IATF21 – Teil 3: der Nachbericht zum K42

Endlich. Endlich konnte ich wieder in den Bergen einen Wettkampf laufen. Übers Jahr dachte ich mir, Wettkämpfe sind mir gar nicht mehr so wichtig. Es ist einfach schön, seine neuen Touren in den Bergen laufen zu können. Allein. In seiner Zeit. Doch irgendwie fehlte mir das andere doch. Die Anspannung, die Menschen, das Außenherum … Mehr dazu weiter unten im Text 😉

Wir (meine Familie und ich) sind bereits am Donnerstag per Bahn angereist. Wir dachten mit Kleinkind ist das entspannter. Können zusammen in Ruhe spielen, genug Zeit zum Umsteigen usw. – doch bereits im Zugabteil war die Entspannung weg, als auch beim Umsteigen. Der erste Sprint des Tages. Dazu fiel 15 min vor Innsbruck der Zug wegen eines Defektes aus. Nochmal alles packen und rüberrennen. Ein Traum. In Innsbruck angekommen, war der Streß erst mal weg. Eine wunderschöne Stadt, die Sonne scheint und das Hotel direkt um die Ecke. Und die kleine Maus hat direkt Hunger 😊 Stresslevel steigt wieder 😀

Freitag – der Tag vor dem Wettkampf. Vormittags haben wir uns entschieden bei bestem Wetter die Stadt ein wenig anzuschauen, gemütlich zu Frühstücken und in den Alpenzoo zu gehen. Dass es am Ende 27 Grad im Schatten sind und der Alpenzoo (trotz Bahn) einige Höhenmeter hatte, machten mich ziemlich fertig. Ich versuchte viel zu trinken, aber puh … schwitzte mehr raus! Am Ende waren wir den ganzen Tag auf den Beinen und ich war doch recht müde. Gerade die Beine und alles zwickte und war verhärtet. Yeah 😊 Ich fuhr dann nachmittags mit dem Bus in die Olympia World, checkte beim Lauf ein, fachsimpelte mit Dynafit wegen des Flasks Problem an meinem Rucksack und holte meine Startunterlagen ab. Und so langsam kribbelte es. Das Event packte mich und die Anspannung stieg ein wenig. Nach einem leckeren vietnamesischen Abendessen (am anderen Ende der Stadt), legten wir uns ins Bett. Ich legte grob alles zu Recht und um 5:45 Uhr klingelte der Wecker.

Samstag – ich war schon früher wach. Problem – die Betten quietschten so laut, dass sobald ich mich bewegte, meine Tochter und/oder Frau wach werden. Ich rollte mich aus dem Bett und im Dunkeln suchte ich meine sieben Sachen zusammen, um mich dann im Flur des Hotels anzuziehen. War etwas komplizierter. Danach zum Hauptbahnhof gelaufen, leichter Nieselregen, jedoch nicht kalt. Auf der Suche nach dem Bus, aß ich meine Banane (denn an meinen Rosinenzopf kam ich im Zimmer nicht, raschelte zu laut). Sah die Busnummer, flitzte hin, verlor dabei die Hälfte meiner Banane und der Busfahrer machte vor meiner Nase die Tür zu. Toll. Hatte doch noch 3 min Zeit? Er hätte auch einfach sagen können, dass er Dienstende hat. Also wieder fünf Buslängen zurückrennen. Puh. Ab geht’s.

An der Olympia World war schon einiges los. Ich gab meine Drop Bag ab und setzte mich in den Shuttle Bus nach Kranebitten. Ich war erstaunlich entspannt, aber beobachtete alle Läufer*innen. Wie sie ausgestattet sind, die Aufregung, die Stimmung. War von allem was dabei.

