Test: ON Cloudvista

ON Running – die Schweizer sind seit Jahren nicht mehr wegzudenken aus dem Lauf- und Lifestyle Bereich. Aber seit einiger Zeit bringen sie auch richtig richtig gute Schuhe heraus und die Trailsparte findet hier auch immer mehr Anklang und Beliebtheit. Es fing mit dem Cloudventure an (inzwischen in der dritten Generation), es folgte der Cloudventure Peak und letztendlich brachten sie mit dem Cloudultra ein vollständig neues Modell heraus.

Und nun? Was stehen hier für Schönheiten vor mir? Der brandneue Cloudvista (Anmerkung: da ich etwas spät mit dem Artikel dran bin, gibt es den Schuh bereits einige Tage auf dem Markt).

Doch für welchen Einsatzbereich ist dieser Schuh genau? Für wen macht dieser Schuh Sinn? Der Hersteller wirbt mit: „Der leichte und vielseitige Trailrunning-Schuh für gut gedämpften Komfort. Dein Ticket für die Trails.“ – der Satz sagt alles und nix. Lasst es uns doch zusammen herausfinden. Ich bin für Euch den Schuh gelaufen und ihr könnt hier lesen was er taugt und wo man ihn am besten einsetzt.

Anmerkung: Die Schuhe wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Packen wir den Schuh erst einmal aus: vor mir liegt nun eine weiße Schönheit mit blau und hellgrünen Komponenten. Oder wie der Hersteller angibt in Frost / Ink 😉

Kommen wir zu den Key Facts des Herstellers (Quelle: https://www.on-running.com/de-de/products/cloudvista/mens/frost-ink):

  • Nutzung: Trail
  • Distanz pro Lauf: Mittel
  • Dämpfung: Moderat
  • Wettkampf: Nein / Training: Ja
  • Ideal für: Kurze bis mittellange Trailruns in moderatem Gelände
  • Gewicht: 280g (Gr. EU46 = 324g)
  • Sprengung: 7mm
  • Technologie: Missiongrip™-Aussensohle für den Halt und die Traktion, Helion™-Superfoam-Schicht und CloudTec® für ausgewogene Dämpfung. Erfreulich: bereits hier sind 70-80% recycelter Polyesteranteil verbaut.
  • Verfügbar seit: März 2022

Rein in den Schuh, raus auf die Trails. Ich habe einige Runden auf meinen heimischen Trails (klassische Waldtrails im Spessart) gedreht und habe den Schuh parallel direkt auch als Sneaker verwendet. Warum? Da er wirklich bequem ist und sehr schick aussieht. Beim ersten Reinschlüpfen in den Schuh merkt man sofort: es ist ausreichend Platz für den Fuß da und trotzdem schmiegt sich das leichte Obermaterial um den Fuß und bietet gleichzeitig einen tollen Halt. Komfort und guter Halt – das ist bereits ein guter Einstieg. Jetzt bin ich jedoch neugierig, wie er sich beim Laufen macht.

Ich starte auf Asphalt und sofort stellt sich die Frage: handelt es sich hier wirklich um einen Trailschuh? Merken wir uns für das Einsatzgebiet: Door-to-Trail steht ihm gut.

Dann geht’s in den Wald. Auch auf trockenen Waldwegen fühlt sich der Cloudvista pudelwohl. Er will sich hier bewegen und Kilometer für Kilometer zurücklegen. Biegen wir auf unwegsameren Geländen ein: kleine Singletrails mit vielen wurzeln und Steinen: passt. Ein absoluterer lauffreudiger Schuh auf unterschiedlichen Untergründen. Bisher hat ON nicht zu viel versprochen. Rein von seiner Beschaffenheit ist sofort erkennbar: das ist kein alpiner Trailschuh. Weder von der Protektion noch von der Sohle – das macht wenig Sinn. Auf leichten, trockenen alpinen Untergründen ja, aber nicht zu technisch.

Probleme mit Steinchen auf der Strecke hat man auch mit dieser Sohle nicht. Ich bin oft auf Strecken gelaufen, bei denen kleine Steinchen hätten steckenbleiben können. Aber keine Sorge.

