IATF21 – Teil 3: der Nachbericht zum K42

Endlich. Endlich konnte ich wieder in den Bergen einen Wettkampf laufen. Übers Jahr dachte ich mir, Wettkämpfe sind mir gar nicht mehr so wichtig. Es ist einfach schön, seine neuen Touren in den Bergen laufen zu können. Allein. In seiner Zeit. Doch irgendwie fehlte mir das andere doch. Die Anspannung, die Menschen, das Außenherum … Mehr dazu weiter unten im Text 😉

Wir (meine Familie und ich) sind bereits am Donnerstag per Bahn angereist. Wir dachten mit Kleinkind ist das entspannter. Können zusammen in Ruhe spielen, genug Zeit zum Umsteigen usw. – doch bereits im Zugabteil war die Entspannung weg, als auch beim Umsteigen. Der erste Sprint des Tages. Dazu fiel 15 min vor Innsbruck der Zug wegen eines Defektes aus. Nochmal alles packen und rüberrennen. Ein Traum. In Innsbruck angekommen, war der Streß erst mal weg. Eine wunderschöne Stadt, die Sonne scheint und das Hotel direkt um die Ecke. Und die kleine Maus hat direkt Hunger 😊 Stresslevel steigt wieder 😀

Freitag – der Tag vor dem Wettkampf. Vormittags haben wir uns entschieden bei bestem Wetter die Stadt ein wenig anzuschauen, gemütlich zu Frühstücken und in den Alpenzoo zu gehen. Dass es am Ende 27 Grad im Schatten sind und der Alpenzoo (trotz Bahn) einige Höhenmeter hatte, machten mich ziemlich fertig. Ich versuchte viel zu trinken, aber puh … schwitzte mehr raus! Am Ende waren wir den ganzen Tag auf den Beinen und ich war doch recht müde. Gerade die Beine und alles zwickte und war verhärtet. Yeah 😊 Ich fuhr dann nachmittags mit dem Bus in die Olympia World, checkte beim Lauf ein, fachsimpelte mit Dynafit wegen des Flasks Problem an meinem Rucksack und holte meine Startunterlagen ab. Und so langsam kribbelte es. Das Event packte mich und die Anspannung stieg ein wenig. Nach einem leckeren vietnamesischen Abendessen (am anderen Ende der Stadt), legten wir uns ins Bett. Ich legte grob alles zu Recht und um 5:45 Uhr klingelte der Wecker.

Samstag – ich war schon früher wach. Problem – die Betten quietschten so laut, dass sobald ich mich bewegte, meine Tochter und/oder Frau wach werden. Ich rollte mich aus dem Bett und im Dunkeln suchte ich meine sieben Sachen zusammen, um mich dann im Flur des Hotels anzuziehen. War etwas komplizierter. Danach zum Hauptbahnhof gelaufen, leichter Nieselregen, jedoch nicht kalt. Auf der Suche nach dem Bus, aß ich meine Banane (denn an meinen Rosinenzopf kam ich im Zimmer nicht, raschelte zu laut). Sah die Busnummer, flitzte hin, verlor dabei die Hälfte meiner Banane und der Busfahrer machte vor meiner Nase die Tür zu. Toll. Hatte doch noch 3 min Zeit? Er hätte auch einfach sagen können, dass er Dienstende hat. Also wieder fünf Buslängen zurückrennen. Puh. Ab geht’s.

An der Olympia World war schon einiges los. Ich gab meine Drop Bag ab und setzte mich in den Shuttle Bus nach Kranebitten. Ich war erstaunlich entspannt, aber beobachtete alle Läufer*innen. Wie sie ausgestattet sind, die Aufregung, die Stimmung. War von allem was dabei.

In Kranebitten lief ich mich ein wenig warm und traf Steffen. Wir beide trainieren bei Lars von Michael Arend Training und kannten uns nur aus der WhatsApp Gruppe. Dann ging es zum Startblock. Auf dem Weg aß ich noch eine ClifBar und quetschte mich nach einem „Equipment-Quick-Check“ in den Block. Tief durchatmen. Sitzt alles richtig. Und los. Die Taktik war, die Hälfte des Rennens bei einem Puls von unter 140 zu bleiben. Gar nicht so einfach, aber bis zur Mutterer Alm ging es bergauf. Die Strecke war laufbar und länger flach, als ich dachte. Bis zur ersten VP ging es nicht wirklich hoch. Wann kommen denn die Höhenmeter? Ich lief genau meinen Stiefel. Verpflegte mich ein wenig und ging weiter. Und dann ging es doch hoch und es war mehr ein Hiken, als Laufen. Aber das ist ok. Uns erwarten 42km und wir sind am Anfang. Ich war gut drauf und die Schwere in den Beinen vom Vortag wie weggeblasen. Ich beobachtete auch den Rest des Teilnehmerfelds und wunderte mich, wieso man in Minischritten bergauf läuft, anstatt einfach zu gehen. Kostet doch viel weniger Energie. Aber jede*r soll ihr / sein Tempo laufen. Ich blieb bei der Vorgabe von Coach Lars, und trotzdem schwankte meine Herzfrequenz und kam auch über die Schwelle. Bei km15 waren wir dann an der Mutterer Alm. Definitiv das Highlight des Laufes. Sowohl von der Aussicht als auch der Stimmung. Auch wenn der Weg über die viele Wurzeln nach oben manchmal mühselig war. Ich bog zur VP ab, nahm ordentlich Salz und Bananen zu mir. Füllte die Flaschen auf und zog den Rucksack ab, um die Laufstöcke hinten wieder zu befestigen. Ab jetzt wird gelaufen! Da müssen die Hände frei sein 😉 Und los gings. Ab jetzt kamen viele laufbare Wege und viele tolle Singletrails. Auch hier waren viele Wurzeln unterwegs, aber es machte einfach Spaß. Ich lies es laufen. Und drückte zu sehr aufs Tempo. Ich überholte einen nach dem anderen. Und mein Selbstbewusstsein stieg. Das Training zahlte sich voll aus. Erst langsam machen und dann richtig Spaß haben. Dies ging auch bis km25 super. Dann rutschte ich weg und mein linker Oberschenkel verkrampfte. Ich machte langsamer und merkte, wenn ich noch mal falsch belaste, bricht der Krampf richtig aus. Cool bleiben, Timo. Ganz cool bleiben. Ich atmete tief durch und versuchte meine Gedanken von den Beinen abzulenken. Gelang mal mehr oder weniger gut. Dann kamen wieder Downhill Passagen und da wurde es verdammt kritisch. An der nächsten VP nahm ich eine Handvoll Salz zu mir und paar Bananen. Noch paar ClifBloks hinterhergeschoben und viel getrunken. Zum Glück laufen wir erstmal über Straße und kurz danach ging es wieder in den Wald und Downhill. Ich versuchte ein Tempo zu finden, mit dem ich gut vorankam, jedoch aber auch keinen Krampf riskieren würde.

