dem ersten Blick. Und sie fühlen sich sehr leicht an. Ich bin auf den ersten Praxistest im Wald gespannt.

Kommen wir zu den Key Facts des Herstellers (Quelle: https://www.hokaoneone.eu/de/de/herren-gelaende/torrent-2/1110496.html):

„Der Torrent 2 ist ein wendiger Schuh für Trailwettkämpfe und besitzt eine geradlinige Silhouette mit einer beinahe widersprüchlichen Kombination aus Dämpfung und Agilität. Die PROFLY™ Zwischensohle macht diese leichte Performance möglich: Sie federt die Landung sanft ab und sorgt für ein reaktionsschnelles Abdrücken des Fußes. Die spezielle Mesh-Konstruktion des Torrent 2 besteht aus recyceltem Repreve-Garn von UNIFI, das aus aufbereitetem Plastik hergestellt wird. Neu ausgerichtete, multidirektionale Stollen sorgen für bessere Griffigkeit und die Außensohle aus Gummi haftet optimal auf jeder Oberfläche.“

  • Nutzung: Trail
  • Gewicht: 264g
  • Sprengung: 5mm
  • Spezielles Mesh aus recycelten Polyesterfasern
  • Verstärkte Overlays schützen auf dem Trail vor Geröll
  • PROFLY™ Zwischensohle für eine gedämpfte Landung und mehr Vorantrieb beim Abdruck
  • Neue multidirektionale Stollen für optimalen Grip auf unebenem Gelände
  • Gut haftende Gummi-Außensohle mit Marmorierung

Es ist an der Zeit. Ab in den Schuh. Und raus auf die Trails.

Ich bin ehrlich. Sobald ich in einen Schuh schlüpfe und er sich im ersten Moment gut anfühlt, bin ich trotzdem ein wenig skeptisch. Früher dachte ich – top! – los geht’s und dann kam nach 20, 30 oder sogar 200km die große Ernüchterung. Ich hatte den Schuh drei Wochen im Büro liegen und immer wieder anprobiert. Behalte ich ihn, oder nicht. Doch ich entschied mich am Ende tatsächlich, den Schuh zu behalten. Und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe, werde ich nun Euch endlich mitteilen 😉

Wie man es von HOKA OneOne gewohnt ist, sitzt der Schuh gut am Fuß und fühlt sich sehr komfortabel an. Das Obermaterial ist ein angenehmes weiches Mesh (top: besteht recycelten Polyesterfasern). Ich muss nicht erwähnen, dass das Obermaterial weder wasserabweisend noch wasserdicht ist – hier geht alles direkt durch. Und bei meiner tollen Farbwahl, verewigen sich die Matschflecken direkt noch während des Laufs – aber das macht doch auch Trailschuhe aus! Ein Trailschuh soll und darf nicht wie „geleckt“ aussehen 😉

Nimmt man den Schuh aus dem Karton, merkt man sofort wie leicht er ist. Bei meiner Größe (EU46) habe ich gerade ein Gewicht von 286g pro Schuh (zum Vergleich: Saucony Switchback ISO 328g, ON Cloudventure Peak 288g und die Adidas Speed Ultra mit 298g) in der Hand. Und wer hätte das gedacht, dass der HOKA im Vergleich der „Leichteste“ ist.

Bei diesem Schuh haben wir eine Sprengung von 5mm und einen schlankeren, flacheren Aufbau im Gegensatz zu einem Speedgoat.

Aufgebaut ist er mit einer Zwischensohle aus dem leichten PROFLY Material. Dazu eine griffige Sohle, jedoch hat HOKA hier auf die VIBRAM Mischung wie z.B. beim Speedgoat verzichtet. Nichtsdestotrotz lässt sich ohne Probleme mit dem Schuh von der Haustür, über den Asphalt in den Wald laufen. Dies war sogar richtig angenehm. Die Sohle ist dynamischer, als bspw. bei einem Speedgoat, dadurch jedoch auch nicht so gut geschützt. Bedeutet, man ist viel agiler unterwegs, aber wie ich finde auch mit ausreichendem Schutz vor spitzen Steinen. Habe da nie unangenehmen Druck von unten gespürt.

Schnürung – auch hier eine klassische Schnürung. Sie ist ausreichend, ermöglicht einen guten sicheren Halt, jedoch auch hier wurde gespart um die Schnürsenkel unterzubringen. Eine kleine Lasche und Problem wäre gelöst. Aber natürlich musste ich auch hier das Haar in der Suppe finden 😊

HOKA will mit dem Torrent 2 einen leichten Trailwettkampfschuh auf den Markt bringen. Und das haben sie definitiv.

Für wen ist der Schuh? Natürlich für alle Trailbegeisterte & (nicht nur) HOKA Fans, die in ihrem Repertoire noch einen leichten Wettkampfschuh suchen. Aber eigentlich auch für Traileinsteiger oder die sich langsam mit HOKAs auseinandersetzen wollen. Sicherlich bis zu einem Bergmarathon absolut bequem und für Geübtere auch für die kurzen Ultras ein toller Schuh.

Und es steht wohl ein noch leichterer, agiler Trailschuh von HOKA in den Startlöchern. Ich bin auf den ZINAL gespannt!

Mein persönliches Fazit:

Ich trage den Schuh nun seit ca. zwei Monaten. Hatte ihn bei heißen Temperaturen und knapp 30km durch den Spessart an den Füßen, im Allgäu / Kleinwalsertal auf technisch anspruchsvollen Strecken (trocken & nass) an, als auch bei schnellen Tempoeinheiten. Und sogar als Wanderschuh mussten sie herhalten.

So viel kann ich sagen: er hat mich nie im Stich gelassen. Auf den Schuh ist Verlass. Ich habe ihn auch bewusst auf nassen Steinen getestet, auf nassen Brücken an der Klamm entlang und und und. Auch wenn keine Vibram Sohle an den Füßen ist, hat man definitiv einen guten sicheren Halt.

Der Schuh ist leicht, bequem und kann (wenn er will) schnell sein. Ich werde ihn definitiv neben dem Training bis zu einem Bergmarathon Wettkampf einsetzen.

Wie sich der Schuh bei 2-3h Dauerregen anfühlt, oder Hochalpin habe ich nicht getestet, aber da wäre er auch nicht meine erste Wahl. Ich denke, er ist der perfekte Sommertrailschuh für ausgiebige Trainingseinheiten und Wettkämpfen.

Test: BLACKROLL Recovery Blanket ULTRALITE

“Training starts in your sleep”

Erholung und Regeneration sind wichtige Bausteine für den Erfolg im Sport. Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich zu erholen: kein Sport machen oder aktiv durch Massage, Sauna, Massage durch Faszienrollen oder wie bereits in einem vorangegangen Testbericht: mit einer Massage-Pistole.

Einer der wichtigsten natürlichen Regenerationsmethoden ist der gesunde Schlaf! Hier gibt es viele wissenschaftliche Berichte und Artikel, daher gehe ich hier nicht ins Detail drauf ein. Aber wer viel aktiv ist, aber den Schlaf vernachlässigt, wird seine Leistungskurve recht schnell sinken sehen.

Nicht umsonst, sind Matratzen einer der wichtigsten Elemente, wenn es um einen guten Schlaf geht. Immerhin verbringen wir mehrere Stunden pro Tag auf der Matratze. Aber auch das Kissen, als auch eine passende Decke sind wichtige Bestandteile. Seit über einem halben Jahr habe ich bereits das BLACKROLL Recovery Pillow im Einsatz. Leicht, kompakt – bequem. Ich habe es mir zuallererst aus der Motivation herausgekauft, als unsere Tochter zur Welt kam und ich öfters auf die Couch ausweichen musste. Inzwischen schlaf ich wieder im Bett, aber das Kissen kam mit 😊 Es ist mein täglicher Begleiter.

Nun gibt es ein neues Produkt von Blackroll. Anstatt einer aktiven Regeneration durch deren Faszienprodukte gibt es auch für die passive Regeneration Produkte. Vom Kissen habe ich Euch gerade erzählt. Seit einiger Zeit gab es auch die RECOVERY BLANKET – eine 4-Jahreszeitenbettdecke für ein optimales Schlafklima. Doch heute, am 10. Mai 2021, kommt ein neues Produkt auf den Markt: die RECOVERY BLANKET ULTRALITE – eine Entspannungsdecke für eine schnellere Regeneration.

Anmerkung: Die RECOVERY BLANKET ULTRALITE wurde mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Schauen wir uns zu Beginn die Fakten des Herstellers an:

  • Maximale Erholung dank der innovativen Celliant® Technologie.
  • 100% vegan und hypoallergen, für Allergiker geeignet.
  • Du kannst die Bettdecke auch ohne zusätzlichen Bezug nutzen. Das Außenmaterial besteht aus Baumwolle und bietet dir ein angenehmes Gefühl auf der Haut. Die Decke passt sich ideal an deine Körperform an.
  • Bis zu 60°C in der Waschmaschine waschbar und trocknergeeignet.
  • Dank des mitgelieferten Travel Bags kannst du die Bettdecke einfach verstauen und auch mit auf Reisen nehmen.
  • Und: Sie wird in Deutschland produziert.