Fazit: bequemer Schuh, guter Halt an Fersen und Mittelfuß, er rollt gut ab, ist agil und leicht. Er hat nicht die Traktion und nicht den Halt auf nassen Untergründen, im alpinen Geländen oder wenn der Boden tief und matschig ist. Aber das will er nicht sein. Der Schuh macht Spaß – genau für den Bereich für den er ausgelegt ist: auf dem Weg in den Wald, Waldwege, leichte Trails, Schotterpisten und klassische Wanderwege (gerne auch in den Bergen, solange es nicht zu technisch wird). Daher ein breites Spektrum. Und wer nicht mit diesem flotten Schuh laufen will, nimmt ihn als stylishen Sneaker 😉 Über die Farben im Trail lässt sich streiten. Aber selbst wenn es im heißen Sommer staubig wird, bleibt er nicht so schön hell. Aber es ist ein Schuh, ein Laufschuh, ein Trailschuh – das gehört dazu! 😉

Für sein Einsatzgebiet würde ich dem Schuh 10/10 geben. Im Vergleich zu allen Trailschuhen, hat er natürlich Abstriche welche beim Testergebnis berücksichtigt wurden.

In den letzten Wochen hörte man vermehrt die Infos, dass dieser Schuh nicht so langlebig ist und bereits nach ca, 100km Abnutzungserscheinungen mit sich bringt. Nach bisher über 70km hatte ich noch nichts feststellen können. Aber wem dem so ist, hoffe ich, dass ON hier schnell nachbessert. Denn es ist ein wirklich richtig guter Schuh! Der es nicht verdient hat, wegen diesen Qualitätsmängel, am Ende in der Versenkung des Laufschuhkosmos zu verschwinden!

Impressionen:

Test: Adidas Terrex Agravic Ultra

Vor einigen Wochen hat mir Adidas netterweise den neuesten Trailschuh zukommen lassen – den Adidas Terrex Agravic Ultra. Ein Schuh der vor allem durch die Weltklasse Läuferin Ekaterina Mityaeva mitentwickelt wurde. Wie der Name bereits vermuten lässt, zielt der Schuh auf die Ultraläufer als Zielgruppe ab. Das Modell Terrex Speed Ultra hatte diese Bezeichnung zwar ebenfalls, aber war dann am Ende doch nur für sehr geübte Trailläufer im Ultra einzusetzen oder in meinem Fall als Amateur zumindest bis zu einem Bergmarathon oder vielleicht max. 50km.

Anmerkung: Die Schuhe wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.

Dies soll beim Agravic Ultra anders sein. Dies sieht man sofort an seinem Erscheinungsbild, seinem Aufbau und letztendlich an seinem Gewicht (in EU46 377g pro Schuh). Da sind ein paar Gramm mehr dran. Was der etwas dickeren Sohle und deren Zusammensetzung geschuldet ist – doch diese will einfach unbedingt ganz viele Kilometer auf diese Trails setzen. Was auch beim diesjährigen UTMB zu beobachten war, denn bei vielen Terrex Athlet*innen war dieser Schuh im Einsatz 😉

Aufbau / Technik: was steckt in dem neusten Schuh von Adidas Terrex? Hier wird das Prinzip einer Carbonplatte ins Gelände übernommen, nur ohne Carbon 😉 Ein Inlay aus biobasiertem TPE (Thermoplastisches Elastomer), das zu 90% erneuerbarem Ressourcen besteht. Diese Sohle ist zwischen der Außen- und Zwischensohle eingebettet. Wir haben hier also eine Kombination aus dem bekannten Boost Material, der Lightstrike Dämpfung und dem eben erläuterten TPE-Inlay, welches einen spürbaren Antrieb nach vorne geben soll, aber auch den Fuß auf den langen anspruchsvollen Strecken in den Bergen unterstützen soll.

Die Key-Facts von Adidas (Quelle: https://www.adidas.de/terrex-agravic-ultra-trailrunning-schuh/FY7629.html):

  • Nutzung: Trail
  • Ideal für: Lange Trail-Läufe
  • Gewicht: 299g
  • Sprengung: 8mm
  • Hybrid-Sohle mit Lightstrike, Boost und bio-basierter TPE-Platte
  • Continental Außensohle
  • Primegreen
  • Erhältlich in vier Farben (Testmodell: Cloud White / Grey Two / Core Black)

