18. Halbmarathon Frankfurt

Gestern, am 08.03.2020 fand der Frankfurter Halbmarathon statt. Kurze Zeit wusste man nicht, findet er statt oder nicht? Dank des zur Zeit kursierenden Corona Virus. Es gibt keine Minute, in der man nicht damit konfrontiert wird. Doch zum Glück hat sich Spiridon Frankfurt und die Stadt Frankfurt dafür entschieden, den Halbmarathon starten zu lassen. DANKE!

Dieser Halbmarathon sollte mir einfach aufzeigen, wo ich aktuell im Training stehe. Meinen letzten Halbmarathon bin ich im Oktober in Aschaffenburg gelaufen, mit meiner damaligen PB von 01:32:54 – seit dem bin ich nur noch im Training oder auf Trails unterwegs gewesen. Daher einschätzen konnte ich nichts. Mit meinem Kumpel peilten wir eine Zeit von < 1:40h an. Mehr Vorgaben machten wir uns nicht und wollten einfach einen coolen Lauf haben.

Um 08:30 Uhr sind Stefan, Michael und ich Richtung Frankfurt aufgebrochen! Los geht´s … 2018 und 2019 musste ich jeweils kurzfristig krankheits-/verletzungsbedingt absagen und nun würde es zu meiner Frankfurt Premiere kommen! Endlich! 🙂

Gestern Nachmittag hatte ich noch Probleme im rechten Hüftbeuger – aus dem Nichts! Habe mehrmals Schmerzgel daraufgeschmiert. Und frühs? Brodelte es etwas im Darm – meine Güte. Kann ich nicht einfach mal entspannt aufstehen, mich anziehen, zur Startlinie gehen und einfach starten? 

Auf der Autobahn war dann schon einiges los, aber wir haben dann doch recht schnell zum Parkplatz gefunden und Max getroffen. Puh im Shirt und kurzer Hose war es knackig kalt, da grad ein mieser Wind ging. Und der Weg bis in die Lounge zog sich. Dort wärmten wir uns auf und gingen noch 3-4x auf Toilette – also ich 😉 Haha – klassisches Problem! Daran muss ich arbeiten. 

Dann Aufstellung. Max und ich reihten uns in Block 2 (Zielzeit: 1:30 – 1:40) ein und trafen noch ein paar bekannte Gesichter. 

Der Start verzögerte sich um knapp 8 Minuten nach hinten, doch dann ging es los. Und die Blase meldete sich erneut – really? Nach einem Kilometer ging es durch ein Waldstück und bei 1.7km bog ich zum ersten größeren Baum ab – und war die richtige Entscheidung. Laut Uhr kostete mich dies 22 Sekunden – aber sparte mir vermutlich für den Rest des Laufes einiges 😉

Danach gab ich wieder Gas, um zur ursprünglichen Gruppe aufzuschließen. Und dieser Sprint brachte mich nicht außer Atem. Zwischenzeitlich eine Pace unter 4:00 min / km und pendelte sich immer so gegen 04:10 min / km ein. Kann das wahr sein, oder passt was mit der Uhr nicht? Ich fühlte mich gut und hielt das Tempo bei. Ich habe mir ein paar ausgeguckt, an die ich mich anheftete und wir wechselten uns immer ab wer vorne lief. Selbst nach 7-8 km fühlte ich mich noch fit. Dann kam auf meiner Uhr die 10km – Marke und zeigte mir eine Zeit von 00:42:18 h an, das bedeutete neue Bestzeit für einen 10er und das trotz Pinkelpause. Was ist denn nur los? Da ich mich immer noch gut fühlte, behielt ich das Tempo bei. Irgendwann liefen wir am Main entlang und hier spürten wir doch zum Teil heftigen Gegenwind. Der ein oder andere der noch neben mir war, war auf einmal hinter mir! Etwas Windschatten, gar nicht so dumm 😉 So langsam überholten wir auch Läufer*innen, die im Startblock A starteten. Haben sich manche falsch eingeschätzt oder haben sie lediglich jetzt Probleme? 