Bei km33 war denn so weit, Beide Oberschenkel zogen zu. Ich sah direkt mein DNF. Ich musste stehen bleiben und alle zogen wieder an mir vorbei und sahen mich herumhumpeln. Was lief falsch? Egal. Was kann ich jetzt machen, um zu finishen? Ruhig bleiben. Richtig. Ich bewegte mich, wie auf rohen Eiern und ging und ging um dann wieder ins Laufen überzugehen. Eine VP wartet noch. Die sollte ich zwar links liegen lassen, aber ab jetzt ist die Taktik egal. Und von einer Traum Zielzeit von 4:30h habe ich mich verabschiedet. Ich schaffte es zur nächsten VP und löffelte das Salz. Trank noch mal Isogetränke und lief weiter. Es ging, aber nicht toll. Vor jedem Up- oder Downhill hatte ich echt Respekt. Ich konnte die tolle Umgebung gar nicht wahrnehmen. Es ging durch eine schöne Schlucht, durch die die türkisblaue Inn floss. Richtig toll, aber ich beißte mich durch und vor mir eine Läuferin, deren Tempo ich zumindest beibehalten konnte. Doch irgendwann verlor ich sie fast aus den Augen. Ich muss doch noch laufen können? Kann doch nicht nichts mehr gehen. Und was war das? Es ging noch mal rauf? WIESO? 🙂 Mit einer anderen Mitstreiterin kämpfte ich mich nach oben, an einigen Wanderern vorbei und es ging rauf und rauf. Das bedeutet jedoch, es geht auch bald wieder runter! Davor hatte ich bammel. Wir hatten das gleiche Tempo, sie sah eindeutig fitter aus. Aber für mich zählt nur die Ziellinie, ob jetzt vor oder hinter ihr … ich muss da erstmal hinkommen. Was ich generell beim Lauf beeindruckend fand, dass die Personen, die überholt wurden, einen noch motivierten und anfeuerten. Oder wenn wir merkten, wir kämpften beide, uns über unsere Wehwehchen austauschten und beklagten (das Knie, der Oberschenkel … jeder hatte was anzubieten… was aber bedeutete – es ging allen zum jetzigen Zeitpunkt gleich) und uns Mut machten, ins Ziel zu kommen.

Ich schaute auf die Uhr und eine SUB5 ist möglich. Das war das ursprüngliche Mindestziel und vor dem Lauf hätte ich das auch sofort unterschrieben. Ich konnte meine Zeit bei solch einem Lauf vorab gar nicht einschätzen, aber unter 5h nehme ich. Auf geht’s!

Downhill … in Serpentinenform. Warum? Eng um die Ecken rennen ist jetzt alles was ich NICHT brauche. Ok los geht’s … vorsichtig, aber in einem gewissen Tempo. Das muss doch gehen. Die Dame hinter mir, bekam wohl jetzt auch Krämpfe… kann so gut mitfühlen …

Km40 hatte ich noch eine Pace von 9:45min/km (hier ging es auch noch mal 57m hoch), Km41 4:39min/km und Km42 – der Zieleinlauf – eine 4:21min/km. Da vorne ist das Stadion, die letzten Meter, noch eine Schleife drehen und da ist das Ziel. Ich holte noch 2-3 Personen ein und auch die Dame die 6km vorm Ziel mir davonzog. In der letzten Kurve zog ich vorbei und sprang von meinen Gefühlen überwältigt (keine Ahnung warum, aber die Anspannung fiel ab & ich merkte, ich habe es geschafft) ins Ziel nach oben! Puh … was ein Lauf. Und wen haben wir im Zielbereich: meine Tochter Valeska und meine Frau Julia. Das gab mir noch mal einen extra Push! Ohne die Beiden wäre dieser Lauf nie möglich gewesen. Sie mussten aufgrund des ganzen Trainings öfters auf mich verzichten. Und dafür kann ich nur ein riesengroßes DANKESCHÖN sagen!

Ich unterhielt mich im Ziel noch mit Steffen, trank ein paar alkoholfreie Weizen, nahm Vitamine zu mir und ging direkt mit meiner Familie auf den Spielplatz! 😊 Keine Pause – als Familienpapa, keine Chance 😊

 

Brauche ich noch Wettkämpfe?

Nun ist es soweit .. unsere kleine Tochter Valeska ist seit dem 17.06.2020 auf der Welt. Knapp 2 Wochen früher als gedacht. 

Aber da sieht man wieder, es ist nicht alles im Leben planbar 😉 Und das ist manchmal auch gar nicht so verkehrt 😉

Mein Fokus hat sich geändert. Definitiv! Hätte ich nie gedacht. Nicht so. So extrem 🙂 Ich versuche gerade unser “neues” Leben zu ordnen. Und in jedem Moment, kommt es auch immer wieder anders. 

Die Entwicklung eines kleinen Menschens tagein tagaus mitzuerleben, ist der Wahnsinn und alles was damit zusammenhängt grenzt an ein Wunder! Jeder der behauptet noch kein Wunder gesehen zu haben, wird es spätestens bei dem eigenen Kind erleben! Aber auch die Verantwortung die ein Kind mit sich zieht, ist enorm. Und es gibt kleine Momente, da denkt man, ich bin dieser Aufgabe nicht gewachsen! Oder wow .. es ist alles anstrengender, als jede Erzählung die man mitbekommen hat. ABER: sobald dieses kleine wundervolle Geschöpf mich mit ihren großen Augen anschaut, ist alles vergessen! Es ist das tollste, wundervollste und beste was mir in meinem Leben passiert ist. 

Das Jahr hat es natürlich in sich. Erst noch die verrückten JGA in Las Vegas und Bamberg, kurze Zeit die Liebe meines Lebens geheiratet. Und da fing die Corona Geschichte auch schon an. Die Hochzeit fand ohne Familie und Freunde statt. Aber sie fand statt! Das ist das Wichtigste. Aber gefeiert wird trotzdem noch 🙂 So was lässt man sich doch nicht nehmen 🙂 Und dann fing die Zeit daheim an. Homeoffice / Mobile Office, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Alles änderte sich und der Bauch meiner Frau wuchs mit diesem kleinen Wunder. So viele Einschränkungen Corona auch mit sich brachte und wir unsere Hochzeitsreise verschieben mussten, bin ich inzwischen froh. Denn ich habe das Priveleg, täglich (bis mind. Ende des Jahres) meine Tochter beim Aufwachsen zu erleben und immer an ihrer Seite zu sein. Und natürlich an der Seite meiner Frau und sie unterstützen. Klar, ich hab auch Urlaub und die Elternzeit kommt auch. Aber wie wertvoll es doch ist vom 17.06. – 31.12.2020 durchgehend bei meiner Familie zu sein? Daher hatte am Ende Corona etwas sehr positives für uns! Und der ganze Ärger und die Bauchschmerzen sind vergessen. 

Gut zurück zum Thema. Es geht ja um Sport. Ich hatte ja im Vorfeld behauptet, ich werde trotzdem Sport machen. Trotz des neuen Lebensabschnitts. Man hört im Vorfeld ja immer, vergiss das die ersten 6-9 Monate. Du kommst zu gar nichts. 

Und was man nicht immer alles sich anhören durfte. Aber ist das nicht immer eine Sache, die man mit sich selbst aus macht? Ist es nicht eine Sache der Eigenmotivation? Klar, wenn ich mal 5  min habe und ich die Nacht nicht geschlafen habe, kann ich auch einfach mich auf die Couch oder ins Bett legen, oder ich kann ne kleine Runde durch den Wald laufen und den Kopf freibekommen. 

Das heißt, ja ich bin immer noch auf Sport aus. Sport ist und bleibt mein Ausgleich. Mein Hobby. Mein Ding. Aber letztendlich mach ich den Sport nur für mich. Und wenn ich ihn mal nicht mache, ist es kein Weltuntergang. Mir ist nur wichtig, das ich aktiv bleibe. Daher wenn ich nur mal 5km laufe, ist es so. Wenn ich lediglich spazieren gehe: top – schließlich hab ich mich bewegt und war an der frischen Luft!

Mir wird von Woche zu Woche immer bewußter, mir fehlen nicht die Wettkämpfe und den damit verbundenen Herausforderungen in diesem Moment nicht!

Klar, die Atmosphäre, sich mit anderen zu messen und neue Leute kennen lernen fehlt einem, aber dazu brauch man doch ehrlich gesagt keinen Wettkampf? Der Wettkampf hat natürlich den Vorteil, dass man “sicherer” ist: da es Streckenposten und Bergwacht / Rettungsdienste gibt, dass es Verpflegungsstationen gibt und die Strecke genau markiert ist. Aber das war es dann auch schon 🙂

Ich kann mich doch auch mit meinen Kumpels verabreden, und die Hausstrecke ballern oder einfach neue Wege finden? 