Klingt sehr spannend, nicht wahr? Doch was ist nun diese Celliant® Technologie – die eine schnellere Erholung verspricht?

Wenn wir schlafen, strahlt unser Körper Energie in Form von Wärme ab. Die Celliant®-Fasern in deiner Entspannungsdecke nehmen Energie auf und wandeln diese in Infrarot-Strahlung um. Dieser Prozess funktioniert dank den thermisch reagierenden Mineralien, die in die Faser eingearbeitet sind.

Die Infrarot-Strahlung wird dann deinem Körper wiederum reflektiert. Dadurch hast du eine verbesserte Blutzirkulation. Diese reguliert deine Körpertemperatur optimal. Der Infrarot-Effekt verbessert die lokale Sauerstoffversorgung in den Zellen. Die Folge: Ein erholsamer Schlaf und eine schnellere Regeneration.

Wie sieht mein Schlaf aus? Generell gehe behaupte ich, knapp acht Stunden im Schnitt bekomme ich schon hin. Aber nicht am Stück. Das liegt seit einigen Monaten an meiner Tochter. Seit ihrer Geburt im Juni 2020 hält sie uns Tag & Nacht auf Trab. Ich muss sagen, sie hat einen guten Schlaf, aber 1-2x in der Nacht weckt sie uns dann doch mal sanft. Daher kleine Schlafpausen. Die restliche Schlafzeit muss optimiert werden 😊 Die meisten Decken werden mir auch schnell viel zu warm, oder sind zu schwer oder einfach viel zu groß. Die Decken meiner Tochter wiederum zu klein 🙂 Aber sie nutzt sie noch gar nicht. Könnte natürlich auch in solch einen Strampelschlafsack wechseln, aber sicherlich auch nicht so praktikabel.

Seit nun sechs Wochen habe ich die ULTRALITE im Einsatz. Sie ist sehr dünn und federleicht und das klassische Maß einer „Single-Bettdecke“ von 135×200. Vor der ersten Nutzung habe ich sie direkt in die Waschmaschine und den Trockner geschmissen und die erste Nacht konnte kommen.

Die ersten Fakten: mir wurde zu keiner Zeit zu warm. Ich habe nicht geschwitzt und wie ihr wisst, gab es im März einige Nächte, die richtig richtig kalt waren. Und mir wurde auch nie zu kalt. Den Temperaturcheck direkt bestanden. Nach sechs Wochen kann ich es auch immer noch bestätigen. Die Temperaturen steigen stetig, aber zu keiner Zeit ist mir kalt, geschweige zu warm.

Anmerkung: Wird es euch doch einmal zu kalt, dann könnt ihr mit den mitgelieferten Druckknöpfen die Decke mit der BLACKROLL RECOVERY BLANKET 4-Jahreszeitenbettdecke kombinieren!

Aus dem täglichen Gebrauch kann ich sagen: die Decke ist leicht, sie ist angenehm und ich schlafe gut darunter. Da ein guter Schlaf auch die Regeneration fördert kann ich dies durchaus bestätigen.

Ob ich ein paar Prozent schneller wieder erholt bin nach einem langen Lauf – müsste wissenschaftlich betrachtet werden 😊

Auf alle Fälle habe ich nach dem 40km Geburtstagslauf und die Woche drauf – beim Wings for Life am 09.05.2021 und knapp 30 Grad (mit enorm schweren Beinen), am jeweils darauffolgenden Tag wieder frischere Beine als sonst. Ein gutes Zeichen, oder? 🙂

Ich mag diese Decke. Sie ist mein täglicher Begleiter und in Kombination mit dem Recovery Pillow sind meine Nächte erholsam.

Test: Flow Mini – Massagepistole

Vor zwei Jahren waren diese kleinen Geräte bereits in Fitnessstudios und Physiotherapie Praxen bekannt. Und irgendwann entwickelte sich hier – bis heute – ein großer Markt! Dann gab es eben nicht mehr nur diese zwei drei Hersteller, sondern der Markt wurde mit Marken überschwemmt. Und wie sollte hier der Überblick gehalten werden? Bzw. sind solche Teile für uns Hobbyläufer/-sportler überhaupt eine sinnvolle Anschaffung?

Schauen wir uns direkt die Herstellerangaben zu dem mir vorliegenden Flow Mini an:

  • 3 Leistungsstufen mit bis zu 3.200 Schläge / Min. + Flow Modus
    • Level 1 (Relax)                  1.800 Schläge / Min.
    • Level 2 (Refresh)            2.400 Schläge / Min.
    • Level 3 (Recharge)         3.200 Schläge / Min.
    • Flow Modus                      L1-L3 im Wechsel
  • Ultra Leise mit unter 40 dB
  • Nur 800 Gramm – perfekt für Unterwegs
  • Akkulaufzeit: bis zu 3h im Dauerbetrieb
  • Ladezeit: unter 3h
  • Höchste Produktqualität durch komplett eigene Fabrikation
  • Kann die Beweglichkeit, Regeneration und Durchblutung verbessern
  • Kann Verspannungen beseitigen, Verletzungen vorbeugen und die Regenerationszeit nach Sportverletzungen verkürzen
  • Lieferumfang:
    • Flow Mini
    • Aufbewahrungsbeutel
    • Medium
    • Bullet
    • Hammer
    • Fork

Klingt auf den ersten Blick sehr vielversprechend 😊

Anmerkung: Der Flow Mini wurde mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Inzwischen, wie oben erwähnt, kommt man um die Nummer kaum noch herum. Laufzeitschriften und Podcasts berichten davon und Bekannte Läufer*innen werben damit und nutzen diese Geräte (zumindest gem. ihrem Insta Profil). Und wird es in einer Suchmaschine angegeben, bekommt man eine bunte Vielfalt. Ich weiß noch vor zwei Jahren, als ich beim Training im FT-Club solch ein Gerät am Eingang gesehen habe und testen durfte. Ich fand es großartig. Aber ist es wirklich (im Privatbereich) notwendig? Und als ich den Preis sah, dachte ich mir sofort: ähm NEIN!

Inzwischen gibt es Geräte in allen Preiskategorien! Doch was taugen diese letztendlich?

Ich kann nur das subjektive Empfinden in diesen Test einfließen lassen. Ich hatte an meinen Beinen drei unter-schiedliche Geräte in der Vergangenheit und zudem weiß wie mich meine Masseurin, sowie mein Physiotherapeut bereits mit ihren Händen gequält haben. Oder in der privaten manuellen Therapie: die Faszienrolle. Wobei diese nicht für einzelne Triggerpunkte ausgerichtet sind.  Hierzu sind Trigger Tools oder die kleinen Faszienbälle notwendig. Aber natürlich trotzdem ein Unterschied, als wenn bis zu 3.200 Schläge pro Minute auf die Muskulatur einwirken. 😊 Jedoch, auch das muss gesagt sein, kann mit der großen Faszienrolle ein ganzer Muskelstrang gleichmäßiger massiert werden. Was eben eine Massagepistole so nicht kann.

Mein Fazit hierzu: umso mehr Abwechslung umso besser. Ich bin kein Verfechter, nur ein Tool einzusetzen, sondern die Muskulatur durch verschiedene Möglichkeiten zu lockern & zu regenerieren. Jedes hat seine Daseinsberechtigung und wieso nicht einfach das Beste aus allen Welten vereinen?

Kommen wir auf den Flow Mini zurück:

Verpackung:

Die Verpackung macht bereits einen tollen Eindruck. Beim Auspacken des Gerätes ist ein Augenmerk auf die gute Verarbeitung und den wertigen Eindruck zu legen. Man hat nicht das Gefühl, das Teil fällt nach wenigen Einsätzen direkt auseinander.

Mitgeliefert wird ein Samtbeutel, in dem neben der Gun auch die vier Aufsätze, und natürlich das Ladegerät ihren Platz finden. Perfekt, um sie unterwegs in den Rucksack oder Koffer mit einzupacken. Solche Gerätschaften sind bei großen Abenteuern und Wettkämpfen von Vorteil. Da möchte man nicht einen Koffer mit zig Kilos mitschleppen, sondern kann sie gerade zwischen seinem Gepäck platzieren und schon hat man seinen „persönlichen Masseur“ zur Regeneration auf Abruf bereit.

Bedienung:

Die Bedienelemente, oder besser gesagt das Bedienelement befindet sich auf der Rückseite. Es gibt einen Knopf mit dem das Gerät an-/ausgeschaltet und zwischen den Modi gewechselt werden kann. Die Modi werden oberhalb angezeigt. Um es Auszuschalten, entweder alle Modi durchklicken oder einfach den Knopf lang gedrückt halten! Direkt darunter befinden sich die LEDs für die Akkulaufzeit. Es gibt insgesamt sechs LEDs – vier Grüne, einen Gelben und einen Roten – und spätestens wenn das aufleuchtet sollte es wieder an die Steckdose.