In Kranebitten lief ich mich ein wenig warm und traf Steffen. Wir beide trainieren bei Lars von Michael Arend Training und kannten uns nur aus der WhatsApp Gruppe. Dann ging es zum Startblock. Auf dem Weg aß ich noch eine ClifBar und quetschte mich nach einem „Equipment-Quick-Check“ in den Block. Tief durchatmen. Sitzt alles richtig. Und los. Die Taktik war, die Hälfte des Rennens bei einem Puls von unter 140 zu bleiben. Gar nicht so einfach, aber bis zur Mutterer Alm ging es bergauf. Die Strecke war laufbar und länger flach, als ich dachte. Bis zur ersten VP ging es nicht wirklich hoch. Wann kommen denn die Höhenmeter? Ich lief genau meinen Stiefel. Verpflegte mich ein wenig und ging weiter. Und dann ging es doch hoch und es war mehr ein Hiken, als Laufen. Aber das ist ok. Uns erwarten 42km und wir sind am Anfang. Ich war gut drauf und die Schwere in den Beinen vom Vortag wie weggeblasen. Ich beobachtete auch den Rest des Teilnehmerfelds und wunderte mich, wieso man in Minischritten bergauf läuft, anstatt einfach zu gehen. Kostet doch viel weniger Energie. Aber jede*r soll ihr / sein Tempo laufen. Ich blieb bei der Vorgabe von Coach Lars, und trotzdem schwankte meine Herzfrequenz und kam auch über die Schwelle. Bei km15 waren wir dann an der Mutterer Alm. Definitiv das Highlight des Laufes. Sowohl von der Aussicht als auch der Stimmung. Auch wenn der Weg über die viele Wurzeln nach oben manchmal mühselig war. Ich bog zur VP ab, nahm ordentlich Salz und Bananen zu mir. Füllte die Flaschen auf und zog den Rucksack ab, um die Laufstöcke hinten wieder zu befestigen. Ab jetzt wird gelaufen! Da müssen die Hände frei sein 😉 Und los gings. Ab jetzt kamen viele laufbare Wege und viele tolle Singletrails. Auch hier waren viele Wurzeln unterwegs, aber es machte einfach Spaß. Ich lies es laufen. Und drückte zu sehr aufs Tempo. Ich überholte einen nach dem anderen. Und mein Selbstbewusstsein stieg. Das Training zahlte sich voll aus. Erst langsam machen und dann richtig Spaß haben. Dies ging auch bis km25 super. Dann rutschte ich weg und mein linker Oberschenkel verkrampfte. Ich machte langsamer und merkte, wenn ich noch mal falsch belaste, bricht der Krampf richtig aus. Cool bleiben, Timo. Ganz cool bleiben. Ich atmete tief durch und versuchte meine Gedanken von den Beinen abzulenken. Gelang mal mehr oder weniger gut. Dann kamen wieder Downhill Passagen und da wurde es verdammt kritisch. An der nächsten VP nahm ich eine Handvoll Salz zu mir und paar Bananen. Noch paar ClifBloks hinterhergeschoben und viel getrunken. Zum Glück laufen wir erstmal über Straße und kurz danach ging es wieder in den Wald und Downhill. Ich versuchte ein Tempo zu finden, mit dem ich gut vorankam, jedoch aber auch keinen Krampf riskieren würde.

Bei km33 war denn so weit, Beide Oberschenkel zogen zu. Ich sah direkt mein DNF. Ich musste stehen bleiben und alle zogen wieder an mir vorbei und sahen mich herumhumpeln. Was lief falsch? Egal. Was kann ich jetzt machen, um zu finishen? Ruhig bleiben. Richtig. Ich bewegte mich, wie auf rohen Eiern und ging und ging um dann wieder ins Laufen überzugehen. Eine VP wartet noch. Die sollte ich zwar links liegen lassen, aber ab jetzt ist die Taktik egal. Und von einer Traum Zielzeit von 4:30h habe ich mich verabschiedet. Ich schaffte es zur nächsten VP und löffelte das Salz. Trank noch mal Isogetränke und lief weiter. Es ging, aber nicht toll. Vor jedem Up- oder Downhill hatte ich echt Respekt. Ich konnte die tolle Umgebung gar nicht wahrnehmen. Es ging durch eine schöne Schlucht, durch die die türkisblaue Inn floss. Richtig toll, aber ich beißte mich durch und vor mir eine Läuferin, deren Tempo ich zumindest beibehalten konnte. Doch irgendwann verlor ich sie fast aus den Augen. Ich muss doch noch laufen können? Kann doch nicht nichts mehr gehen. Und was war das? Es ging noch mal rauf? WIESO? 🙂 Mit einer anderen Mitstreiterin kämpfte ich mich nach oben, an einigen Wanderern vorbei und es ging rauf und rauf. Das bedeutet jedoch, es geht auch bald wieder runter! Davor hatte ich bammel. Wir hatten das gleiche Tempo, sie sah eindeutig fitter aus. Aber für mich zählt nur die Ziellinie, ob jetzt vor oder hinter ihr … ich muss da erstmal hinkommen. Was ich generell beim Lauf beeindruckend fand, dass die Personen, die überholt wurden, einen noch motivierten und anfeuerten. Oder wenn wir merkten, wir kämpften beide, uns über unsere Wehwehchen austauschten und beklagten (das Knie, der Oberschenkel … jeder hatte was anzubieten… was aber bedeutete – es ging allen zum jetzigen Zeitpunkt gleich) und uns Mut machten, ins Ziel zu kommen.