Jetzt wo auch die Lauftreffs wieder stattfinden, hat man auch wieder Menschen beim Laufen um sich herum. Und dank Corona, haben auch einige mehr den Sport für sich gefunden! 

Und ganz ehrlich, sobald ich in die Berge komme, will ich alleine (oder dann sobald möglich mit meiner Familie) die Gegend erkunden, in meinem/unserem Tempo. Dazu brauch ich keinen Wettkampf. Und ich kann Pause machen, wann und wo ich will. Ich kann mir Vesper mitnehmen, oder in der Berghütte einfach einen Kaiserschmarrn gönnen und dann gemütlich ins Tal zurück. Oder wenn ich keine Lust mehr habe, mit der Seilbahn runter :p Ich kann mir alles so einteilen wie ich will. 

Bin ich länger in der Gegend, kann ich erst die Strecke mir anschauen und Tage später einfach mal Vollgas durchziehen. 

Bis jetzt war es immer so in meinem Kopf verankert: ich trainiere, will mich auch messen oder neue Dinge erleben und brauch 15-20 Wettkämpfe im Jahr! Dazu gehört dann auch die Planung, es muss in den Terminkalender passen und die Familie muss hier auch mitspielen (hatte hier immer super Glück 🙂 

Unterwegs mit Freunden

Ich weiß auch nicht, wieso sich meine Sicht in zwischen so stark geändert hat, aber ich brauche es aktuell, in diesem Moment nicht. Vielleicht liegt es auch daran, wenn ich – während ich hier die Zeilen schreibe – meine kleine süße Tochter anschaue, dass mich dies erdet und glücklich macht. So simpel kann das Leben sein!

Und wenn ich dann mal ne Stunde für mich habe und 10km um den Block renne, dann reicht mir das. Oder eine Stunde in den FT-Club gehe und die vielen Sportfreunde treffe … 

Ich mach immer noch 3-5x die Woche Sport. So ist es ja nicht. Es ist bloß weniger planbar” 🙂

Zudem muss ich mir nichts mehr beweisen. Klar könnte ich mit Training schneller oder auch weiter – aber zu welchem Preis? Was würde mir das” bedeuten? Ich will neue Sachen sehen, neue Gipfel erreichen! Die Luft, das Wetter, die Aussicht und vor allem das Kulinarische genießen. Wenn ich mich doch mal verlaufe, dann entdecke ich automatisch neue Wege. Bei einem WK würde ich mich nur ärgern, da ich dann Zeit verloren hätte oder aus dem WK raus bin. So kann ich es einfach genießen und mir einen Plan austüfteln, wie ich zurückfinde… Das ist doch viel spannender! 🙂 Jedes Mal ein kleines Abenteuer! 

Oder man trifft sich einfach mit denen Leuten, mit denen man auch Sport macht und die ebenfalls Kinder haben und geht spazieren und ein Bierchen trinken 🙂

Verrückte Aktionen werde ich weiterhin machen! Keine Sorgen 🙂

5. STREETwald Cross Dirt Run

Alle Jahre wieder – das ist nun mein 5. Jahr beim STREETwald Cross und meine fünfte Teilnahme. Ich habe mir fest vorgenommen, dieses Jahr mich nicht zu verlaufen und (wie immer) Vollgas zu geben.

Doch dank Altweiberfasching und dem Burn-Training am Tag zuvor im FT-Club Aschaffenburg war ich nicht so spritzig wie ich dachte 🙂 Aber das alles sollen ja keine Ausreden sein :p Ich habe die Prioritäten eben so gesetzt, dann muss mit den Konsequenzen auch gelebt werden. Und ich dachte, ich komme den ganzen Erkältungs-/Grippen-Viren davon, aber irgendwas schlummerte …

Doch es zwickte dann auch etwas in der Magen-Darm Gegend – ich hatte mal ein basisches Pulver VOR dem Lauf zu mir genommen, anstelle zur Regeneration danach! Ein Fehler? Ich habe mit meinem Säure-Basen-Haushalt eh so meine Probleme und Reflux und wenn ein Baustein vorm Lauf nicht passt, merke ich das enorm.

Doch zurück zum Lauf. Dank des Orkans “Sabine” zwei Wochen zuvor wurde die Strecke auch abgeändert. Sicherheit geht wie immer vor und bei der Streckenbegehung vor Kurzem hat man das ein oder andere schon erahnen können. Daher waren es nun zwei identische Runden zu laufen, da kann ja hier schon einmal nichts mehr schief gehen … 😉

Die ersten 7-8 km fühlten sich gar nicht gut an, ich war zwar nicht langsam, aber konnte auch nicht alles geben. Die Beine fühlten sich schwer an. Die Mini-Führungsgruppe zog an mir vorbei und setzte sich etwas ab. Daher mein Bruder Kai und die restlichen Läufer vor mir waren zwar meistens noch in Sichtweite, ich schätze so 400 Meter trennten uns. Daher alles im Griff, nur nicht mitreißen lassen, aber auch nicht den Anschluss verlieren. Doch meine Stärken werde ich schon noch ausspielen.

Zwischendurch merkte ich auch … oh oh ich laufe mir mal wieder ne Blase! Das ist mir in den Schuhen und den Socken noch nie passiert! Da hab ich wohl irgendwas falsch gebunden … verdammt … aber anhalten ist auch nicht 🙂

Nach 10,4km ist fast die erste Runde geschafft. Ich habe nicht viel nachgedacht und habe für den Fotograf posiert und gequatscht und statt rechts abzubiegen, lief ich (aus welchem Grund auch immer) gerade aus und habe knapp einen Kilometer ausgelassen. Was nun? Bei der nächsten Verpflegungsstation kam die Gewissheit, ich bin an erster Stelle durch mein Mißgeschick. Ich wollte danach mich disqualifizieren lassen bzw. je nach dem was der Veranstalter sagt, gerne auch plus x Minuten Strafzeit. Daher lief ich weiter und genoss es als Longrun für mein aktuelles Training. Doch wenn niemand vor und hinter einem ist, fehlt auch absolut der Wettkampfgedanke. Ich brauch das einfach, mich an die Fersen des Vordermanns /-frau zu hängen. Und so lief ich und lief ich und machte auch die ein oder andere Pause – da ich ja diesen Drang nicht spürte. Doch irgendwann kam der Wettkampfgedanke zurück und ich dachte mir, ich lauf am Ende einfach die Schlussschleife zweimal – dann hab ich meinen Fehler wieder ausgemerzt und alles ist wieder im grünen Bereich! Abkürzen (auch wenn unbeabsichtigt) ist nicht meins – das lässt der olympische Gedanke nicht zu 😉 Doch in der zweiten Runde ständig zu Grübeln war auch nicht gut. An vielen Stellen ging ich hoch, anstatt zu Laufen oder ließ mir eben etwas mehr Zeit. Egal, am Ende machte dies vielleicht 2-3 Minuten aus.

Es war schon komisch, nach 23km am Ziel vorbeizurennen, um noch einmal diese Schleife zu drehen. Doch dann endlich – Zielspurt … noch wenige Meter und ich bin im Ziel.

Meine Uhr zeigte mir 23,8km mit 2:00:08h an – ok es gibt definitiv schlimmeres, als 24km mit 600HM in 2h zu laufen 🙂 Es war  mein erster Longrun 2020 – leider blieb somit das lustige Brüderduell erneut aus, aber Spaß hatten wir alle trotzdem und das ist – wie bereits erwähnt – die Hauptsache. Und ich bin froh, aktuell der Grippewelle zu entkommen (auch wenn irgendwas seit Tagen bei mir schlummert) und nicht wie bisher die Jahre zuvor mit Verletzungen und Wehwechen herumzukämpfen!