Anwendung & Einsatz:

Ich habe das Gerät nun seit drei Wochen im Dauereinsatz. Jeden Abend auf der Couch habe ich eine kleine Session von ca. 5 min eingelegt. Ich habe hauptsächlich meine beiden Beine, inkl. den Füßen bearbeitet. Oberschenkel, Waden, Fußunterseite … alles was durch das Laufen enorm in Anspruch genommen wurde. Direkt nach dem Training spürt man an den betroffenen Stellen natürlich etwas mehr 😉 Auf jeden Fall ein sehr angenehmes wohlwollendes Gefühl 😊 Einzelne Punkte der Muskulatur, die etwas härter sind – können länger behandelt werden. Mit einer höheren Stufe. Je nach eigenem Befinden.

Als Empfehlung gibt der Hersteller folgendes vor:

Die optimale Behandlungszeit ändert sich signifikant je nach Frequenz/Massagestufe. Für Entspannung der Muskulatur und regenerative Maßnahmen auf Stufe 1 & 2 sollte die Behandlungszeit zwischen 60 und 120 Sekunden pro Muskelpartie betragen. Für die Aktivierung der Muskulatur auf Stufe 2 & 3 ist eine Behandlungszeit von 15-20 Sekunden pro Muskelpartie anzusetzen.

Aktive vs. passiven Anwendung:

Die Flow Massagepistole kann auf zwei verschiedene Wege angewendet werden: aktiv und passiv. In der passiven Anwendung fährt man mit dem Gerät über die Muskulatur und kann mit dem Druck, der auf die Muskulatur ausgeübt wird, die Intensität steuern.

Bei der aktiven Anwendung fährt man ebenfalls mit dem Gerät über den zu behandelnden Bereich, bewegt aber zusätzlich aktiv die Muskulatur (Streck-/Beugebewegungen).

Schauen wir uns die Massagestufen im Detail an:

Wie bereits oben erwähnt, gibt es die vier Stufen:

Stufe 1 – Entspannung und Erholung der Muskulatur. Vor allem für den Nachgang von sportlicher Betätigung. Eindeutig die Stufe, die ich am häufigsten einsetze 😊

Stufe 2 – Entspannung als auch zur Aktivierung der Muskulatur vor Training oder Wettkampf verwendet werden. Im Entspannungsbereich ist diese Stufe vor allem für die Behandlung von intensiven und hartnäckigen Triggerpunkten (punktuellen Verspannungen) geeignet.

Stufe 3 – Aktivierung der Muskulatur bzw. für das Warm-Up vor Training oder Wettkampf zu verwenden.

Flow Mode™ – Stufe 1–3 im Wechsel. Dieser Modus spielt die komplette Frequenzreichweite in Wellenform durch und fördert die Muskelentspannung. Einzusetzen ist er vor allem bei großen Muskelgruppen wie Oberschenkel oder Rücken.

Und einen Blick auf die Massageköpfe:

Flow Head™ Medium

Das Universalwerkzeug – vor allem für den Einsatz um Knochen und andere empfindliche Bereiche herum gedacht. Die mittelgroße Trefferfläche macht ihn sowohl für punktuelle Massage als auch für die Behandlung von größeren Muskelgruppen geeignet.

Flow Head™ Hammer

Dieser Kopf ist für großflächige Behandlung und große Muskelgruppen wie Oberschenkel oder Rückenmuskulatur konzipiert.

Flow Head™ Fork

Für die Behandlung von Muskulatur um Sehnen und Bänder herum, als auch für die Therapie rund um die Wirbelsäule und der Schulter optimal geeignet ist.

Flow Head™ Bullet

Besonders gut geeignet, punktuelle Verhärtungen und Triggerpunkte zu bearbeiten und zu beseitigen.

Nutzen:

Also Hobbyläufer und Nicht-medizinischer Fachmann (weder Arzt noch Physio) kann ich hier nur meine Meinung kundtun: solche Geräte helfen zur Regeneration und Aktivierung der Muskulatur. Ich habe mich direkt am Abend, aber auch am nächsten Tag viel frischer gefühlt als vorher nach langen Laufeinheiten. Zudem habe ich durch das intensivere Training in diesem Monat wohl auch ein Schienbeinkantensyndrom rechts hereingelaufen. Ich habe viel Salbe genutzt und an den Ruhetagen mich geschont, aber diese Bereiche auch mit dem Gerät bearbeitet und musste dadurch mein Training nicht pausieren oder kürzen. Ich habe das Gerät bereits in mein Herz und meine täglichen Routine eingeschlossen 😉

Mein Fazit:

Top. Leicht zu bedienen und im Gegensatz zu mir bekannten Konkurrenzprodukten ist die Bedienung einfach. Es gibt andere Geräte, da hat man bis zu 30 (!!) Stufen. Aber ob ich dann Stufe 13 oder 15 nehme … hmmm. Benötigt man diese alle? Hier bei der Flow Mini ist es elegant mit den vier Stufen gelöst – jede hat ihr spezielles Einsatzgebiet. Ich schaue einfach, was ich aktuell brauche und nutze genau diese Stufe ohne weitere Einstellungen. Top.

Vom Gewicht, Handling, Verarbeitung und Akkulaufzeit bin ich absolut zufrieden. Bisher habe ich sie genau einmal geladen, wie bereits erwähnt täglich wenige Minuten im Einsatz und habe immer noch genügend Saft im Akku.

Ein absolut empfehlenswertes, kompaktes Gerät. Passt in jede Tasche, kann überall mit, oder einfach für die abendliche Regeneration auf der Couch.

Der Preis ist mehr als fair, aber wer trotzdem noch sparen möchte, hier als kleines Schmankerl noch – ein Rabattcode: TIGO10

Einzig allein der mitgelieferte Samtbeutel. Sieht am Anfang gut aus, aber fängt auch gut den Staub ein. Daher ist er ständig zu entfusseln. 😊

Die etwas tiefgründigere Story, weshalb ich laufe … und was dies mit meinem Leben gemacht hat

Unter https://tigo-running.de/ueber-mich/ habe ich bereits beschrieben, wie ich überhaupt zum Laufen kam! Aber nicht nur der erste Schritt zum Läufer war wichtig, sondern was motiviert mich weiterhin zu Laufen? Wieso tut mir Laufen gut? Was bedeutet das Laufen für mich? Wie bleib ich dran?

Ich war schon immer eine zurückhaltende, eher introvertierte Person. Wieso ich damit anfange? Weil es grundlegend für mein Wesen ist und dem was mir letztendlich das Laufen bedeutet. Ich habe in meinem Leben schon viele Dinge erleben müssen, darunter leider auch einige Schicksalsschläge.

Früher (in meinem Teenie Alter) – als ich das noch nicht so fassen konnte – hinterfragte ich nicht alles. Ich war Leistungssportler (Schwimmen), war für mein Alter sehr fit und war mehrmals pro Woche trainieren. Ansonsten ist man üblicherweise mit der Schule beschäftigt oder mit seinen sonstigen Hobbies – vermutlich damals Computerspiele 🙂 Als ich 9 Jahre alt war, erwartete ich nicht nur die Geburt meiner kleinen Schwester, sondern verlor auch meinen Onkel. Doch ich konnte dies – wie gesagt – noch nicht greifen. Was das für Auswirkungen hat. Was das für meine Mitmenschen (vor allem) meinem Vater, der seinen Bruder verlor, bedeutete. Ich meinte nur zu meinem Vater: (wortwörtlich) “einer geht (Onkel), dafür kommt ein neuer Mensch (Geburt Schwester) nach. Gleichgewicht hergestellt.” Ich meinte das nicht böse, aber natürlich war diese Aussage für meinen Vater nicht hilfreich. Eher im Gegenteil.

Doch ich konnte manche Dinge nicht nur nicht fassen, sondern verlor irgendwann auch noch die Motivation am Sport. Ich weiß nicht warum. Aber sie war nicht mehr da. Ich probierte kurzzeitig andere Sportarten. Natürlich die, die auch mein großer Bruder machte, wie z.B. Handball. Aber das war einfach nichts für mich. Also machte ich nichts. Träumte vor mich hin, beschäftigte mich mit Computern oder dem guten alten Game Boy und Tetris 😉 Damals waren Bücher nix für mich …

Das erste Thema, was wieder als Hobby zu sehen war, aber auch mein Leben mit Sinn füllte – war mein Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr. Dort lernte ich nicht nur viele meiner ältesten und besten Freunde kennen, sondern auch viel fürs Leben. Sowohl praktische (handwerkliche) Dinge als auch viele Lektionen, bzw. was ein kaputtes Kabel mit einer Wohnung/Haus anstellen kann. Und bei der Feuerwehr wurde ich auch wieder körperlich mehr gefordert. Klar, machte man mit den Kollegen der Feuerwehr auch Sport. 1x wöchentlich 60min kicken, das war es. Natürlich neben den Feuerwehreinsätze und -übungen. Ja, auch die waren definitiv oft schweißtreibend. Aber ich kam in ein Alter, in dem lieber in der Freizeit gefeiert wird. Daher brauche ich über die damalige „ausgewogene“ Ernährung nicht viel sagen. 😊

Und so kam es im Jahr 2000: ich gerade mal 18, verlor meinen geliebten Opa. Während eines Feuerwehreinsatzes habe ich diese Nachricht erhalten. Ich hatte jedoch kein Ventil, damit umzugehen. Es zu verarbeiten. Außer Feiern zu gehen. Ich wollte es nicht damit verdrängen, jedoch wollte ich mich auch nicht direkt auseinandersetzen müssen. Klar grübelt man darüber, trauert, aber ich fand nie das richtige Ventil um es letztendlich zu verarbeiten. Und es war der erste Tod, den ich bewußt von einem geliebten und engverbundenen Menschen erlebt habe.