Doch um den Schuh nun direkt zu testen, ziehe ich das Paar direkt über! Ja, er fühlt sich eindeutig anders an. Den ersten Aha-Moment wie beim Speed Ultra, fällt hier weg. Ich stand – um kurz eine kleine Zwischengeschichte einzuschieben – vor der Frage, ob ich den Innsbruck Alpine K42 im Speed Ultra oder im Agravic Ultra laufe und entschied mich schlußendlich für den Speed Ultra. Was auch sicherlich die bessere Wahl war. Und es ist inzwischen auch kein Geheimnis, dass ich ein großer Fan des Speed Ultras bin. Den Agravic Ultra hatte ich vor Innsbruck bei zwei Trainings direkt an, um mir einen ersten Eindruck zu machen. Es gibt die Schuhe, die man anzieht und erst nach einiger Zeit wird man mit diesen warm und dies wollte ich nun herausfinden, ob hier der gleiche Eindruck vermittelt wird. Wie ihr heraushören könnt, hat mir das erste Hereinschlüpfen nicht gleich direkt zugesagt. Sie wirken steifer und auch härter – und man merkt sofort, hier befindet sich etwas in der Fußsohle! Dies wirkt in der Tat die ersten paar Meter etwas befremdlich, aber legt sich auch sehr schnell. Ich bin gespannt, wie er sich nach zwei drei Stunden Dauereinsatz anfühlt.

Zudem fällt sofort auf, der Schuh ist breiter im Vorfuß. Im Mittelfuß und an der Ferse sitzt er bombenfest, jedoch im Vorfußbereich bietet er sehr viel Platz. Ich bin normal froh darüber, da ich nicht die schmalsten Füße habe und viele Schuhe auf dem Markt mir schlichtweg zu eng sind. Das hier ist etwas zu viel des Guten. Adidas hat hier zwei Extra-Löcher für die Schnürung eingebaut (insgesamt zehn pro Seite!). Hiermit ist es möglich, entsprechend seinen Vorlieben den Schuh anzupassen. Korrekturen sind möglich, trotzdem (siehe Fotos) ist einiges an Spielraum vorhanden. Dies mag nach 50-60km zum großen Vorteil werden, wenn die Füße anschwellen, für die kurzen Trainingsrunden – in meinem Fall – nicht optimal. Vielleicht finde ich mit der Zeit hier noch eine passende Lösung bei der Bindung 😉

Das Obermaterial, wenn auch sehr dünn (und luftig – es kann durchgeschaut werden), ist steifer als beim Speed Ultra oder anderen Modellen. Wenn man technisch unterwegs ist und der Fuß mehr einknickt, dann wirft der Schuh unangenehme Falten. Und dadurch, dass das Obermaterial (aus Primegreen -> recyceltem Polyester) steifer ist, ist dies direkt spürbar. Der Vorteil an dem festeren Obermaterial ist natürlich der Schutz. Steinchen spürt man nicht mehr so schlimm 😊 Die Ferse und die Zehen sind richtig eingepackt, hier kommt gar nichts durch. Das sollte gerade im alpinen Gefilde für ausreichend Schutz sorgen.

Ich bin nun einige Kilometer über Asphalt, durch den Wald und etwas technischer (Singletrails, Wurzeln, rutschiger Boden) im Wald unterwegs gewesen und man gewöhnt sich recht schnell an den Schuh. Vor allem Downhill spürt man den Effekt der TPE-Platte enorm, hier wird man sprichwörtlich nach vorne getrieben. Fühlte sich an, wie die erste Fahrt mit einem eBike – ein Aha Effekt, große Lauffreude und man möchte einfach nicht auf die Bremse gehen 😉 Auf ebener Fläche spürte ich den Effekt nicht so enorm, aber dies wird sich sicherlich auch erst auf richtig langen Strecken bemerkbar machen, wenn die Beine “nicht so schnell” ermüden und die Platte unterstützt. Das schiebe ich dem Bericht nach, sobald ich die Tage zwei oder drei Longruns gelaufen bin.

Was direkt nach ein paar Metern auffällt, er ist nicht so agil, wie die leichteren Trailracern. Da man bei einem Ultra tendenziell länger und langsamer unterwegs ist, ist es wie gesagt auch nicht der Anspruch des Schuhs. Natürlich ist auch ein kurzes flottes Trailrennen mit möglich, aber hier würde ich doch eher zu anderen Schuhen aus dem Regal greifen 😉 Der Schuh soll lange unterstützen und Sicherheit geben und dies führt zu Abstrichen in diesem Bereich.