Ich schaute auf die Uhr und eine SUB5 ist möglich. Das war das ursprüngliche Mindestziel und vor dem Lauf hätte ich das auch sofort unterschrieben. Ich konnte meine Zeit bei solch einem Lauf vorab gar nicht einschätzen, aber unter 5h nehme ich. Auf geht’s!

Downhill … in Serpentinenform. Warum? Eng um die Ecken rennen ist jetzt alles was ich NICHT brauche. Ok los geht’s … vorsichtig, aber in einem gewissen Tempo. Das muss doch gehen. Die Dame hinter mir, bekam wohl jetzt auch Krämpfe… kann so gut mitfühlen …

Km40 hatte ich noch eine Pace von 9:45min/km (hier ging es auch noch mal 57m hoch), Km41 4:39min/km und Km42 – der Zieleinlauf – eine 4:21min/km. Da vorne ist das Stadion, die letzten Meter, noch eine Schleife drehen und da ist das Ziel. Ich holte noch 2-3 Personen ein und auch die Dame die 6km vorm Ziel mir davonzog. In der letzten Kurve zog ich vorbei und sprang von meinen Gefühlen überwältigt (keine Ahnung warum, aber die Anspannung fiel ab & ich merkte, ich habe es geschafft) ins Ziel nach oben! Puh … was ein Lauf. Und wen haben wir im Zielbereich: meine Tochter Valeska und meine Frau Julia. Das gab mir noch mal einen extra Push! Ohne die Beiden wäre dieser Lauf nie möglich gewesen. Sie mussten aufgrund des ganzen Trainings öfters auf mich verzichten. Und dafür kann ich nur ein riesengroßes DANKESCHÖN sagen!

Ich unterhielt mich im Ziel noch mit Steffen, trank ein paar alkoholfreie Weizen, nahm Vitamine zu mir und ging direkt mit meiner Familie auf den Spielplatz! 😊 Keine Pause – als Familienpapa, keine Chance 😊

 

Test: Adidas Terrex Agravic Ultra

Vor einigen Wochen hat mir Adidas netterweise den neuesten Trailschuh zukommen lassen – den Adidas Terrex Agravic Ultra. Ein Schuh der vor allem durch die Weltklasse Läuferin Ekaterina Mityaeva mitentwickelt wurde. Wie der Name bereits vermuten lässt, zielt der Schuh auf die Ultraläufer als Zielgruppe ab. Das Modell Terrex Speed Ultra hatte diese Bezeichnung zwar ebenfalls, aber war dann am Ende doch nur für sehr geübte Trailläufer im Ultra einzusetzen oder in meinem Fall als Amateur zumindest bis zu einem Bergmarathon oder vielleicht max. 50km.

Anmerkung: Die Schuhe wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Dies soll beim Agravic Ultra anders sein. Dies sieht man sofort an seinem Erscheinungsbild, seinem Aufbau und letztendlich an seinem Gewicht (in EU46 377g pro Schuh). Da sind ein paar Gramm mehr dran. Was der etwas dickeren Sohle und deren Zusammensetzung geschuldet ist – doch diese will einfach unbedingt ganz viele Kilometer auf diese Trails setzen. Was auch beim diesjährigen UTMB zu beobachten war, denn bei vielen Terrex Athlet*innen war dieser Schuh im Einsatz 😉

Aufbau / Technik: was steckt in dem neusten Schuh von Adidas Terrex? Hier wird das Prinzip einer Carbonplatte ins Gelände übernommen, nur ohne Carbon 😉 Ein Inlay aus biobasiertem TPE (Thermoplastisches Elastomer), das zu 90% erneuerbarem Ressourcen besteht. Diese Sohle ist zwischen der Außen- und Zwischensohle eingebettet. Wir haben hier also eine Kombination aus dem bekannten Boost Material, der Lightstrike Dämpfung und dem eben erläuterten TPE-Inlay, welches einen spürbaren Antrieb nach vorne geben soll, aber auch den Fuß auf den langen anspruchsvollen Strecken in den Bergen unterstützen soll.