Und so zog sich das – wie ein schwarzer Faden – immer weiter durch mein Leben.

2004 starb meine Oma. Ihr habe ich auch viele handwerkliche Griffe & Kniffe zu verdanken. Denn sie hatte immer wieder Projekte für meinen Bruder und mich. „Mauert mir eine Mauer, baut mir den Kamin ab usw.“ 😀

2005 verlor ich dann einen meiner besten Freunde, Thomas. Er lebte vor, wie man das Leben lebte und genießen kann! Er war ein Lebemann, mit vielen Träumen, die er – so wie ich ihn kannte – auch direkt umgesetzt hätte. Er radelte einfach quer durch Bayern, weil im einfach danach war 😊 Und dann? Wurde er mit 24 Jahren plötzlich aus dem Leben gerissen.

2010, direkt zu Jahresbeginn verlor ich den nächsten Kumpel. Arbeiteten zusammen im Kino nebenbei, feierten zusammen, lachten viel und plötzlich – war er nicht mehr da!

Ebenfalls 2010 – verlor ich meinem Vater. Meine große Bezugsperson. Wenn ich Fragen hatte – fragte ich Papa! Er brachte mir soviel bei. Er war auch mal streng und zeigte mir Grenzen auf, aber zeigte mir damit auch gleichzeitig den Weg. Mit ihm habe ich so viele Dinge erlebt. Und letztendlich – durch seine Erziehung – bin ich auch der Mensch geworden, der ich heute bin. Aber in einigen Belangen war er auch sehr unvernünftig. Aber meinem Papa habe ich es zu verdanken, dass ich nie das Rauchen angefangen habe! Er hatte aber auch immer wieder verdammt viel Glück in seinem Leben. Hatte einen schweren Schlaganfall, überlebte es, machte eine Pause von der Arbeit, aber änderte leider sonst nichts an seinem Lebensstil. 2010 stand eine große OP an. Und erst verlief es gut und dann änderte sich sein Zustand täglich. Vier Wochen zwischen Koma, Intensivstation, wach sein, wieder Koma und unendlichen Schmerzen, mußte ich im August 2010 mich von meinem Vater (60) verabschieden! Letztendlich war sein Körper einfach zu schwach. Gleichzeitig mußte ich für meine Mama und meine kleine Schwester da sein. Das gab mir irgendwie Kraft, wenn ich für andere da bin. Aber setzte mich nicht selbst mit dem Verlust und meiner eigenen Trauer nicht auseinander. Zum Glück hatte ich super Freunde an meiner Seite, die in den Momenten für mich da waren. Aber es gab auch einige Menschen, die in dieser Zeit ihr wahres Gesicht zeigten …

Parallel kämpfte meine Mama mit ihrer Krankheit Parkinson herum. Sie hatte es gut im Griff, doch es wurde von Jahr zu Jahr immer schlimmer. Jahrelang hatte ich mich neben der Arbeit um sie gekümmert, sie Tag & Nacht gepflegt, bis sie 2015 dann in ein Heim mußte. Es ging nicht mehr anderes. Da ich auch nicht mehr zur Ruhe und zum Schlafen kam. Aber der Schritt – war die Hölle.

Im selben Jahr (2015) verlor ich dann auch noch meine Oma – die Mutter meiner Mutter. Auch von ihr lernte ich so viele Weisheiten kennen und gab mir so viel fürs Leben mit. Nicht nur, dass ich ja immer genug esse – sondern sie hatte auch immer einen Spruch parat 😊

Meine Mama war letztendlich drei Jahre in diesem verf*** Heim. Viele Altersheime sind nicht wirklich tolle letzte Kapitel in einem Leben. Und was in diesen Jahren dort vorkam, hat definitiv noch mehr leid hinzugefügt. Die letzten Monate verbrachte meine Mama im Rollstuhl. Und nachdem meine Mutter sich so sehr über meinen ersten Halbmarathon und Marathon freute – meinte sie immer wieder: „Timo, ich will auch laufen gehen können“. Und mein großes Ziel war, meine Mutter wieder zum Laufen zu bringen. Wir machten Übungen, ich erzählte ihr von meinem Training und ich motivierte sie. Doch der Körper und die Eigenmotivation meiner Mutter baute leider immer weiter ab und die hohen Dosen ihrer Medikation veränderten das Wesen meiner Mutter.

2018 hörte das Herz meiner Mutter zu schlagen auf. Die Kraft und der Lebenswille fehlten. Dazu ist einfach zu viel passiert und die Krankheit war bereits zu weit fortgeschritten und hat meine Mutter an sich verändert. Nur in ganz wenigen Momenten konnte ich noch meine Mama, so wie ich sie kannte, erkennen. Und es war täglich schmerzhaft, dass sie immer mehr vergaß, gar nichts mehr selbständig konnte, auch kaum noch kommunizieren und nicht mehr wirklich „am Leben teilhaben“ konnte. Es zerriß mir das Herz, aber ich wußte auch gleichzeitig, dass es am Ende das Beste für sie war.

Ich habe aus jedem Schicksalsschlag etwas gelernt und fürs Leben mitgenommen. Jede Person, hat mir was fürs Leben mitgegeben – auf die eigene spezielle und besondere Art. Und jeder Verlust war so unglaublich schmerzhaft. Ist es heute definitiv auch noch. Aber da immer wieder was passierte, war es wichtig für andere zu funktionieren und nicht daran kaputt zu gehen. Denn das Leben geht immer wieder weiter. Die Erde bleibt nicht stehen, sie dreht sich weiter. Es ist wichtig, die geliebten Menschen nie zu vergessen, die Erinnerungen nie verblassen zu lassen, aber auch genau deswegen nach vorne zu schauen. Vor allem für die Menschen, mit denen das Leben geteilt wird und da sind!

Mir hätte in all diesen vergangenen Jahren ein Ventil geholfen. Um nicht einfach nur die Decke anzustarren oder durch Kneipen zu ziehen und zu trinken. Klar, das hat auch geholfen und ich hatte immer meine Freunde um mich herum und war gut abgelenkt und habe weitergelebt, aber ich habe diese Geschehnisse nicht (sofort) verarbeitet. Oft sogar nur überspielt.

Und wenn ihr euch Fotos von mir von vor 10 Jahren anschaut – naja seht selbst:

Vor 10 Jahren älter als heute auszusehen – großes Kunststück 🙂

Das hat Zeichen hinterlassen. Paar Kilos zu viel, blasse Haut und vor allem aufgedunsen. Dazu die Trägheit, die Müdigkeit, fehlende Energie, wechselhafte Launen, die Übersäuerung und den damit anderen verbundenen Wehwehchen! Ich bin richtig erschrocken, diese Bilder wieder zu sehen. Wie konnte ich dies über mich ergehen lassen und habe das so hingenommen? Wieso habe ich meinen Arsch nicht hochbekommen? Wieso hat mir niemand in den Arsch getreten?

Rückblickend wußte ich damals nicht was ich wollte, wo ich hinwollte in und mit meinem Leben. Hinzu kommt, dass ich in meinem Leben immer wieder mich mit toxischen Menschen zu lange aufgehalten habe und nichts dran geändert habe. Ja, ich habe es gemerkt, wer mir guttat und wer nicht, doch ich unternahm nichts. Lange nichts. Zum einen, weil es auch positive Momente mit diesen Menschen gab, aber ich auch immer wieder an eine Kehrtwende dachte. Aber ich habe einfach nichts gemacht. Vielleicht fehlte mir auch die Energie, der Auseinandersetzung? Aber genauso, habe ich Menschen, die mir guttaten, zu früh aufgegeben oder ziehen lassen. Klingt paradox, war es auch.

Blicken wir zurück zum Sport:

Ich war oft motiviert, laufen zu gehen. Motiviert diesen Sport zu betreiben. Aber der Ehrgeiz war zu niedrig. „Ich geh heute laufen, aber …“ – am Ende wieder nicht laufen gewesen. Ich hatte einfach keine Ziele. Mir selbst keine Ziele gesteckt. War orientierungslos. Und zu bequem. Eindeutig. Ich bekam den Hintern nicht hoch. Ich gebe es zu, manchmal ist der Start alleine zu Laufen auch schwierig. Wenn mich jemand angetrieben hätte, hätte ich es vielleicht früher geschafft. Und das klingt auch wieder nach einer Ausrede! Ich hätte es alleine hinbekommen sollen. Die theoretische Motivation war präsent, aber ich konnte sie nicht auf die Straße / Trails bringen.