Kommen wir zur Außensohle – wie immer arbeitet Adidas hier mit der Continental Mischung zusammen und seit Jahren sind sie als sehr zuverlässiger Partner bei allen möglichen Witterungsbedingungen bekannt. Ich hatte zu jeder Zeit ein sicheres Trittgefühl. Nur eine Sache ist leicht negativ aufgefallen: in dem Aufbau der Sohle können sich Steine einklemmen.

Fassen wir kurz zusammen: der Adidas Terrex Agravic Ultra ist ein Schuh für die richtig langen Trails. Er ist lauffreudig, macht dafür Einbußen bei der Agilität und Leichtfüßigkeit. Kann dadurch jedoch wieder beim Schutz der Füße punkten, was in wiederum sehr steif macht. In meinem Fall war eine kleine Eingewöhnung an dem Schuh notwendig, doch dann spielt er seine Stärken aus. Die längeren Läufe werde ich noch nachholen und wie auf Dauer sich die TPE-Platte in Kombination der Ermüdung meiner Füße und Beine verhält.

Ein toller Schuh (der auch optisch überzeugen kann), für ein eher begrenztes Einsatzgebiet (nicht falsch verstehen: er kann theoretisch auch als Door-to-Trail Schuh für die kurze Trainingsrunde sein, aber hier spielt er nicht seine Stärken aus). Wer noch für 2021 oder 2022 einen Ultratrail-Schuh sucht, sollte auf jeden Fall einen Blick auf diesen Adidas Terrex Schuh werfen!

Test: IAMRUNBOX Backpack Pro

In meinen vorherigen Artikeln (Autoverzicht & Running Commuting) habe ich das Thema bereits angeschnitten und die Motivation dazu erläutert. Zudem habe ich bereits Einblicke gewährt, welche Ausrüstung man fürs Running Commuting benötigt.
In diesem Artikel geht es nun um meine Erfahrungen mit dem IAMRUNBOX Backpack Pro.

Hinweis:
Der Rucksack wurde mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keine Auswirkung auf das Testergebnis.
Das vorgestellte Zubehör habe ich regulär im Onlineshop gekauft. Der Beitrag ist frei von mir erfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wieder.

Ich habe mich auf dem “Running Commuting Markt” lange umgeschaut. Richtig populär ist diese Art zur Arbeit zu kommen in Skandinavien. Daher auch kein Wunder, dass dieser Rucksack aus Schweden kommt.

Generell gibt es wenig wirklich passende Produkte hierzu. Es gibt noch einen anderen skandinavischen Hersteller (dies folgt in einem separaten Test). Aber sonst? Klar, es gibt die großen Laufrucksäcke mit 12-15 l – aber die sind nicht speziell darauf ausgelegt. Denn, sie haben u.a. kein Laptopfach. Aber auch hier hat IAMRUNBOX passende Produkte im Portfolio – Hardcover Taschen, die sich in den Rucksack einsetzen lässt. Hiermit bieten sich viele Möglichkeiten, mit den herkömmlichen Rucksäcken. Sei es für den Laptop, oder auch Hemden sicher ins Büro zu transportieren! Eine weitere Alternative kommt aus dem eigenen Haus. Der IAMRUNBOX Backpack Pro 2.0 – eventuell stellt mir IAMRUNBOX hier auch ein Exemplar zur Verfügung, dann kann ich die beiden Backpacks gegenüber stellen und direkt vergleichen 🙂

Konzentrieren wir uns nun auf das mir aktuell vorliegende Modell.

Offiziellen Angaben von IAMRUNBOX (Quelle: iamrunbox.com):

“Unser professioneller Hartschalen-Rucksack hält deine Kleidung knitterfrei und schützt deinen Laptop während deines Laufs. Der wasserresistente Backpack Pro ist ein ausgeklügeltes und leichtes Gepäck-System, das eine Kleidertasche für 2-5 Kleidungsstücke (je nach Größe der Kleidertasche) mit einem strapazierfähigen Laufrucksack kombiniert.
Für mehr Packkapazität kannst du Schuhe, Jacken oder weiteres Zubehör mit dem abnehmbaren Schnür-System an der Außenseite des Rucksacks befestigen.