Die Key-Facts von Adidas (Quelle: https://www.adidas.de/terrex-agravic-ultra-trailrunning-schuh/FY7629.html):

  • Nutzung: Trail
  • Ideal für: Lange Trail-Läufe
  • Gewicht: 299g
  • Sprengung: 8mm
  • Hybrid-Sohle mit Lightstrike, Boost und bio-basierter TPE-Platte
  • Continental Außensohle
  • Primegreen
  • Erhältlich in vier Farben (Testmodell: Cloud White / Grey Two / Core Black)

Doch um den Schuh nun direkt zu testen, ziehe ich das Paar direkt über! Ja, er fühlt sich eindeutig anders an. Den ersten Aha-Moment wie beim Speed Ultra, fällt hier weg. Ich stand – um kurz eine kleine Zwischengeschichte einzuschieben – vor der Frage, ob ich den Innsbruck Alpine K42 im Speed Ultra oder im Agravic Ultra laufe und entschied mich schlußendlich für den Speed Ultra. Was auch sicherlich die bessere Wahl war. Und es ist inzwischen auch kein Geheimnis, dass ich ein großer Fan des Speed Ultras bin. Den Agravic Ultra hatte ich vor Innsbruck bei zwei Trainings direkt an, um mir einen ersten Eindruck zu machen. Es gibt die Schuhe, die man anzieht und erst nach einiger Zeit wird man mit diesen warm und dies wollte ich nun herausfinden, ob hier der gleiche Eindruck vermittelt wird. Wie ihr heraushören könnt, hat mir das erste Hereinschlüpfen nicht gleich direkt zugesagt. Sie wirken steifer und auch härter – und man merkt sofort, hier befindet sich etwas in der Fußsohle! Dies wirkt in der Tat die ersten paar Meter etwas befremdlich, aber legt sich auch sehr schnell. Ich bin gespannt, wie er sich nach zwei drei Stunden Dauereinsatz anfühlt.

Zudem fällt sofort auf, der Schuh ist breiter im Vorfuß. Im Mittelfuß und an der Ferse sitzt er bombenfest, jedoch im Vorfußbereich bietet er sehr viel Platz. Ich bin normal froh darüber, da ich nicht die schmalsten Füße habe und viele Schuhe auf dem Markt mir schlichtweg zu eng sind. Das hier ist etwas zu viel des Guten. Adidas hat hier zwei Extra-Löcher für die Schnürung eingebaut (insgesamt zehn pro Seite!). Hiermit ist es möglich, entsprechend seinen Vorlieben den Schuh anzupassen. Korrekturen sind möglich, trotzdem (siehe Fotos) ist einiges an Spielraum vorhanden. Dies mag nach 50-60km zum großen Vorteil werden, wenn die Füße anschwellen, für die kurzen Trainingsrunden – in meinem Fall – nicht optimal. Vielleicht finde ich mit der Zeit hier noch eine passende Lösung bei der Bindung 😉

Das Obermaterial, wenn auch sehr dünn (und luftig – es kann durchgeschaut werden), ist steifer als beim Speed Ultra oder anderen Modellen. Wenn man technisch unterwegs ist und der Fuß mehr einknickt, dann wirft der Schuh unangenehme Falten. Und dadurch, dass das Obermaterial (aus Primegreen -> recyceltem Polyester) steifer ist, ist dies direkt spürbar. Der Vorteil an dem festeren Obermaterial ist natürlich der Schutz. Steinchen spürt man nicht mehr so schlimm 😊 Die Ferse und die Zehen sind richtig eingepackt, hier kommt gar nichts durch. Das sollte gerade im alpinen Gefilde für ausreichend Schutz sorgen.