Im Nachhinein stellt man sich immer an das eigene ICH viele Fragen. Wieso habe ich nicht früher begonnen? Wieso habe ich so viele Dinge nicht probiert? Wieso bin ich nicht einfach mal woanders hingefahren und war dort laufen? Wieso habe ich mir kein Wochenende für kleine Laufabenteuer gegönnt? Das Problem: das ist die Sicht von meinem jetzigen ICH – damals hatte ich andere Dinge im Kopf! Die Dinge die mich jetzt antreiben, haben mich damals nicht angetrieben. Sie kamen mir vielleicht auch nicht in den Sinn, aber andererseits war ich mit dem glücklich was und wie ich es damals gemacht habe! Und wir kennen es doch alle: wie oft würden wir gerne, in der Vergangenheit Dinge anders angehen? Vor allem mit dem Wissen und der Erfahrung die wir in der Gegenwart besitzen 🙂 Aber das rum hadern bringt auch nichts – manchmal ertappe ich mich noch mit der “Was wäre wenn Frage”, doch im gleichen Moment denk ich mir: “So what! Ändern läßt es sich nicht mehr, aber ich kann JETZT die Dinge so angehen wie ich möchte! Ich kann JETZT die Dinge machen, wie ich sie will! Und ich kann jetzt der Mensch sein, den ich zum aktuellen Zeitpunkt sein möchte!” In 10 Jahren blick ich wahrscheinlich wieder zurück und greife mir an den Kopf 🙂 Die wichtigste Lektion ist, dass wir aus Vergangenem lernen und im hier und jetzt glücklich und zufrieden sind! Aber diese Denkweise muß auch erst gelernt sein!

Als es dann letztendlich Klick gemacht hat und ich mich wirklich als Läufer fühlte, fand ich zu mir selbst. Das Laufen war kein Zwang mehr, keine Qual – sondern wenn ich Laufen gehen konnte, machte es mich glücklich. Ich war zufrieden. Ich war ausgeglichen. Und meine Laune stieg spürbar an. Ich hatte Zeit für mich. Das war Qualität. Kein Pflichten, keine Mails, keine Anrufe, keine Menschen die von mir in diesem Zeitraum etwas wollten. Sondern einfach Zeit für mich. Ich konnte abschalten. Nachdenken. Dinge sortieren. Dinge verarbeiten. Und das gab mir einen weiteren Energieboost. Jeder Lauf, ließ mich Themen verarbeiten. Und das ist auch einer der Gründe, weshalb ich mich nach dem Laufen so gut fühle. Aber natürlich auch, die körperliche Tätigkeit, die frische Luft und das Tageslicht 🙂 Das schüttet ebenfalls zusätzlich noch Glückshormone aus. 

Ich bin froh, dass ich in meinem Leben dann doch noch eine Möglichkeit gefunden habe, die mich erdet, mich ausgleicht und Dinge verarbeiten lässt! Als wenn ich diese Erfahrung nie hätte erleben dürfen und immer noch auf der Suche nach etwas sinnvollem für mich wäre 🙂 Und Laufen gehen, ist ein Privileg, was die meisten nicht zu schätzen wissen. Es gibt genug Menschen (habe es in meinem direkten Umfeld oft genug miterlebt) die dies nicht einfach machen können! Oder schauen wir uns andere Länder an … daher nutzt die Chance. Und es muß nicht immer Laufen sein: ob Spazieren gehen, wandern, walken, springen, tanzen, Yoga .. geht an die frische Luft und bewegt Euch! Tut – was Euch gut tut!

Ich bin mir sicher, solch ein Artikel wird wieder kritisch gesehen. Aber das ist nun mal passiert und wieso sollte ich meine Erfahrungen nicht teilen? Wen es nicht interessiert, muß es ja nicht lesen 😉

Und natürlich könnt ihr mich anschreiben & anquatschen, wenn ihr noch Fragen habt, oder einfach nur Reden wollt!

Euer Timo

Test: IAMRUNBOX Backpack Pro

In meinen vorherigen Artikeln (Autoverzicht & Running Commuting) habe ich das Thema bereits angeschnitten und die Motivation dazu erläutert. Zudem habe ich bereits Einblicke gewährt, welche Ausrüstung man fürs Running Commuting benötigt.
In diesem Artikel geht es nun um meine Erfahrungen mit dem IAMRUNBOX Backpack Pro.

Hinweis:
Der Rucksack wurde mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.
Das vorgestellte Zubehör habe ich regulär im Onlineshop gekauft. Der Beitrag ist frei von mir erfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.

Ich habe mich auf dem “Running Commuting Markt” lange umgeschaut. Richtig populär ist diese Art zur Arbeit zu kommen in Skandinavien. Daher auch kein Wunder, dass dieser Rucksack aus Schweden kommt.

Generell gibt es wenig wirklich passende Produkte hierzu. Es gibt noch einen anderen skandinavischen Hersteller (dies folgt in einem separaten Test). Aber sonst? Klar, es gibt die großen Laufrucksäcke mit 12-15 l – aber die sind nicht speziell darauf ausgelegt. Denn, sie haben u.a. kein Laptopfach. Aber auch hier hat IAMRUNBOX passende Produkte im Portfolio – Hardcover Taschen, die sich in den Rucksack einsetzen lässt. Hiermit bieten sich viele Möglichkeiten, mit den herkömmlichen Rucksäcken. Sei es für den Laptop, oder auch Hemden sicher ins Büro zu transportieren! Eine weitere Alternative kommt aus dem eigenen Haus. Der IAMRUNBOX Backpack Pro 2.0 – eventuell stellt mir IAMRUNBOX hier auch ein Exemplar zur Verfügung, dann kann ich die beiden Backpacks gegenüber stellen und direkt vergleichen 🙂

Konzentrieren wir uns nun auf das mir aktuell vorliegende Modell.

Offiziellen Angaben von IAMRUNBOX (Quelle: iamrunbox.com):

“Unser professioneller Hartschalen-Rucksack hält deine Kleidung knitterfrei und schützt deinen Laptop während deines Laufs. Der wasserresistente Backpack Pro ist ein ausgeklügeltes und leichtes Gepäck-System, das eine Kleidertasche für 2-5 Kleidungsstücke (je nach Größe der Kleidertasche) mit einem strapazierfähigen Laufrucksack kombiniert.
Für mehr Packkapazität kannst du Schuhe, Jacken oder weiteres Zubehör mit dem abnehmbaren Schnür-System an der Außenseite des Rucksacks befestigen.

Eigenschaften:

  • Leichtgewichtig
  • Wasserfest
  • Anti-Rutsch Technologie
  • Geeignet für 13-14″ Laptops
  • Erhältlich in den Farben: schwarz & schwarz/orange
  • Nachhaltig

Lieferumfang:
1 Backpack Pro Laufrucksack
1 Falthilfe / Clothes folder
1 Abnehmbares String Attachment System

Gewicht / Maße / Fakten:
Breite: 260mm
Höhe: 360mm
Tiefe: 105mm
Volumen: 10 l
Material: 100% Polyester + EVA
Gewicht: ca. 945g

Aufbau des Rucksacks
Von außen:
Der Rucksack besteht aus einer Hardcover Box. Erst einmal ein ungewohntes Bild. Hebt es eindeutig von den anderen Backpacks ab, nicht wahr? 🙂
Vorne gut erkennbar das orangenen Schnür-System. Hier können Jacken oder Schuhe eingeklemmt und mitgetragen werden. Das Schnür-System kann auch abgenommen werden.
Zudem sind Reflektoren für die Sichtbarkeit, wie auch eine kleine Pfeife zur Sicherheit angebracht.
Rechts und links befinden sich die Schultertaschen. Hier finden Akkupacks, Kreditkarten, Mobiltelefon oder eine Wasserflasche Platz. Ebenfalls auf beiden Seiten befinden sich im Hüftgurt integriert, zwei große Taschen. In jede passen auch größere Mobiltelefone herein (in meinem Fall habe ich in einer Tasche das iPhone SE und in der anderen das iPhone X). Des weiteren habe ich auch immer einen Pack Taschentücher, sowie meinen Unternehmensausweis drin. Wenn ich das Frühstück verpasst habe, dann noch ein Riegel für zwischendurch.
Werfen wir noch einen Blick auf die Rückseite, diese ist natürlich komplett gepolstert. Auch wenn man – aufgrund der Konstruktion – auf den ersten Blick denkt: puh da kommt man gut ins Schwitzen! Ist gar nicht so. Zumindest nicht mehr, als bei jedem anderen gepolsterten Rucksack 🙂 Ansonsten gibt es den verstellbaren Hüftgurt, einen verstellbaren Brustgurt und natürlich die Träger, die ebenfalls verstellbar sind. Letztendlich gibt es genug Anpassungsmöglichkeiten, damit es sich zum einen gut und komfortabel für den Läufer anfühlt, aber auch der Inhalt am Ende nicht durchgerüttelt wird -> Anti-Bounce-System 🙂