Am Ende bei den Gesprächen mit der Streckenverwaltung und den anderen Teilnehmer war ich wohl nicht der Einzige, der gerade aus lief nach Runde eins … 😉

Ich war heute nicht topfit, andere waren definitiv stärker und verdient vor mir! Solche Tage gibt es! 🙂

Aber ich konnte mit gutem Gewissen wenigstens mir danach den leckeren Kuchen schmecken lassen 🙂 Wie immer eine super tolle Veranstaltung und ich werde weiter mit meinem geplanten Training machen. Innsbruck läuft sich ja nicht von alleine 🙂 Und wenn ich jetzt gut ins Training komme, sind die 4h für den K42 absolut realistisch 🙂

Weitere Erkenntnis: Core-Training und Alternativtraining zahlen sich aus, Beine waren fast bei 100% am nächsten Tag! Nur die Blutblase an meinem Problemzeh zwickte ein wenig, aber den Druck hab ich auch “abgelassen” 🙂

Danke an alle Helfer*innen!

In diesem Sinne – sportliche Grüße Euer Timo

Fotos von https://it-foto-janek.de/ und Main-Echo

Goldbacher Wintercrossserie 2019/2020

Alljährlich – von November bis Januar findet die Wintercross Serie in Goldbach statt. Insgesamt neun Läufe, quer durch den Wald, mit immer unterschiedlichen Witterungsbedingungen! 10km auf denen 200 Höhenmeter verteilt sind und über 600 Gleichgesinnten an meiner Seite!

Sonntag früh im Winter. Um 8 Uhr klingelt der Wecker. Aufstehen! Laufsachen zusammen-suchen. 1-2 Honigtoasts essen, anziehen und dem erstem Blick aus dem Fenster. Oft war es nass dieses Jahr. Schnee – leider Fehlanzeige. Kalt war es dafür (fast) immer.

Trotzdem – die kurze Hose hatte ich an, egal ob bei Wind, Kälte oder Regen. Nach dem kleinen Frühstück, gehts ins Auto. 9 Uhr Ankunft und die 300 Meter bis zum Startbereich warmlaufen. Bekannte Gesichter grüßen, danach erneut ein paar Meter warmlaufen, fertig machen, Schuhe noch einmal binden und ab in den Startblock. 9:30 Uhr los gehts. Der Countdown wird heruntergezählt.

Je nach Sonntag fanden sich immer 550-700 Läufer*innen und Läufer an der Startlinie. Woche für Woche die selbe Strecke, die selben Gesichter und das selbe Ziel: Spaß haben 🙂

Die Strecke hat es in sich. Nach der kurzen Start- und späteren Zielgerade geht es direkt in den Wald und zum ersten (stetigen) Anstieg. Danach kurz verschnaufen, bevor es in die Bessenbacher Schleife geht. Ab jetzt wird es bereits technischer, enger und vor allem matschiger. Wieder raus und der nächste Anstieg. Nun kann endlich für ein paar hundert Meter verschnauft werden. Jetzt kommen einen bereits jede Menge Läufer*innen (die diese Schleife noch vor sich haben) entgegen – man feuert sich gegenseitig an, grüßt sich (falls man sich nicht bereits vorher gesehen hat) und gibt weiter Vollgas. Die ersten 2 km sind geschafft 🙂

Nach 1-2 Rennen ist auch klar, wer die direkte Konkurrenz ist. Man hat um sich herum so gut wie immer die selben 10-15 Personen, die einem am Ende die Plätze streitig machen können 🙂 Daher kann man sich vom Tempo auch immer gut dort einpendeln, bzw. sieht auch von Woche zu Woche wer sich steigert oder eben auch schwächelt 🙂

Bei Kilometer 3 wird es dann immer richtig rutschig. Erst ein knackiger kurzer Anstieg, dann ab in den Matsch (dieses Jahr knöcheltief) und einen kleinen (ebenfalls rutschigen) Hang hinunter, bevor die nächste Passage bewältigt wird. Bei Kilometer 5 kommt man auf einen normalen Waldweg, gerade und erneut zum Verschnaufen. Der nächste Anstieg, mit Schleife und anschließendem Downhill wartet vor uns. Von Kilometer 6- 8 kann richtig Gas gegeben werden, da es hier hauptsächlich abschüssig ist und man mal so richtig die Socken qualmen lassen kann. Hier sieht man auch sofort, wer sich Downhill mehr traut …

Hier kann ich etliche Plätze gut machen bzw. mir einen kleinen Vorsprung für den letzten entscheidenden Abschnitt holen!

Der berüchtigte Kilometer 8. Hier geht es fast einen ganzen Kilometer bergauf. Hier versuche ich immer in einem gleichmäßigen Tempo zu laufen! Die Geschwindigkeit ist fordernd, die Muskeln der Oberschenkel brennen, aber ich werde mir nicht komplett den Stecker ziehen aber mich auch nicht zum Gehen zwingen. Oben angekommen, heißt es kurz Luft holen und für die Zielgerade positionieren. Es geht noch mal kurz runter und wieder rauf, bevor wir in die Schlußgerade kommen .. die bereits vor neun Kilometer gelaufen wurde …

Schlußspurt. Die letzten 1000m steigere ich kontinuierlich das Tempo. Dann fokussiere ich die Konkurrenz an und bündele die Kraft auf den letzten Metern! Schließlich können hier noch ein, zwei oder gar drei Plätze gut machen!

Das Ritual ist immer gleich. 500m vorher, Startnummer nach vorne drehen, Ziel anvisieren und beschleunigen. So lautlos es geht 🙂 Oft hänge ich mich direkt an die Person, und bevor diese realisiert was los ist, bin ich bereits mit meinem höheren gleichmäßigen Tempo vorbei! Bis diese dann versuchen mit den letzten Kraftreserven zu beschleunigen und entgegenzuwirken, habe ich die entscheidende Meter gewonnen und die Ziellinie überquert! 🙂

Das Ziel! Links ab in den Zielkanal, kurz Luft holen. Konkurrenz abklatschen und ab zum Stand mit dem heißen süßen Tee. Es gibt nix besseres, als den Tee danach im Ziel! Kurze Gespräche und ab nach Hause unter die heiße Dusche! 🙂 Und gemütlich Frühstücken!

FAZIT: Irgendwie ist man froh sobald die Serie vorbei ist, aber gleichzeitig findet man dies auch wieder schade. Ich bin seit 2015/16 dabei. Im Jahr 2016/17 lief es jedoch erst für mich – endlich unter 50 min. Und von Jahr zu Jahr steigerte ich mich. Außer in der aktuellen Saison… 2-3kg mehr auf den Rippen, Topspeed fehlte, aber trotzdem so ganz unglücklich bin ich nicht 🙂 Es reichte für Platz 6 meiner AK – und somit erhalte ich einen Pokal 🙂 Das dritte Jahr in Folge! Außerdem ist es das erste Jahr, bei dem ich in allen 8 Läufen dabei war! Alleine das ist, aus gesundheitlicher Sicht, ein Erfolg!

Ich muss aber auch sagen, die 45 Personen vor mir, stehen nicht umsonst vor mir. Alles Topläufer, aus diversen Vereinen aus dem Rhein-Main Gebiet. Und in meiner AK startet natürlich auch der Seriensieger 🙂 Und er ist richtig richtig schnell 🙂 Glückwunsch Solomon zum Gesamtsieg!

Für mehr Informationen: www.wintercross.de

JahrAKPlatz AKPlatz gesamtTOP5 ZeitenTOP Zeit
2015/2016LM302430104:28:4700:52:23
2016/2017LM35138203:56:3500:46:25
2017/2018LM3564803:42:5200:43:18
2018/2019LM3543303:32:5400:42:05
2019/2020LM3564603:36:0300:42:44

Wie habe ich für meinen ersten Ultra trainiert?

Rückblick – am 03.08.2019 bin ich meinen ersten Ultratrail gelaufen. Im wunderschönen Pitztal in Österreich.
Es war noch ein “Kleiner” 🙂 Aber mit 46km und > 2200 HM für mich schon recht ordentlich. Gerade die Höhenmeter waren am Ende “härter” als gedacht.
Doch wie bin ich da hin gekommen? 