Ich bin nun einige Kilometer über Asphalt, durch den Wald und etwas technischer (Singletrails, Wurzeln, rutschiger Boden) im Wald unterwegs gewesen und man gewöhnt sich recht schnell an den Schuh. Vor allem Downhill spürt man den Effekt der TPE-Platte enorm, hier wird man sprichwörtlich nach vorne getrieben. Fühlte sich an, wie die erste Fahrt mit einem eBike – ein Aha Effekt, große Lauffreude und man möchte einfach nicht auf die Bremse gehen 😉 Auf ebener Fläche spürte ich den Effekt nicht so enorm, aber dies wird sich sicherlich auch erst auf richtig langen Strecken bemerkbar machen, wenn die Beine “nicht so schnell” ermüden und die Platte unterstützt. Das schiebe ich dem Bericht nach, sobald ich die Tage zwei oder drei Longruns gelaufen bin.

Was direkt nach ein paar Metern auffällt, er ist nicht so agil, wie die leichteren Trailracern. Da man bei einem Ultra tendenziell länger und langsamer unterwegs ist, ist es wie gesagt auch nicht der Anspruch des Schuhs. Natürlich ist auch ein kurzes flottes Trailrennen mit möglich, aber hier würde ich doch eher zu anderen Schuhen aus dem Regal greifen 😉 Der Schuh soll lange unterstützen und Sicherheit geben und dies führt zu Abstrichen in diesem Bereich.

Kommen wir zur Außensohle – wie immer arbeitet Adidas hier mit der Continental Mischung zusammen und seit Jahren sind sie als sehr zuverlässiger Partner bei allen möglichen Witterungsbedingungen bekannt. Ich hatte zu jeder Zeit ein sicheres Trittgefühl. Nur eine Sache ist leicht negativ aufgefallen: in dem Aufbau der Sohle können sich Steine einklemmen.

Fassen wir kurz zusammen: der Adidas Terrex Agravic Ultra ist ein Schuh für die richtig langen Trails. Er ist lauffreudig, macht dafür Einbußen bei der Agilität und Leichtfüßigkeit. Kann dadurch jedoch wieder beim Schutz der Füße punkten, was in wiederum sehr steif macht. In meinem Fall war eine kleine Eingewöhnung an dem Schuh notwendig, doch dann spielt er seine Stärken aus. Die längeren Läufe werde ich noch nachholen und wie auf Dauer sich die TPE-Platte in Kombination der Ermüdung meiner Füße und Beine verhält.

Ein toller Schuh (der auch optisch überzeugen kann), für ein eher begrenztes Einsatzgebiet (nicht falsch verstehen: er kann theoretisch auch als Door-to-Trail Schuh für die kurze Trainingsrunde sein, aber hier spielt er nicht seine Stärken aus). Wer noch für 2021 oder 2022 einen Ultratrail-Schuh sucht, sollte auf jeden Fall einen Blick auf diesen Adidas Terrex Schuh werfen!

Test: Adidas Terrex Agravic Pro Trail Running Shorts & T-Shirt

Oft getragen, jedoch noch nicht dazu gekommen, ein paar Zeilen über diese beiden Bekleidungsstücke aus dem Hause Adidas zu schreiben.

In der diesjährigen Kollektion, hat Adidas für Ihre Athlet*innen etwas spezielles herausgebracht. Zum einen die TERREX AGRAVIC PRO TRAIL RUNNING SHORTS, sowie das TERREX Parley Agravic Trail Running Pro T-Shirt.

Anmerkung: Die Artikel wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Schauen wir uns zuerst die Hose an. Leicht, klassisch und schwarz. Nix Besonderes? Weit gefehlt. Die Hose besteht aus recycelten Materialien. Zudem ist sie mit der feuchtigkeitsabsorbierende AEROREADY Technologie ausgestattet, was ein trockenes Tragegefühl vermitteln soll. Durch den Stretch-Mesh uneingeschränkte Bewegungsfreiheit und die reflektierenden Streifen sorgen für Sicherheit bei Dunkelheit. Doch sie hat noch jede Menge Möglichkeiten Gegenstände für den Lauf unterzubringen. Da ist die Tasche mit Reißverschluß hinten, sowie Befestigungsschlaufen für Stöcke. Und rundherum Mesh-Einsätze um kleine Flasks, Riegel usw. unterzubringen. Das kommt uns doch bereits bekannt vor? Richtig – schaut direkt in den Artikel zur T8 Sherpa Shorts 😉

Wir alle besitzen sicherlich nicht nur eine Laufhose. Ich habe von vielen bekannten Sportartikelhersteller für Trailrunning die ein oder andere Hose daheim in der Schublade. Ich bin mit allen sehr zufrieden, doch seit den T8 Sherpa Shorts habe ich hier eine neue Sichtweise drauf. Diese hat bereits positive Auswirkungen auf meine Läufe und nun zieht Adidas ebenfalls mit einer sehr leichten Hose, mit vielen Unterbringungsmöglichkeiten heraus!