Von innen:
Es gibt zwei Hauptfächer. Das eine – ganz klar für einen Laptop. Hier passt sowohl mein Apple MacBook Air 13″ locker rein, als auch mein Business Notebook HP EliteBook 840 G5 14″.
Gesichert wird das Notebook mit einem Gummiband. Hier kann locker noch ein DinA4 Block oder sonstiges Zubehör hinzugepackt werden.
Auf der anderen Seite ist ausreichend Platz für das Zubehör oder die Wechselkleidung. Da ich in der Firma, als auch daheim ein Netzteil habe, spare ich mir dies beim Pendeln.
Handtücher und Hose habe ich meistens in meinem Schrank in der Firma. Daher packe ich hier nur mein Headset, Shirt + Wechselwäsche und was zu Essen ein. Hier gibt es ein Netz, welches mit einem Reißverschluss geschlossen und somit der Inhalt vorm Herumfliegen geschützt ist. Wie es im gepackten Zustand aussieht – seht her:

Links: Notebook / Rechts: Fleecejacke, Shirt, Handtuch, Riegel, Headphones

Zubehör:
Wie oben schon angesprochen, gibt es Zubehör. Zum einen habe ich zusätzlich noch das Regencover in leuchtendem Orange, als auch eine Schuhtasche mir besorgt. Das Regencover ist notwendig, wenn die Sichtbarkeit erhöht werden soll, oder es zum Dauerregen kommt. Wobei der Rucksack von Haus aus schon wasserabweisend ist. Dies hängt dann von Eurem Einsatzgebiet ab, bzw. wie lange ihr letztendlich (bei schlechtem Wetter) draußen seid! Im Winter, bei Schneeregen und starkem Wind, hatte ich es nicht im Einsatz, war 55 min unterwegs und der Inhalt blieb vollständig trocken! Wenn es aber richtig schüttet, ist es sicherlich nicht verkehrt, um die Elektronik im Inneren des Rucksacks zu schützen 🙂 Die Schuhtasche ist ausgelegt für Schuhe bis zu EU46. Auch hier sind die Schuhe vor Witterung geschützt. Wenn es trocken ist, können Schuhe auch ohne Tasche eingeklemmt werden, ansonsten gehen auch x-beliebige Schuhtaschen (z.B. EagleCreek usw.). Vom Design her, ist die Tasche von IAMRUNBOX natürlich stimmiger 🙂

Für wen eignet sich der Rucksack:
Der natürliche Einsatz des Rucksacks ist fürs Laufen zur Arbeit. Oder als Pendlerrucksack in Großstädten mit S-/U-Bahnen. Fürs Radeln ist der Hüftgurt zu breit und für andere Aktivitäten nicht sinnhaft, da das Hauptfach nur durchs Ablegen zu erreichen sind. Daher würde ich ihn sehr bedingt fürs Wandern und Reisen vorsehen. Wobei fürs Wandern noch eher, da Riegel, Handy und Wasser vorne getragen werden können. Aber da gibt es leichtere, dynamischere Rucksäcke 🙂
Es gibt eben keine eierlegende Wollmilchsau 🙂 Ich selber habe drei verschiedene Trailrunningrucksäcke mit verschiedenen Volumen, dazu einen Wanderrucksack, einen Triathlon Rucksack und letztendlich zwei Pendlerrucksäcke zur Arbeit. Ja, die Anzahl ist ein wenig übertrieben. Ich probierte mich eben durch viele Produkte durch. Jedoch kann ich so guten Gewissens sagen, dass jeder Rucksack sein Einsatzgebiet bei mir hat und somit seine Daseinsberichtigung. Jedoch könnte ich die Duplikate pro Einsatzgebiet aussortieren 🙂

Live Test:
Ich bin nun bereits mehrmals zur Arbeit gelaufen. One Way = 11km. Es geht hoch und runter, über Straßen, Brücken, Parks und Felder und kann sagen, der Rucksack hat mich nicht im Stich gelassen. Weder im Winter, noch jetzt im Frühjahr, als es auf einmal 17 Grad Celsius waren. Klar, beim Laufen (bzw. eher danach) schwitze ich immer und wenn ich eine Jacke oder eben einen Rucksack am Rücken habe, schwitze ich ein wenig. Luftzirkulation hin oder her. Auch Wind, Schneeregen und Regen hielt er gut Stand und der Inhalt blieb trocken. Wenn der Rucksack gut eingestellt ist, wackelt auch nichts und selbst wenn hinten 5-6kg Gepäck dabei sind, wird es beim Tragen nicht unangenehm. Der Platz: wenn Vorbereitungen getroffen sind und einige Dinge im Büro gelagert sind (Handtuch, Duschgel, Hose) – ist der Platz völlig ausreichend. Wenn ich jedoch ein Netzteil, ein komplettes Wechseloutfit, inkl. Duschsachen mitnehmen müsste – tja, da reicht der Platz nicht aus.
Tipp: Daher, wenn ihr im Büro einen Schrank / Sideboard habt, lagert Euch dort ein paar Sachen ein und nehmt dann das Nötigste mit.

Fazit:
Ich muss ehrlich zugeben. Im ersten Moment hab ich mir gedacht, gewagtes Design. Erinnert mich an meinen ersten Scout – Schulranzen aus der Grundschulzeit. Doch, in erster Linie geht es mir um die Funktionen im täglichen Einsatz! Design sollte natürlich immer cool sein, aber was bringt mir der coolste Backpack, wenn danach alles weh tut und der Laptop im Eimer ist 😀 Und genau dies ist hier nicht der Fall. Der Laptop liegt auf seiner Seite sicher und auf der anderen Seite (die Seite nach außen hin) auch. Und er bleibt auch tatsächlich trocken. Weder der Schweiß kommt von hinten durch, noch der Regen / Schnee von außen.

Ich kann den Rucksack Backpack Pro uneingeschränkt für aktive Pendler empfehlen! Wer schon immer damit geliebäugelt hat, zur Arbeit laufend zu pendeln, wird mit diesem Rucksack glücklich!

Quelle:
Fotos (c) by tigo-running.de / Timo Golowko

Running Commuting oder laufend zur Arbeit pendeln

Hallo zusammen,

ich habe Euch ja bereits bei einem meiner letzten Blogbeiträgen auf meinen Autoverzicht hingewiesen.
Dort habe ich euch auch von meinem Vorhaben erzählt, ab und an zu Pendeln. Hach ne Quatsch, immer zur Arbeit zu Pendeln.
Und zwar nicht mit dem Auto, sondern mit meinen Füßen.

Da z.Zt. unsere Büros nicht besetzt sind, habe ich mich testweise auf dem Weg gemacht. An diesem Tag regnete es (natürlich). Ein starker Wind kam dazu. Ein Traum, nicht wahr? Mein einfacher Arbeitsweg hatte am Ende ca. 11km. Und ich wurde an dem Tag wieder daran erinnert, dass 2x11km anstrengender sind, als 1x22km zu laufen. Oh man 🙂 Aber ist alles eine Sache des Trainings und der Gewöhnung.

Der Vorteil aktuell, ich brauche nicht viele Ersatzklamotten. Da ja niemand im Büro ist. Daher spare ich mir frische Klamotten und die Dusche :p

Doch wie sieht es generell aus, was braucht man fürs laufende Pendeln:

  • Aktuell:
    • Für die Arbeit:
      • Laptop
      • Headset
    • Wechselklamotten:
      • Pullover / Fleece
      • T-Shirt
      • Mikrofaser Handtuch
    • Fürs Laufen:
      • Commuter Backpack (in diesem Fall der IAMRUNBOX Backpack Pro)
      • Laufschuhe
      • Laufkleidung (Socken, Laufshorts, Laufshirt)
      • Lauf-Cap
    • Laufen – bei Regen:
      • Regencover für den Backpack
      • Lauf-Regenjacke

Entsprechend der Jahreszeit Anpassungen, z.B. für den Winter noch Handschuhe, eine warme Mütze und ein langärmeliges Oberteil. Je nach dem eigenen Wohlbefinden 😉

  • Essen:
    • Kaffee / Tee -> gibt es in der Firma
    • Wasser -> gibt es in der Firma
    • Essen -> Ja 🙂 Auf jeden Fall einen Riegel, Obst und ein Brot. Alternativ habe ich noch einen Bio Supermarkt und einen Bäcker in der Nähe der Firma

Wenn das Büro jedoch wieder voll besetzt ist, müssen einige Anpassungen gemacht werden.