Wenn man die nackten Zahlen sich anschaut, habe ich mich mehr oder weniger gut darauf vorbereitet:

MonatDistanz
(in km)
Anzahl LäufeAnzahl WettkämpfeDurchschnitt
(in km / Lauf)
Januar60,5728,64
Februar71,9808,56
März48,03116,00
April41,1706,87
Mai64,51115,86
Juni151,315010,09
Juli189,014313,50

Doch wie lief es wirklich?
Nach dem letzten Wintercross Lauf am 13.01. bin ich in ein kleines Loch gefallen. War nicht wirklich fit.
Es zwickte hier, es zwickte da und richtig Kilometer fressen konnte ich nicht.

Als kleiner Meilenstein kann ich festhalten, dass ich dann am 02.03. aus dem Stand heraus, den STREETwald Cross gelaufen bin. Schöner kleiner familiärer Trailrun hier in Aschaffenburg. Eigentlich ein Lauf mit 22,6km und 630HM, am Ende waren es jedoch 25,3km mit ein paar Höhenmetern mehr. Warum? Weil ich falsch abgebogen bin 🙂

Fehlende Regeneration merkte mir man an, als ich einen Tag später noch mal einen lockeren Lauf mit meinem Bruder mit 7,5km machte und danach direkt Fasching/Karneval feierte. Waren dann den ganzen Tag auf den Beinen, dazu etwas Alkohol und ja … wie es halt so ist 🙂
Eine Woche später lief ich in Ulm an der Donau entlang und merkte immer mehr das Ziehen im linken Fuß .. nach 15km brach ich meinen Lauf ab und das war es dann auch erstmal für längere Zeit.
Ich bin dann fast einen kompletten Monat (08.03. – 02.04.) gar nicht mehr gelaufen. Am 02.04. brach ich auch direkt nach 500m wieder ab, da die Schmerzen direkt wieder auftauchten. Und Anfang Juni sollte der ZUT mit 64,8km stattfinden. Es wird eng!

Und zwischendurch musste ich ja noch einen kompletten Umzug bewältigen, denn ab dem 01.04. ging es in die neue Wohnung. Was das im Detail hieß?

  • Trainieren
  • alte Sachen ausmisten
  • neue Sachen (Möbel, Farbe usw.) besorgen
  • planen & organisieren
  • wenig Schlaf
  • Wertstoffhof (mehrmals)
  • neue Wohnung streichen und vorbereiten
  • Möbel abbauen und Kisten packen (alte Wohnung)
  • Umzug
  • Möbel aufbauen und Kisten wieder auspacken (neue Wohnung)
  • alte Wohnung streichen
  • zwischendurch noch die Fernbeziehung -> daher zwischen Aschaffenburg und Ulm pendeln

Zumindest war Wandern & Spazieren drin. Sonst wäre ich noch völlig durchgedreht. Es ging in den Urlaub auf Madeira und dieser sollte eigentlich ein Aktivurlaub werden. Doch primär natürlich die Sonne und Landschaft sowie die Zeit mit der Liebsten genießen und am Ende den Kopf frei bekommen. Doch beim Wandern merkte ich, dass der Fuß sich gut anfühlt und bauten zwischen jede Wanderung den ein oder anderen Kilometer mit Laufen ein. Traumhafte Trails gibt es dort genug. Und dieser Urlaub lies mich wieder soviel Kraft und Zuversicht tanken, dass es wortwörtlich wieder bergauf ging! 😉

Mein Comeback gab ich dann am 11. Mai und schwups … es lief! Da ich es nicht lassen konnte, bin ich gleich die Woche drauf einen Wettkampf, den Aschaffenburger CityRun, gelaufen und lief die 8km in einer 4:13er Pace. Also alles war nicht weg 😀

Ab jetzt fing ich wieder das regelmäßigere Laufen an. Zwar immer noch nicht so ausgiebig wie geplant, aber wie heißt es schön: mühsam nährt sich das Eichhörnchen 😀
Mal ein 10km Trail hier, mal 21km dort, mal 17,5km zwischendrin … und ich musste realisieren und die schwere Entscheidung fällen, meinen Zugspitz Ultratrail, die geplanten 64km platzen zu lassen. Mein erster Ultratrail – mein großes Jahresziel geplatzt … daran knabberte ich ein paar Tage enorm. Aber dies war die einzig richtige Entscheidung. Und letztendlich ist es kein Weltuntergang, aber eine Alternative musste her.
Daher hängten wir Ende Juli an die Walser Trailchallenge noch einen weiteren Aufenthalt nach und es ging ins Pitztal. Der PAGT – Pitztal Alpine Glacier Trail. Dieser war am 03.08.2019 – mit 46km und den über 2.200 Höhenmetern – dann meine erste Ultraerfahrung und der Ersatz für den ZUT!

Doch bis dahin musste ich weiter trainieren. Ich kam auf die Idee und machte verrückte Experimente. Frühs zur Arbeit und in der Nachmittags Hitze (38 Grad!!!) wieder die 10km zurück zu laufen. Bei jedem Kilometer merkte ich, wie mein Körper immer weiter abbaute und ich immer langsamer wurde. Dann steigerte ich wieder die Umfänge und wollte Höhenmeter sammeln. Was im Spessart doch schwieriger ist, als ich dachte.
Ich wagte 23km in der Haibacher Schweiz mit knapp 700HM und den Triple Wintercross in Goldbach mit 27km und 560HM. Gut fühlte sich das nicht an, aber ich immerhin blieb am regelmäßigen Training dran. Und lief länger und “höher”. Aber schon bitter, wenn am Ende keine 1000 HM zusammenkommen, aber es sich anfühlte wie weiß Gott wie viele 😀

Ich konnte so im Juni und Juli knapp 300 km trainieren und der Körper machte alle verrückten Dinge mit und dann kam die Woche der Wahrheit – die Fahrt nach Österreich.
Samstags (27.07.) direkt der Start mit 16km durch das Kleinwalsertal mit 880 HM. Dies war ein Riesenspaß. Ich lief mit Julia, wir genossen das Wetter und die Strecke und liefen gemütlich.
Dann gab es Gewitter und Wolkenbrüche und der nächste Tag war schon innerlich für uns abgehakt. Doch wir gingen an den Start und Sonntags warteten dann 30km mit 1680 HM auf uns.
Julia lief noch nie so weit und es regnete 85% der Zeit. Das war mal ein richtiger “Dreckslauf”. Eine Grenzerfahrung für uns. Mehr dazu im Artikel -> Walser Trailchallenge

Und eine Woche später mein ZUT-Ersatz – am 03.08. – der Pitztal Alpine -> hier der ausführlicher Bericht.

Fazit: Oft läuft es nicht so wie geplant. Aber es ist immer wichtig auf die innere Stimme zu hören! Mit Vernunft in Kombination mit dem absoluten Willen es zu schaffen, sind solche Herausforderungen möglich. Daher wenn der Körper sagt: “Gönn dir eine Pause” – dann hört auf euren Körper. Und wenn er aber sagt: “Heute ist der Tag, wir starten eine verrückte Aktion” – dann kann auch mal die Vernunft zu Hause bleiben 😀

Pitztal Alpine Glacier Trail am 02.08.2019

Das war er also … mein erster Ultratrail und Bergmarathon!

Und es fing alles so mies den Abend zuvor an. Keinen Appetit. Nachts nur wach gelegen, Halsschmerzen und frühs vorm Lauf war mir übel. Konnte nix frühstücken und war leicht blass. Irgendwas stimmte nicht, und es war nicht nur die Aufregung!