Der Unterschied? Beide Hosen sind absolute Leichtgewichte, daher reden wir von wenigen Gramm Unterschied. Zwei Vorteile hat jedoch die Konkurrenz von T8 – sie trocknet noch schneller und ist ein paar Euro günstiger. Sonst – kann ich bereits soviel verraten: auch diese Shorts gehört zu meinem absolut favorisierten Bekleidungsstück!

Doch auch für Obenrum gibt es noch einen kleinen Einblick. Das Shirt in der tollen Farbkombi Acid Mint / Black ist ein absoluter Hingucker (passend zu den Speed Ultra Schuhen) – vor allem wenn die Rückseite betrachtet wird 😉 Auch dieses Shirt wurde mit Recyclingmaterial aus Primeblue hergestellt. Ebenfalls kommt hier die AEROREADY Technologie zum Einsatz und auch an reflektierende Elemente wurde gedacht. Das Shirt ist extrem leicht und auch bei heißem Wetter perfekt. Luftdurchlässig, schnell trocknend und angenehm auf der Haut.

Ich hatte dieses Shirt an den wenigen heißen Tagen dieses Sommers im Einsatz, sowohl im Flachland, als auch in den Bergen. Absolut empfehlenswertes Shirt, was jedoch auch seinen Preis mit 60 Euro hat!

Fazit: Adidas hat mit ihrer PRO-Kleidungsserie nicht nur für die Topathlet*innen tolle Produkte herausgebracht, sondern auch für uns Hobbyläufer*innen! Hose und Shirt haben zusammen einen stolzen Preis, aber wer auf der Suche nach zuverlässigen Kleidungsstücken für lange Trails bei hohen Temperaturen ist, wird hier nicht enttäuscht.

Test: Adidas Terrex Speed Ultra

Adidas … bisher hatte ich mit dieser Marke – zumindest an meinen Füßen – kein wirklich großes Glück gehabt. Ich hatte bereits den Adidas Terrex Two Boa GTX, als auch den Agravic oder für die Straße den UltraBoost Uncaged. Letzteren verwende ich jedoch nur als Sneaker, nicht als Laufschuh. Ich probierte es mal – es war ok 🙂

Und doch liegt nun ein weiteres Paar vor mir. Und zwar der Adidas Terrex Speed Ultra. Was will uns der Name verraten? Ist er nun für schnelle Trails oder für die Ultras? Oder einfach für die schnellen Läufer, die die Ultras dominieren? Die Antwort lautet: ja und ja 🙂 Wie bitte? Ja, ihr habt richtig gelesen. Der Schuh ist definitiv der Schuh, den die Profis tragen und auch die geübten Läufer auf Ultras. Aber der Schuh ist auch wunderbar für die schnellen kurzen Trails. Oder einfach für eine flotte Trainingsrunde im Wald. Eigentlich sollte sich jede*r mal diese Schuhe genauer anschauen 😉 Klingt wie eine Allroundwaffe für die Trails? Blicken wir mal im Detail auf diese Schuhe.

Anmerkung: Die Schuhe wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Erster Eindruck:

Machen wir den Karton direkt mal auf. Wow – was erscheint denn hier? Sind hier die Achtziger gerade entsprungen? Die Farbe die mich anstrahlt nennt der Hersteller: Cloud White / Clear Mint / Screaming Pink! Das ist eine Ansage! Wer es nicht gar so knallbunt mag, hat Adidas noch einen klassisch schwarz-weißen im Regal oder aber auch silber-gelb. Alle Farben machen einen sehr gelungenen Eindruck! Mir gefällts!