  • Ersatzklamotten (Bürotauglich ;-))
  • Schuhe
  • Duschsachen (habe ich im Büro)

Generell ist das Pendeln kein Problem. Ich laufe Frühs zeitig los und brauche knapp 50min bis zur Arbeit. Gemütlich durch den Park Schönbusch, über die Felder und zack bereits in der Firma.
Auf dem Rückweg geht es dann am Main entlang. Oder einfach umgedreht 🙂 Abwechslung beim Laufen muss sein. Ich könnte nicht dauerhaft die gleiche Strecke gehen.

Der Heimweg:

Definitiv, ist der Heimweg – hab ich vor Kurzem am eigenen Leib gespürt – eine harte Nummer. Da merkte man die Müdigkeit in den Beinen. Mal sehen wie das wird, wenn ich das täglich mache…
Ich werde mir aber einen guten Rhythmus suchen. Daher 2x wöchentlich laufen und 3x mit dem Rad fahren. Und wenn es gar nicht geht, darf auch One-Way der Bus genommen werden. Optionen sind genügend da. Ob es dann auch auf 5x Laufen pro Woche hinausläuft, schauen wir noch. Das wären dann 5x22km = 110km unter der Woche. Ob ich dann noch Lust auf einen Longrun am Wochenende habe 😀

Aber ist es nicht Motivation genug zu wissen, wenn ich auf das Auto dauerhaft verzichte, dass immer ein Paar Laufschuhe mehr pro Jahr drin sind? Ich laufe viel und habe viele neue Schuhe. Win – Win Situation 🙂
Und das Schönste: ich habe dann im Feierabend mehr Zeit für meine Tochter, da das Training für den Tag schon abgeschlossen ist.

Es bleibt definitiv spannend, ob ich mein Vorhaben so durchziehen werde und wie es dann ab Oktober 2021 wird. Denn dann kommt meine Kleine in die Krippe und ich bin der Erst-Notfallkontakt.
In der Hoffnung, dass wir nie einen Notfall haben. Aber was ist, wenn ich sie doch kurzfristig abholen muss? 50min Laufen sind keine Option (wenn ich Gas gebe, kann ich 5-10 min einsparen). Das zufällig der Bus just in dem Moment kommt, darauf kann ich mich natürlich auch nicht verlassen.

Aber auch da gibt es Lösungen! 🙂 Und ich meine nicht, wieder mit dem Auto zu fahren 🙂

Der ausführliche Testbericht zum IAMRUNBOX Backpack Pro folgt 🙂 Weitere Infos auch unter: https://iamrunbox.com?sca_ref=610051.JJ0gey7394

Nachhaltigkeit im Sport & Freizeit

Die Zusammenhänge sind eigentlich lustig, aber auch simpel. Laufen ist eine natürliche Sache. Wir wollen uns an der frischen Luft bewegen, in der freien Natur, doch gleichzeitig machen wir sie mit unserem Konsum und unserem Verhalten kaputt. Ein Teufelskreis, nicht wahr?

Doch wieso sind wir Menschen einerseits so egoistisch (I-C-H will alles haben, M-I-R egal was “dahinter steckt”) und gehen mit den natürlichen Ressourcen zum Teil sehr erschreckend um?
Gewissermaßen informieren wir uns nicht genug über die Dinge, die wir konsumieren. Die Menschheit ist in vielen Bereichen “faul” geworden. Und wir glauben doch den Marketingexperten der Unternehmen recht viel. Zu viel! Und hinterfragen es nicht. Ach, wenn so ein großer Konzern sagt, dass ist gut, dann wird es schon stimmen.

Natürlich ist zum einen unsere Konsumgeilheit daran schuld. Alles muss immer günstiger sein und am besten sofort verfügbar. Dabei ist es uns völlig egal, von wo es kommt, Hauptsache es ist schnell da.
Das wir uns dabei nicht fragen, woher es tatsächlich kommt, wie es hergestellt wurde, unter welchen Bedingungen und wie es bis zu unserer Haustür transportiert wurde? Erstaunlich, nicht wahr?
Wir haben auch eine große Wegwerfgesellschaft entwickelt. Viele Produkte sind so günstig, dass wir sie lieber wegwerfen und uns direkt Ersatz besorgen. Wir machen uns gar keine Gedanken mehr darüber, ob es reparabel ist. Oder alternativ, dass wir es für andere Zwecke noch weiterverwenden können.
Um es gleich vorneweg zu nehmen – ich bin hier selber ein großes Opfer und nehme mich da nicht aus. Oft aus Bequemlichkeit, wird schnell etwas im Internet geordert. Und immer wieder, wenn ich mich dabei erwische, ärgere ich mich maßlos über mich selbst. Wieso verfällt man so schnell wieder in alte Muster?

Ich glaube ein Phänomen ist auch, dass wir es oft nicht “greifen” können, was wir wirklich damit auslösen. Ob es die Ausbeutung diverser Länder ist, die Giftstoffe und Chemikalien, die CO2 Ausstöße durch den Transport, die unterbezahlten Paketzusteller und und und. Wir wissen, es ist nicht gut, aber wenn der Paketzusteller lächelnd vor der Haustür mit unserem Paket steht, haben wir das schon wieder vergessen.

Wir sind eine Gesellschaft, der es definitiv zu gut geht. Auch wenn wir (Anm.: Deutsche) Meister im lamentieren sind, am Ende funktioniert alles und wir können nicht klagen. Schließlich haben wir ein Dach über den Kopf, was zu Essen, Trinkwasser aus der Leitung und können vor die Haustür wann wir wollen. Schließlich erwarten uns hier keine Gefahren. Diesen Luxus begreifen einen Großteil nicht, die in dieser Welt leben. Uns geht es gut! Uns geht es zu gut! Daher können wir auch den restlichen Menschen auf diesem Planeten und dem Planeten selber etwas zurückgeben, nicht wahr? Was hält uns davon ab, Sachen zum Guten hin zu beeinflussen? Wir können Geld und Dinge spenden, ohne das es uns weh tut, aber anderen wirklich wirklich hilft! Wir müssen uns nur mal über andere informieren und über den Tellerrand hinaus schauen. Und die Ausrede: ach ob mein Geld oder meine Sachen dort wirklich vor Ort ankommen … Und dann lieber gleich lassen? Wieso? Inzwischen gibt es überall auch lokale Vereine, mit denen man persönlich Kontakt aufnehmen kann und nicht eine große Gesellschaft angehörig sind, die noch von den Spenden Logistik-/Bearbeitungspauschalen abziehen.
Jede*r einzelne muss sich nur hinterfragen, will ich wirklich was gutes tun? Dann macht es doch bitte auch! Es gibt auch genug lokale Institutionen die Hilfe in der eigenen Stadt brauchen. Ob verarmte Kinder oder Rentner, oder Vereine die einfach Unterstützung brauchen. Es gibt schier unendlich Möglichkeiten!
Ich suche mir immer einen Mix aus nationalen und internationalen Aktionen heraus. Die, die mich überzeugen oder wo ich einfach das Bauchgefühl habe, die haben es gerade am Nötigsten. Dann informiere ich mich ein wenig und dann geht das Geld heraus.

2021 werde ich auch einen Charity Lauf planen. Hier werde ich im Vorfeld eine Aktion ankündigen, wohin die Spende geht und dann ein Ziel festlegen. Wer sich beteiligen möchte, kann dies dann gerne tun!

Zurück zum eigentlichen Thema – Konsum! Wir konsumieren wie wild, ohne uns aber auch die Frage zu stellen, was ist mit der Verpackung?
Wenn wir etwas bestellen, haben wir zusätzlich einen Karton und oft auch noch Verpackungsmaterial. Kaufen wir im Geschäft, können wir darauf verzichten und haben mehr Einfluß. Natürlich hat dann das Geschäft den Müll und wir müssen unsere eigene Anfahrt zum Geschäft mit bedenken (außer wir laufen oder fahren mit dem Rad).
Am gravierendsten ist es doch bei Lebensmittel. Was hier alles in Plastik eingepackt ist, ist doch der Wahnsinn. Nicht wahr? Es gibt die ein oder andere Sache, da habe ich noch keine Lösung, wie man auf die Verpackung verzichten kann. Hilfreich sind die Unverpackt-Läden, bzw. die immer größer wachsende Unverpackt-Bereiche in den Supermärkten. Oder es werden Lebensmittel in größeren Mengen gekauft. Spart ebenfalls Müll.
Bei vielen Produkten, können wir das beeinflussen!

Wie gehe ich es, zusammen mit meiner Familie in der Praxis an? Natürlich bekommt man in den letzten Monate mit, dass sich bei dem Thema immer mehr Menschen Gedanken machen. In den Social Media wird es auch immer mehr thematisiert. Und es gibt immer mehr “grüne” und “nachhaltige” Produkte. Doch sind die wirklich nachhaltiger, als die bisherigen? Dazu die vegane und vegetarische (ich nenne es mal) Bewegung – immer mehr Produkte werden vegan, immer mehr Menschen leben nach dieser Überzeugung. Dies ist auch gut und wichtig.
Doch leider glänzt auch hier nicht alles grün … wenn man nur in Richtung Soja, Palmöl und Avocados schielt. Daher Informationen beschaffen!