Um 6:00 Uhr waren wir am Start – und wärmten uns in einem Café. 6:30 Uhr das erneute Briefing, 6:50 Uhr Rucksackkontrolle und Startaufstellung! Die Anspannung war groß, der Berg hoch und wir befanden uns jedoch im Tal! 
7:00 Uhr – Start – das Teilnehmerfeld lief los – 800m lange flache Schleife und ich hängte mich mal vorne mit ein. Dann kam der erste Anstieg. 4,2km mit 600HM zur Rifflseehütte und dann zur Sunna Alm – nach 56 min war ich oben und die Oberschenkel waren bereits im Eimer. Gut, dass noch 1800HM folgen werden 😳 Oben stand Julia bereits und feuerte mich an! Nach der ersten VP, ging es flach um den Rifflsee und ab ins Hochgebirge. Nach weiteren 2km wurde es technisch. Bäche, Steine, Felsen, Matsch, Schneefelder, schmale Singletrails, dickes totes Schaf im Weg usw.! Ich fühlte mich nicht fit, bekam langsam Hunger (dem fehlenden Frühstück sei Dank), meine Füße konnte ich kaum heben und bekam schlecht Luft! Klingt prima, nicht wahr? 🙂 Nach 10km legte es mich das erste Mal, als ich einem 105km Läufer Platz machte. Nach 11km legte es mich zum zweiten Mal auf die Fr@?€&! Was ist nur los heute? Viele Gedanken in meinem Kopf – ob das heute überhaupt Sinn macht? Habe ich genug trainiert? Die Woche doch übertrieben? Ich laufe erstmal weiter! Hilft ja alles nix! Bei km14 stand Julia wieder da und feuerte mich und meine Mitstreiter an! Bevor es mich kurz danach richtig aufs Maul haute. Rechte Hand blutete leicht, kurz geschüttelt. Und weiter! Und schwups der nächste Anstieg! Nach knapp 20km kam ich am Taschachhaus an – grinste in die Kamera und aß alles kreuz und quer! Nun kam eine lange technische Downhill Phase und ich fühlte mich gar nicht sicher auf meinen Beinen! Lies auch alle anderen Läufer*innen passieren! Wahnsinn was manche ein Tempo hier machten! Respekt! Alpin ist eben nicht der Schwoijer Wald 😜 Bei km24 kam ein normaler Weg und ich konnte 6km bis Mandarfen „Gas“ geben. Oder so tun 🙂 30km erledigt – bin wieder am Start/Ziel Bereich – was aber auch bedeutet: der Anstieg vom Beginn muss erneut erklommen werden! Gut, ich probiere es! Ganz ehrlich? Ich wollte dort sitzen bleiben und einfach ein alkoholfreies Weizen trinken!

Ok – es geht hoch und jedesmal als ich mein linkes Bein hob, machte sich ein Krampf bemerkbar. Super. Nach fast 1,5h war ich wieder an der Sunna Alm! Und setzte mich erstmal! Soll ich mit der Bergbahn ins Tal fahren und aufgeben? Aber just in dem Moment kam die Sonne raus! Das schöne Wetter muss man doch in den Bergen genießen 😉 Ich bedankte mich bei den Helferinnen und weiter ging es. Naja nach Laufen sah es aktuell nicht aus! 😬 Nochmal um den Rifflsee und dann zurück! Ach nee, noch mal einen Berg hoch! Warum? Waaaaruuum? Der Anstieg wollte gar nicht mehr aufhören! Oben angekommen, sah ich den Weg Richtung Mandarfen – er sah so winzig aus – wie komm ich da bloß runter? Sollten doch nur noch paar Kilometer sein? 🤔 Unten angekommen erstmal schön im Matsch abgetaucht – naja ist jetzt auch Wurscht. Was der rechte Fuß kann, kann auch der Linke 🙈😬 so – jetzt heißt es 5 km „flach“ – Beine schmerzen, alles schmerzt! Ich gebe Gas .. ich sehe schon langsam das Ziel. Letzter Kilometer mit 4:22km/min 😂 Verrückt. Julia lief noch 500 Meter mit – dann abgebogen und ab durchs Ziel! Und geschafft! Wahnsinn! Medaille bekommen – und viel wichtiger – das alkoholfreie Weizen 😉Unglaublich, unfassbar! Ich war körperlich nie auf einer Höhe, aber kämpfte mich durch das Rennen und kam bei 8h25min56sec ins Ziel! Dieser Lauf war eine rein mentale Geschichte – nur mein Willen, dieses Ziel zu erreichen, hat mich auch tatsächlich ins Ziel gebracht!

DANKE! Danke an Julia, danke an alle die an mich glaubten und mir vorher Mut zusprachen und Glück wünschten! Danke an alle Gratulanten danach! Danke! Danke vor allem an den Organisator vom Pitz Alpine Glacier Trail und allen Helfer*innen, Streckenposten und Bergretter! Wahnsinn über 10h da oben überall auszuharren und auf alle Teilnehmer*innen zu achten und zu helfen! Ich kann nicht oft genug Danke sagen! Top Veranstaltung, top organisiert und mit dem Wetter hatten wir ja auch Glück! 

#pagt #pagt19#trailrunning #tigorunning #mountains #berge #laufen

 Link zum Facebook Artikel: 

https://www.facebook.com/tigo.runs/posts/412861016103111?__tn__=K-R

Walser Trailchallenge

27.07.2019:

Tag 1 einer aufregenden Woche startet! Die Walser Trail Challenge beginnend mit dem „Widderstein Trail“ – 16km mit knapp 900 HM! Wir fuhren frühs Richtung Baad und erkämpften uns (dank netter Mädels die für uns umparkten) einen letzten Parkplatz! Danach schauten wir uns ein wenig um, und sahen viele gut gelaunte Menschen, wie auch bekannte Gesichter aus Aschaffenburg und Ulm. So langsam stieg die Nervosität, aber auch die Vorfreude! Kurz vor 10 Uhr gingen wir an den Start, hörten uns das kurze Race Briefing an und hofften, trocken und sicher ins Ziel zu kommen … und wenige Minuten später dann der Startschuss! Nach einer kurzen Strassenpassage erwarteten uns gleich mal die ersten Hunderte von Höhenmeter 😬 und die Sonne zeigte sich dabei von ihrer besten Seite! Welch Momente wir da oben erlebten, die Aussichten, die Strecke, die Ruhe, die Kuhglocken, die Anfeuerungen und die Landjäger an den Verpflegungsstationen! 😬 Der Lauf war einfach nur toll! Wow! Da oben steht die Zeit förmlich still! Bewusst nahmen wir uns ein paar Auszeiten um alles genießen zu können und auch Fotos zu schießen 😉 Nach 2:30h kamen wir gut gelaunt ins Ziel, schnappten uns die Medaille und Zitronenkuchen und das wohlverdiente alkoholfreie Weizen! We are made for trails 😉 Zurück legten wir unsere Füße in das eiskalte Wasser in der Nähe der Breitachklamm und fingen die letzten Sonnenstrahlen ein! Es sollte doch eigentlich heute regnen? 🤔 Das Wetter in den Bergen ist wirklich unberechenbar! Später ging es zurück in die Pension und auf einmal zog ein Unwetter mit Gewitter zog auf 😱 so laufen wir am nächsten Tag sicherlich nicht ☝️