Kommen wir zu den Key Facts des Herstellers (Quelle: https://www.adidas.de/terrex-speed-ultra-trailrunning-schuh/FW2805.html):

Der Schuh wurde mit dem Tom Evans einem sehr bekannten Trailrun-Profi entwickelt. Adidas selbst sagt über den Schuh „Ein Gamechanger für den Trail aus der Zusammenarbeit mit einem Topathleten.“

  • Nutzung: Trail
  • Ideal für: Lange Trail-Läufe, Offroad-Training auf Waldwegen und Schotter
  • Gewicht: 245g
  • Sprengung: 8mm
  • Lightstrike Zwischensohle
  • Boost Dämpfung
  • Continental Außensohle

Schlüpfen wir direkt in den Schuh. Der Schuh ist ein wenig enger, jedoch vorne im Zehenbereich ausreichend Platz. Zu keiner Zeit fühlt man sich hier eingeengt. Geschützt sind die Zehen durch die Zehenkappe, ansonsten ist das Obermaterial sehr dünn und atmungsaktiv – sprich: sehr luftdurchlässig. Der Fuß hat direkt einen guten Halt, sowohl an der Mittelsohle als auch an der Ferse. Und der Fuß fühlt sich – trotz minimalistischer Bauweise – sehr sicher drin.

Adidas stattete den Schuh mit einer klassischen Schnürung aus. Leider fehlt zur Befestigung der Schnürsenkel etwas.

Was direkt auffällt, wie leicht der Schuh ist. Gut anliegend, leicht und dann für einen Ultra? Adidas ist bei diesem Schuh nicht auf den Carbon-Zug mit aufgesprungen, hat es aber geschafft mit ihrer Lightstrike Mittelsohle und der Boost Dämpfung (in kompakter Form) eine perfekte Abstimmung zu finden. Er ist nicht so weich (und schwammig) wie der ein oder andere Schuh aus den eigenen Reihen, dafür sehr direkt, straff, aber trotzdem bequem.

Der Speed Ultra fühlt sich – dank der ausgereiften Continental Sohle – auf jedem Untergrund wohl. Das Profil inspirert vom Gravel Bike! Ob auf Asphalt (geeignet für Door-to-Trail), Schotterwegen, Waldwegen oder technischem Untergrund. Dieser Schuh ist für alle Schandtaten bereit und drückt dabei auf die Tube! Sicherlich kann auch langsam mit dem Speed Ultra gelaufen werden, aber wenn damit erst einmal Fahrt aufgenommen wurde, fällt es schwer langsam zu machen!

Kaum zu glauben. Ein minimalistischer Allrounder? Wie hat Adidas das nur hinbekommen?!

Mein persönliches Fazit:

Nach mehreren Läufen bin ich immer noch schwer begeistert. Ich habe den Schuh sowohl bei Intervalleinheiten, als auch den langsamen Läufen im Einsatz gehabt und jedesmal hatte ich unfassbaren Spaß! Nicht nur, dass ich Uphill und Downhill leichtfüssiger und schneller unterwegs war, auch bei Regenwetter, tiefem matschigen Waldboden oder staubigen Schotterpisten – zu keiner Zeit fühlte ich mich unsicher im Halt! Hinzu kommt: die Schuhe sind ein absoluter Hingucker! Egal ob durch die Ortschaft oder im Wald – man spürt die direkten Blicke, aber auch die Blicke im Rücken 😉 Ich kann es niemanden verübeln. Ich bin immer noch total angetan von der Farbkombi und glaubt mir: Pink gehört überhaupt nicht zu meinen Lieblingsfarben 😉

Adidas hat mit diesem Schuh sehr viel richtig gemacht. Wenn es etwas zu kritisieren gäbe, dann ist das schon Jammern auf hohem Niveau. Natürlich ist dies ein stolzer Preis für ein Paar Laufschuhe. Aber den Spaß den man damit hat ist dafür auch garantiert! Probiert es aus!

Update: Im Allgäu hatte ich ein paar matschige und mit wurzelbestückten Singletrail-Downhill-Passagen – hier macht der Schuh leider Abstriche – aber bei nassen Wurzeln haben die meisten Schuhe mit zu Kämpfen 🙂

Update vom 14.09.2021: Am 11.09.2021 bin ich den Innsbruck Alpine K42 Trailmarathon gelaufen. Die Nacht zuvor hat es geregnet und auch über 42km konnte der Schuh absolut überzeugen. Er ist und bleibt mein Favorit aus 2021!