Wie zu sehen ist, egal wie es angegangen wird – es ist gar nicht so einfach. Denkt man, ein tolles, gesundes und nachhaltiges Produkt entdeckt zu haben, versteckt sich z.B. Palmöl darin. Gefühlt sind in 80% unserer Produkte Palmöl verarbeitet. Total verrückt. Egal worauf man schaut, bei den Inhaltsstoffen …

Doch wie kommen wir aus dieser Spirale heraus?
Wir haben erst einmal vor unserer eigenen Haustür begonnen. Zum Glück wohnen wir nicht weit von der Innenstadt Aschaffenburgs weg. Der Vorteil ist, dort findet 2x wöchentlich der Wochenmarkt statt.
Jedoch selbst da, muss einiges hinterfragt sein. Denn nicht alles was angeboten wird, ist auch tatsächlich regional. Was bei Ananas und Mango noch logisch ist, ist bei der Paprika oder dem ein oder anderen Apfel eben nicht selbstverständlich.
Daher haben wir gelernt (bzw. kennen unsere Stände) bei denen wir unser Gemüse, Salat, Obst, Käse oder auch Fisch und Fleisch holen. Nicht zu vergessen der Pasta Stand, mit selbstgemachter frischer Pasta und Pesto! 🙂
Wenn wir nicht gerade auf den Markt gehen, haben wir den Vorteil in unserem Stadtteil mit guten Bäckern und Metzgern versorgt zu sein. Und noch viel besser: einen eigenen Bauernhof und Bauernladen.
Dort holen wir dann frische Milch, Eier, Wurst und Käseprodukte. Oder natürlich auch Gemüse / Salat. Und das ist in der Tat wirklich alles direkt vor der Haustür angebaut.

Und letztendlich gehen wir natürlich auch in den Supermarkt. Aber achten dort ebenfalls, woher die Ware kommt. Aber dort holen wir eigentlich nur die Produkte, die wir bei den obigen Gelegenheiten nicht bekommen.
Sprich die weiteren Zutaten fürs Essen, Getränke und sonstige Artikel. Und hier kommt es bereits zum nächsten Problem – es ist sehr schwierig, hier auf Plastik zu verzichten.

Getränke -> Glasflaschen, Joghurt geht auch noch aus Gläsern, Öle / Essig auch, aber dann wird es schon eng. Daher hier probieren wir es so gut es geht, aber kommt doch noch einiges zusammen.
Noch schlimmer ist es in den Drogeriemärkten. Was ist hier nicht in Plastik verpackt? Wir achten hier zumindest bei Waschmitteln usw. – dass es recycelte oder umweltfreundlichere Verpackung handelt.
Inzwischen gibt es auch im Internet immer mehr Angebote mit z.B. Pads für die Spülmaschine die plastikfrei und frei von Mikroplastik sind.

Beim Duschen bin ich auf eine Duschseife umgestiegen. Kein Kunststoff mehr für die Behälter. Lediglich die Seife in ein Säckchen und einseifen. Am Anfang war ich skeptisch, doch funktioniert richtig gut.
Deo gibt es inzwischen auch aus Glas, und nicht aus Dosen oder Kunststoff. Bzw. während des Lockdowns benötigt man gar keines mehr 😛

An vielen Stellen ist es dann doch nicht so schwer. Wichtig ist, dass man aufmerksam ist. Woher kommen die Produkte. Muss es mein “ehemaliges” Lieblingsprodukt sein, oder kann es auch einfach etwas anderes sein? Was anderes muss eindeutig nicht schlecht sein und aus seinem gewohnten Trott zu steigen, ist oft auch nicht verkehrt.
Also es gibt viele kleine Schritte, bei denen man etwas bewegen kann. Wichtig ist nur, irgendwo anzufangen. Es geht definitiv nicht alles von heute auf morgen und man wird sich auch immer mal wieder erwischen, doch zu einem nicht so tollen Produkt, gemessen an seiner Ökobilanz, zu greifen. Daher anfangen und immer mal wieder reflektieren und daran denken! Dann wird das schon!

Und die Ausreden: wenn ich alleine das mache hilft das doch gar nichts? Stimmt, wenn niemand etwas ändert, wird es nicht helfen. Aber wenn es von Tag zu Tag immer mehr werden, dann auf jeden Fall!
Wenn man dazu bedenkt, dass Deutschland oder die EU ihren Plastikmüll nach Afrika schippert und dort ablädt … nach dem Motto, aus dem Auge aus dem Sinn … dann sagt das ebenfalls schon einiges aus!

Und bitte bleibt euch treu. Es bringt nichts, davon vorne herum zu erzählen und dann sich daheim nicht daran zu halten. Alles schon erlebt. “Wir kaufen nur regionale Produkte“, “Daheim kommt uns so was nicht auf den Grill” usw. – dann ist man zu Besuch und das abgepackte Billigfleisch aus dem Discounter steht neben dem Grill und beim Öffnen des Kühlschranks .. gut lassen wir das. Dann lieber dazu stehen, als etwas vorzugaukeln.
Genauso wenn man in einen Status schaut und dort sieht “Juchuh, auf dem Wochenmarkt frische gesunde Sachen gekauft” und alles war in Plastik verpackt … hmmm ok? Wieso muss man sich genau die abgepackten Waren herauspicken? Ja die gibt es tatsächlich auch auf dem Wochenmarkt. Nun gut. Wie gesagt, muss jeder für sich entscheiden!

Kommen wir zum Sport zurück. Wir Trailrunner leben von der Natur! Denn das ist unsere Spielwiese – wenn wir uns an die Regeln halten! Daher unseren Müll wieder mit heim nehmen und auf den gekennzeichneten Wegen bleiben. Es ist immer wichtig, den Trail (Wald, Berge) und dessen Bewohner zu respektieren. Manche Laufveranstalter lassen die Läufer ihre Riegel / Gels mit ihrer Startnummer beschriften. Schmeißt diese jemand weg und wird erwischt, wird man sofort disqualifiziert. Natürlich ist inzwischen bei einem Großteil der Wettbewerbe auch Pflicht, sein eigenes Trinkgefäß mitzunehmen und auf die Einwegbecher zu verzichten! Geht doch!

Wir alle wollen doch die Schönheit der Natur genießen! Wollen es unseren Kindern zeigen und die wollen es irgendwann auch ihren Kindern zeigen. Und es liegt doch an uns, wie wir tagein tagaus mit unserer Umwelt umgehen! Wenn ich jedes Mal durch meinen heimischen Wald laufe und was dort Müllberge überall sind. Ich kapier das nicht. Oft ganze Säcke, oder steht einfach mal eine Waschmaschine da. Hallo? Der Wertstoffhof liegt 500 Meter in die andere Richtung. Ist es nicht aufwendiger nachts seinen Mist hier zu entladen? Auf dem Wertstoffhof kostet es meistens nicht einmal was. Daher unverständlich das Ganze.

Aber auch wir Läufer*innen können so viel beeinflussen. Welche Marken wir benutzen und wie viel wir konsumieren.
Inzwischen sind viele kleine neue Hersteller auf dem Markt, die nachhaltig und faire Laufklamotten auf dem Markt bringen.
Auch auf dem Schuhmarkt tut sich einiges. Natürlich bestehen die Schuhe einen Großteil aus Kunstfasern, dem Schaum der Zwischensohle und und und.
Doch hier tut sich endlich was.

Daher:

  • Schaut einfach mal, die Laufsachen weniger zu waschen (z.B. bei Merino kann dies öfters getragen werden, aber Vorsicht: achtet wie die Merino Wolle gezüchtet wurde), bzw. weniger ist mehr.
  • Muss man wirklich 40 Shirts und 20 Hosen haben? Oft reichen auch 4-5 Shirts und 2 Hosen und einmal die Woche wird dann gewaschen. Selbst dann ist es noch zu viel.
  • Prüft die Marken:
    • wie & wo produzieren sie?
    • was versprechen sie?
    • Was machen sie für das Klima?
    • Sind die Artikel langlebig?
    • Wie nachhaltig und fair wird produziert?

Ja, ich habe auch viele Laufklamotten. Ich habe viele entweder verkauft und somit eine zweite Chance bei jemand andere gegeben, verschenkt oder gespendet. Was ich nicht brauche oder im Überfluß habe, können andere tagtäglich was mit anfangen.
Aber ja, ich habe immer noch zu viel und auch wenn ich mehr auf die obigen Punkte achte, muss ich in Zukunft mir selber auf die Finger klopfen!
Wie gesagt, alle alten Angewohnheiten abzulegen, geht nicht von heute auf morgen!

Und ich werde demnächst, grade zum Frühling hin, ein paar Müllsäcke mit in den Wald nehmen und den ganzen Quatsch, der dort nicht hingehört einsammeln. Und wenn wir wieder in Gruppen laufen dürfen, nehme ich auch die ganze Laufgruppe vom City Night Run mit, bzw. es gibt einen City Night Run – müllfreie Stadt Aschaffenburg Edition! 🙂