Und wir spulten die Kilometer nach und nach runter. 12 – 13 – 14 – 15. Bei Kilometer 18 merkte, ich, dass die Beine nicht mehr so frisch sind, aber ich rechnete kurz nach? Richtig, nur noch 3,1 km – was soll denn jetzt noch passieren? Also versuchen Tempo zu halten. 2km vor dem Ziel wurden flotte Läufer langsamer oder bekamen Krämpfe und blieben stehen. Ich feuerte den ein oder anderen noch an – das Ziel ist doch gerade da vorne!!! Aber sie konnten nicht mehr. Noch 1,5 km … den Stadionsprecher kann man schon hören. Tempo wieder steigern .. noch 1000m … jetzt Schlussspurt … 400m … ab durch den Tunnel ins Stadion rein, auf die grüne Zielgerade … jetzt noch mal Vollgas … paar Hindernissen ausweichen und geschafft! 

Ich hatte ein gutes Gefühl. Fühlte mich nicht schlapp. Der erste Blick auf die Uhr -> 01:30:56 … what? Der zweite Blick bestätigte dies .. neue PB!!! Wow, 2 Minuten schneller! Aus dem Nichts. Wow .. ich war so happy und dann kam auch noch die Sonne raus! Jetzt muss aber ein (alkoholfreies) Bier her! Wow … ich bin echt geflashed! Eine 01:30er Zeit – hätte ich mir definitiv heute nicht zugetraut. 

Offiziell war es am Ende eine 01:30:46 – Platz 102 in meiner AK und Platz 503 gesamt. Bei über 6500 Starter*innen! 

Was ein unerwartetes glückliches Ende! Ich habe meinen Speed wieder … trotz mehr Muskelmasse und somit ein höheres Gewicht. Die neuen Kinvara haben sich auch bewährt! 

Ein wirklich erfolgreicher Tag! Dazu hatten wir Jungs noch jede Menge Spaß gehabt .. so muss ein Lauf sein! Tolle Organisation, tolles Wetter, viel Spaß und niemand ist verletzt! Frankfurt … wir sehen uns wieder! Versprochen!

Yeah! :)

Wie ging die Geschichte eigentlich weiter? 🙂

Freitag, der 27. April 2018: 

Puh war ich an diesem Tag aufgeregt. Auf der Arbeit ging es drunter und drüber und ich musste mittags nach Frankfurt zu meinem MRT-Termin in die Radiologie. 

Ich wusste echt nicht, was auf mich zukommt und ob ich wirklich bald wieder laufen kann bzw. darf!

Zum Glück war die Wartezeit nicht solange und die Mitarbeiterinnen waren alle sehr nett. Daher Bein hochlegen, hinlegen und ab in die Röhre … dieses Geräusch 🙂 Oh  man 🙂

Am Ende konnte ich die Ärztin zu einer Betrachtung meiner MRT-Bilder überreden (besten Dank nochmal!) und ich hörte die Worte … “Herr Golowko … da ist nichts. Die Bänder sind gesund, die Knochen sind gesund … war wohl eine starke Zerrung!”

Yeesssssssssssss .. ich bin gesund … und mega happy! 🙂

Samstag, 28.04.2018:

Mein Bruder hat gestern bereits die Startnummern für Julia, Ulli, mich und sich abgeholt. In weiser Voraussicht 🙂 Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht ab und an etwas Unvernünftig zu mir selber bin, wenn es um Sport geht … 😉 Das heißt, ich starte beim Halbmarathon in Ingolstadt! Ich habe seit Anfang April keinen Lauf mehr getätigt, also knapp 4 Wochen ohne Training … mal sehen was dabei herauskommt! Es war zudem noch viel wärmer, wie ursprünglich gedacht! Vor dem Start war ich auf einmal wieder aufgeregt … wird der Fuß trotzdem halten? Wie verhalten sich die Muskeln? Was zur Folge hat, dass ich mehrmals aufs Klo musste. Zudem war meine Schwester und ihr Freund nach 1,5 Jahren Weltreise zurück und vor Ort … das erste Aufeinandertreffen nach so langer Zeit. Und dann? 10 min vor dem Start ein Krampf im rechten Gesäßmuskel … perfekt! Läuft! 🙂

17:30 Uhr – ab gehts auf die Brücke zum Start .. über 2.000 Läufer stehen in der prallen Sonne und fiebern dem Startschuss entgegen.