28.07.2019: 
Tag 2: die ganze Nacht regnete es … der Wecker ging um 7 und naja .. Wetter war alles außer geil … wir machten uns mal fertig, packten die Laufrucksäcke und fuhren Richtung Hirschegg! Wir entschieden uns, mit dem Bus zum Start nach Baad weiter zu fahren. Aktuell war es trocken und diesig. Pflichtausrüstungskontrolle … und Zack im Starterzelt! Und 30min vorm Start fing es an zu regnen. Wir entschieden uns doch zu starten und falls es zu heftig wird – steigen wir aus! Das ist es uns 
Ende nicht wert. 
11:00 Uhr – strömender Regen und der „Walser Trail“ mit 29km und 1700 HM startet. Julia ist solch eine Distanz noch nie gelaufen. Und ich noch nicht in Kombination mit dieser Höhe, geschweige bei diesem Wetter und das noch als Etappenlauf! 
Innerhalb von Minuten waren wir echt nass. Dieses Mal ging es die Strecke von gestern verkehrt herum hoch. Direkt ordentliche Anstiege, mit nassen Wurzeln, viel Schlamm und es war einfach schwierig zu laufen! Wir kämpften uns bis auf die erste Alm nach 6,7km mit knapp 900 Höhenmeter hoch. Und waren schon ewig unterwegs 🙈 Aber irgendwie machte der Mist auch noch Spaß! Da oben wurde es nur etwas kühler, so dass wir uns ein wenig den Bedingungen anpassten! Weiter ging es .. Kühe versperrten den Weg und es fing wieder richtig an zu regnen. Wir haben uns kurz verlaufen, umdrehen, weiter und nächster Anstieg! Es wurde immer alpiner und technischer. Ständig rutschte man weg, knickte um, verlor den festen Stand – an laufen ist aktuell nicht zu denken! Nach weiteren Kilometern kamen die ersten Schneefelder an den Seiten. Und irgendwann vor uns das Schild „gefährliche Passage voraus“ und just in diesem Moment haut es mich auf den Hosenboden! Musste herzhaft lachen und entschied mich runterzurodeln – ab in die Hocke und ab gehts 🙂 Zwei weitere Schneefelder sollten folgen… immer mal wieder war es kurz trocken oder es nieselte nur, aber auch immer wieder kam ein heftiger Regenguss vom Himmel! Danke – Danke für dieses Kackwetter! Es war wirklich alles klatschnass, was man sich nur so vorstellen kann! Regenjacke war zwar top, aber alles außen- und untenrum klitschnass! Trotzdem weiter gehts – ein Kampf von Verpflegungsstation zur nächsten! Ein Rückzieher gibt es nicht mehr! An der Mindelheimer Hütte (km14) war die Stimmung noch gut. War in diesem Moment kurz trocken, ordentliche Rast gemacht und durchziehen. Die Hälfte ist geschafft! 
Doch – der Wettergott meinte es nicht gut und schüttete uns noch mal richtig von oben voll. Pfützen haben wir auch nicht mehr ausgelassen – Schuhe waren komplett braun, der Halt zum Teil schwierig … alles nass und kalt! (Falls noch nicht erwähnt). Irgendwann schafften wir es über einen alpinen Pass noch zur Fiderepasshütte (bei km19) und die Stimmung war nun im Keller! Julia total durchgefroren und echt verzweifelt und wir versuchten uns mit Zitronentee und Brühe aufzuwärmen und viel viel Essen! Aber wir mussten ja langsam mal runter vorm Berg und endlich geht es schrittweise runter … und damit wärmer! Paar „Klettereinheiten“ waren auch dabei! Respekt an die Ultraläufer an diesem Tag! Hut ab! Trotzdem war es zum Teil echt schwer, die Konzentration hochzuhalten .. ständig bleibt man irgendwo hängen und rutscht ab! Kilometer für Kilometer kämpften wir uns voran! Noch 3 km und ein netter Streckenposten meinte, hier müsst ihr noch runter .. verdammt .. 1000 Meter Matsch-Singletrail-Downhill! Das ist echt heftig. Jetzt ja nicht stürzen… geschafft .. jetzt noch Schotterwege .. der letzte Fotograf grüßt nett und wir zogen das Tempo an! Wieder ein Streckenposten 🤔 „Hier jetzt noch der letzte Anstieg!“ Waaasss? Haben wir richtig gehört? ANSTIEG? Ok .. kriegen wir auch noch hin … die Moral von Julia war ungebrochen .. Wahnsinn! Mentale Stärke legte sie ab Km19 extrem hin! Die Leute jubelten, die Feuerwehrjugend .. die Anwohner und Touristen .. mein Grinsen wurde breiter .. schnappte Julia an der Hand und wir zogen gemeinsam über die Ziellinie! Alle Emotionen freien Lauf gelassen! Ein Ultraläufer kam mit uns ins Ziel … und er war noch richtig entspannt … nettes Gespräch gehabt … und ab ins Trockene und zur Verpflegung! Mission done! Challenge 2/3 erledigt! Das Riesenschnitzel und die heiße Dusche warten … nun bis Samstag, 03.08. regenerieren! Danke Kleinwalsertal, danke an die Organisation! Es war uns eine Ehre! Aus irgendeinem Grund tauchte jedoch Julia nicht unter den Finisher auf 😕

Aber die Beine waren nach 06:58h erstaunlich frisch und das obwohl ich oft meine Füße lädierte 😛

Abends gab es dann das leckere Wiener Kalbsschnitzel und schlafen konnte man auch mehr als gut!

Natürlich ist eine Woche rumsitzen nicht unser Ding! Montags ging es dann durch die Breitachklamm wandern und am Dienstag dann über die Ehrenwalder Alm, am Seebensee und Drachensee vorbei, zur Coburger Hütte! Ein Traum! Und die Zugspitze im direkten Blick! Sehr empfehlenswert. Aber 16km wandern, sind definitiv eine aktive Regeneration 🤪 tags drauf regnete es und wir sind paar Bahnen Schwimmen gegangen und 3-4 Saunagänge hinterhergeschoben und heute befinden wir uns schon im Pitztal! Samstag ist es soweit … da laufe ich beide Distanzen inkl. der Höhenmeter am Stück 😬🤪😜🙈

#tigorunning #trailrunning #mountains #kleinwalsertal #walsertrailchallenge #pitztal #pitztalalpinglaciertrail #pagt #rifflsee

Goldbacher Wintercrossserie 2017/2018

Die beliebte Wintercross Serie in Goldbach, Bayern. Immer wieder das Highlight am Ende eines Jahres. 9 tolle Sonntage mit jeweils 10 km von November – Januar.

Für mich fiel gleich der erste Lauf am 05.11. aus. Erstens waren die Beine noch etwas schwer vom Frankfurt Marathon die Woche zuvor, zweitens war ich in Berlin feiern (seit ewiger Zeit). Und diese kurze Auszeit vom Laufen war auch einmal dringend notwendig. 

(c) Foto by Heinz Sitzmann / www.fourrunners.de

Lauf 2/9 – 12.11.2017:

Auch ich steige ins Renngeschehen der Wintercross Serie ein. Wetter war toll, der Vorabend auch 🙂 Ich liebe und verfluche diese Serie immer zugleich. Einerseits einfach toll, was auf die Beine gestellt wird und mit 500-600 Gleichgesinnten Sonntags früh durch den Wald zu rennen, andererseits ist es eben jeden verdammten Sonntag und immer früh und ja .. manchmal wäre das warme Bett auch einfach toll. 😉 Und gleich beim ersten Laufen eine neue Bestzeit für mich auf dieser Strecke – mit 00:46:23h – daher bin ich absolut zufrieden mit dem 1. Lauf.

(c) Foto by Heinz Sitzmann / www.fourrunners.de

(c) Foto by Heinz Sitzmann / www.fourrunners.de

Lauf 3/9 – 19.11.2017:

Der nächste Lauf – es bleibt matschig, feucht und rutschig. Obwohl ich einen Abend zuvor Feiern war und ich nur gefühlt 4 Stunden Schlaf hatte, habe ich wieder eine neue Bestzeit mit 00:45:22h hingelegt. 

(c) Foto by Heinz Sitzmann / www.fourrunners.de

(c) Foto by Heinz Sitzmann / www.fourrunners.de

Lauf 4/9 – 26.11.2017:

Mein dritter Lauf. Der Wald wird immer matschiger, aber das macht ja einen schönen Crosslauf aus 🙂

Was soll ich sagen, wieder nur 4h Schlaf und wieder eine neue Bestzeit -> 00:44:45h – ich bin gespannt ob noch mehr geht 😀

(c) Foto by Heinz Sitzmann / www.fourrunners.de

(c) Foto by Peter Sommer

Lauf 5/9 – 03.12.2017:

Lauf Nummer 4 – nun machte der Lauf seinem Namen aller Ehren ..  denn es war weiß und etwas glatt. Ja kalt war es auch, aber alles über -10 Grad wird in kurzer Hose gelaufen :pIch bin dieses Mal am Abend davor zeitig ins Bett und dieses Mal kam lediglich eine 00:45:29h als Zielzeit heraus. Da ist noch Potenzial da!

 (c) Foto by Peter Sommer

(c) Foto by Main-Echo / main-echo.de

Lauf 6/9 – 10.12.2017:

Der Lauf die Woche davor war ja schon kalt und weiß, aber dieses Mal schneite es während dem Lauf! Herrliche Landschaften und es war bitter kalt 🙂 Aufgrund der spiegelglatten Bedingungen kam nur eine 00:45:37h zustande. Nun habe ich endlich 5 Wertungsläufe sicher und bin der Gesamtwertung drin und konnte meinen Augen gar nicht glauben … bin in meiner Altersklasse aktuell auf dem dritten Platz! Wenn das keine Motivation ist, in den letzten zwei Wertungsläufen noch mal richtig Gas zu geben … 

(c) Foto by Main-Echo / main-echo.de

(c) Foto by Peter Sommer

Lauf 7/9 – 07.01.2018:

Der erste Lauf im Jahr 2018 – ich gebe zu, so richtig viel habe ich zwischen den Jahren nicht trainiert, wie ich mir ursprünglich vorgenommen hatte. Aber ich wollte mal schauen was heute geht. 2018 – was wird mir das Jahr bringen? Ich war motiviert, bzw. ich bin motiviert. Ich weiß, der dritte Platz in der Altersklasse werde ich nicht halten können, da es noch zwei drei richtig schnelle Läufer gibt, die erst vier Wertungsläufe haben. Aber es geht mir ja nicht um die anderen, sondern um mich! Und an diesem Tag hab ich noch mal alles gegeben, bin flott gestartet und hab einfach durchgezogen. Auf dem Foto ist der Zielsprint und den einen Platz habe ich mir noch geschnappt. Was soll ich sagen? Am Ende stand 00:43:18h auf meiner Uhr, eine absolut neue Bestzeit für mich! Bäm!

 (c) Foto by Peter Sommer

(c) Foto by Heinz Sitzmann / www.fourrunners.de

Lauf 8/9 – 14.01.2018: 

Der letzte Wertungslauf – ich bin auf Platz 5 meiner AK abgerutscht, aber natürlich immer noch total happy. Das hätte ich vor der Winterserie nie gedacht. Ich war leider angeschlagen (Erkältungswelle) und konnte nicht so Gas geben wie die Woche zuvor. Umso erstaunlicher war, dass ich am Ende eine Zeit von 00:43:58h hinlegte – immerhin meine zweitbeste in dieser Serie.Insgesamt, hatte ich in den TOP5 Läufen eine Gesamtzeit von 03:42:52h und wurde gesamt 6! Ein Riesenerfolg, auch wenn ein wenig ärgerlich, denn Platz 5 war gerade einmal 2 Sekunden entfernt! Verrückt 🙂

(c) Foto by Heinz Sitzmann / www.fourrunners.de

Der Lohn der Serie!

2. STREETwald Cross Dirt Run

Der 25.02.2017 – heute ist es endlich soweit. Der 2. STREETwald Cross Dirt Run steht an. 11,3 km mit ordentlich Höhenmeter. Wie ich bereits vom Probelauf weiß, sind es jedoch sogar knapp 12,5 km 🙂 Eines vorweg: das Wetter war grandios!

Aber wie fing der Tag an? Zuerst ging es frühs auf die private Baustelle: Fließen rausschlagen, Eimer mit Schutt die Treppen runterschleppen und und und – ich versuchte es etwas langsamer angehen zu lassen, aber ist natürlich leichter gesagt wie getan 🙂 Aber ich merkte schon, dass ich mich nicht richtig fit fühlte und sehr übersäuert war. Auch viel Wasser trinken, brachte nicht das gewünschte Ergebnis.

Um 13:00 Uhr bin ich schnell unter die Dusche gesprungen, den ganzen Staub vom Körper waschen und dann nichts wie Heim und in die Laufsachen. Kurz nach 14:00 Uhr war ich am Veranstaltungsort. Parkplätze waren sehr knapp, es war schon einiges los und die Schlange bei der Nummernausgabe bildete sich. Stimmung unter allen Teilnehmern war blendend. Und in der Sonne war es angenehm warm. Jedoch gab es ein paar Probleme bei der Nummernausgabe, als der PC von sich aus heruntergefahren ist und Updates einspielen wollte 🙂 Sowas passiert, alles halb so schlimm. Ich bekam die Startnummer 58 und tackerte sie direkt an mein Laufshirt. Kurz vorm Start (15:00 Uhr) wurde es noch mal etwas frischer, sobald ein paar Wolken herauskamen. Also schnell zum Auto und Armlinge drübergezogen.

Es ist soweit … 15:00 Uhr … alle Läufer stehen am Start und 3..2..1.. Los! Gleich zu Beginn habe ich mich an die Spitze dran geheftet … warum? Weiß ich nicht. Der spätere Sieger vom 11,3km Lauf, der spätere Sieger vom 33,9km Lauf, die Siegerin vom 11,3km Lauf und ich? Findet den Fehler … 🙂 Keine Ahnung, wieso ich so motiviert an die Geschichte ging und gleich bei der ersten langen Steigung mitziehen wollte … immerhin war ich den ganzen Tag schon nicht fit und mein Puls stieg ins unermessliche. Nach 2-3 km war die Luft raus, mir ging es gar nicht gut, die Übersäuerung sagte fröhlich hallo und die Luft war weg. Ich versuchte das Tempo herauszunehmen, um wieder zu Kräften zu finden. Ein Läufer nach dem anderen zog an mir vorbei und mein Puls wollte sich einfach nicht fangen … ich war kurz davor, den Lauf einfach als schlechten Tag abzuhaken und einfach nur noch zu Ende zu bringen. Und es wurde einfach nur noch warm – die Wolken waren natürlich alle wieder verflogen 🙂 Ärmlinge abgestreift, Kräfte mobilisieren und ab Kilometer 7 wieder vernünftig weiterlaufen. Die Pace passte wieder, der Puls war ok und nun war ich zuversichtlich auf beiden Füßen ins Ziel zu kommen. Es war trotzdem ein harter Kampf mit mir selber, aber ich kam ins Ziel. Nach 01:03:38 h kam ich endlich im Ziel an! Ich wollte unbedingt unter 01:00:00 h ins Ziel kommen, aber ab Kilometer 3 war daran nicht mehr zu denken. Im Nachhinein, wie ich mich an dem Tag und während dem Lauf fühlte, kann ich mit der Zeit, Platz 9 von 61 sehr zufrieden sein!

Es war einfach nicht mein Tag, aber ich habe am Ende noch das Beste draus gemacht. Jetzt erst mal einen heißen Tee und ein Stück Apfelkuchen genießen! 🙂 Und danach noch ein alkoholfreies Weizen und eine leckere Kartoffelsuppe vom Suppenhaus Aschaffenburg. Ein rundum gelungenes Event. Immer wieder alles top organisiert von Jörg Oberle und die Veranstaltung findet immer mehr Anklang. Daher bin ich mir sicher, dass 2018 weit über 100 Teilnehmer am Start sein werden. Ich freu mich schon auf 2018 und werde nächstes Jahr fitter an den Start gehen! Versprochen!

Hier der Nachbericht vom Veranstalter Jörg Oberle:

https://www.joerg-oberle.com/streetwald-cross-dirt-run-nachbericht/

Anbei ein paar Eindrücke vom Lauf. Copyright der Fotos liegt bei IT & FOTO Ingo Janek – www.it-foto-janek.de