Ich entschloss mich an diesem Tag langsam zu machen und meine Julia zu begleiten. Das Ziel als Pacemaker war 01:55:00h, das Minimalziel Sub2.

Und die Aufgabe machte Spaß … ich habe paar Sprints zu den Verpflegungsstationen eingelegt und Julia mit Wasser und Iso-Drinks versorgt, so dass sie in ihrem Rhythmus und ihrem Tempo bleiben konnte. Ich bin teilweise auch mal rückwärts gelaufen, bin über Hütchen gesprungen, hab mich mit Leuten unterhalten und und und … hat echt Spaß gemacht!

Leider hatte Julia mit der Hitze zu kämpfen und sackte mir im Zielbereich fast zusammen, aber ein Stück Melone und ein alkoholfreies Weizen rettete sie in letzter Sekunde! Am Ende waren es knapp über 2 Stunden, aber aufgrund der Knieschmerzen, dem Substanzverlust durch die Wärme, bin ich natürlich trotzdem sehr sehr stolz auf sie :*

Und ich? Ach … was soll ich sagen .. der Fuß hält … ich bin zurück! 🙂 Wir sehen uns auf den Laufstrecken … spätestens am 06.05. beim Wings for Life Run in München!

Hier ist der Bericht meines Bruders Kai auf seinem Blog nachzulesen: 

Fotos by Go2B / Fotoagentur P[ict]URE

Tegernseelauf vom 17.09.2017

Ich war gespannt … in zweierlei Hinsicht. 

1. Dies ist mein erster langer Lauf, nach meiner Verletzungsmisere im Sommer. Daher die Generalprobe für den bevorstehenden Premieren Marathon in Frankfurt.

2. Vor genau einem Jahr bin ich hier meinen allerersten Halbmarathon gelaufen und die schönen Erinnerungen kommen hoch!

Die Hoffnung war, endlich besseres Wetter zu haben und den Tegernsee mal in seiner vollen Pracht zu erleben. Aber dies wurde mir Frühs zumindest nicht gegönnt. Es war frisch, nass, nass und nass. Super. Aber ich entschied mich zum Glück für kurze Kleidung, sonst wäre es mir während dem Lauf zu warm geworden (ein Fehler der mir zu häufig passiert ist).

Ansonsten war die Aufregung natürlich nicht mehr so, wie vor 365 Tagen. Ich war viel entspannter und konnte Frühs gemütlich frühstücken und war dementsprechend entspannt. Ich wusste nur nicht, wie mein Körper reagiert. Kommen die Schmerzen wieder? Hält er die Distanz durch? Viele Fragen gingen durch meinen Kopf. 

Startschuss – dieses Jahr startete ich viel weiter vorne – was definitiv angenehmer war. Die Stimmung war toll und ich ließ mich erst einmal treiben und gab recht früh viel Gas. Alle meine Bekannten lies ich hinter mir und ich fühlte mich … bis dahin körperlich gut. Kein Zwicken, keine Wehwehchen, also weiter geht’s. Bei km13 holte mich dann Max ein und zog mit einer Leichtigkeit an mir vorbei .. was für den ersten Moment etwas demotivierend war 🙂 Aber so schnell wollte ich nicht aufgeben. Trotz Temposteigerung verlor ich Max immer mehr aus den Augen. Wahnsinn, was der für einen Speed auf der zweiten Hälfte hatte. 

Insgesamt war ich zufrieden mit dem Rennen. Es war nicht überragend, ich hatte am Ende wieder mit Krämpfen zu Kämpfen, aber der Körper hielt. Die Zeit war nicht mega toll, aber nach der Trainingspause waren auch keine Wunder zu erwarten. Ich konnte wieder etwas zuversichtlicher auf den Frankfurt Marathon schauen. 

Und es geschah dann doch noch ein Wunder. Als wir dann später im Braustüberl saßen, kam die Sonne raus und man konnte das kühle Blonde im T-Shirt genießen! Yes! 🙂