Eigenschaften:

  • Leichtgewichtig
  • Wasserfest
  • Anti-Rutsch Technologie
  • Geeignet für 13-14″ Laptops
  • Erhältlich in den Farben: schwarz & schwarz/orange
  • Nachhaltig

Lieferumfang:
1 Backpack Pro Laufrucksack
1 Falthilfe / Clothes folder
1 Abnehmbares String Attachment System

Gewicht / Maße / Fakten:
Breite: 260mm
Höhe: 360mm
Tiefe: 105mm
Volumen: 10 l
Material: 100% Polyester + EVA
Gewicht: ca. 945g

Aufbau des Rucksacks
Von außen:
Der Rucksack besteht aus einer Hardcover Box. Erst einmal ein ungewohntes Bild. Hebt es eindeutig von den anderen Backpacks ab, nicht wahr? 🙂
Vorne gut erkennbar das orangenen Schnür-System. Hier können Jacken oder Schuhe eingeklemmt und mitgetragen werden. Das Schnür-System kann auch abgenommen werden.
Zudem sind Reflektoren für die Sichtbarkeit, wie auch eine kleine Pfeife zur Sicherheit angebracht.
Rechts und links befinden sich die Schultertaschen. Hier finden Akkupacks, Kreditkarten, Mobiltelefon oder eine Wasserflasche Platz. Ebenfalls auf beiden Seiten befinden sich im Hüftgurt integriert, zwei große Taschen. In jede passen auch größere Mobiltelefone herein (in meinem Fall habe ich in einer Tasche das iPhone SE und in der anderen das iPhone X). Des weiteren habe ich auch immer einen Pack Taschentücher, sowie meinen Unternehmensausweis drin. Wenn ich das Frühstück verpasst habe, dann noch ein Riegel für zwischendurch.
Werfen wir noch einen Blick auf die Rückseite, diese ist natürlich komplett gepolstert. Auch wenn man – aufgrund der Konstruktion – auf den ersten Blick denkt: puh da kommt man gut ins Schwitzen! Ist gar nicht so. Zumindest nicht mehr, als bei jedem anderen gepolsterten Rucksack 🙂 Ansonsten gibt es den verstellbaren Hüftgurt, einen verstellbaren Brustgurt und natürlich die Träger, die ebenfalls verstellbar sind. Letztendlich gibt es genug Anpassungsmöglichkeiten, damit es sich zum einen gut und komfortabel für den Läufer anfühlt, aber auch der Inhalt am Ende nicht durchgerüttelt wird -> Anti-Bounce-System 🙂

Von innen:
Es gibt zwei Hauptfächer. Das eine – ganz klar für einen Laptop. Hier passt sowohl mein Apple MacBook Air 13″ locker rein, als auch mein Business Notebook HP EliteBook 840 G5 14″.
Gesichert wird das Notebook mit einem Gummiband. Hier kann locker noch ein DinA4 Block oder sonstiges Zubehör hinzugepackt werden.
Auf der anderen Seite ist ausreichend Platz für das Zubehör oder die Wechselkleidung. Da ich in der Firma, als auch daheim ein Netzteil habe, spare ich mir dies beim Pendeln.
Handtücher und Hose habe ich meistens in meinem Schrank in der Firma. Daher packe ich hier nur mein Headset, Shirt + Wechselwäsche und was zu Essen ein. Hier gibt es ein Netz, welches mit einem Reißverschluss geschlossen und somit der Inhalt vorm Herumfliegen geschützt ist. Wie es im gepackten Zustand aussieht – seht her:

Links: Notebook / Rechts: Fleecejacke, Shirt, Handtuch, Riegel, Headphones

Zubehör:
Wie oben schon angesprochen, gibt es Zubehör. Zum einen habe ich zusätzlich noch das Regencover in leuchtendem Orange, als auch eine Schuhtasche mir besorgt. Das Regencover ist notwendig, wenn die Sichtbarkeit erhöht werden soll, oder es zum Dauerregen kommt. Wobei der Rucksack von Haus aus schon wasserabweisend ist. Dies hängt dann von Eurem Einsatzgebiet ab, bzw. wie lange ihr letztendlich (bei schlechtem Wetter) draußen seid! Im Winter, bei Schneeregen und starkem Wind, hatte ich es nicht im Einsatz, war 55 min unterwegs und der Inhalt blieb vollständig trocken! Wenn es aber richtig schüttet, ist es sicherlich nicht verkehrt, um die Elektronik im Inneren des Rucksacks zu schützen 🙂 Die Schuhtasche ist ausgelegt für Schuhe bis zu EU46. Auch hier sind die Schuhe vor Witterung geschützt. Wenn es trocken ist, können Schuhe auch ohne Tasche eingeklemmt werden, ansonsten gehen auch x-beliebige Schuhtaschen (z.B. EagleCreek usw.). Vom Design her, ist die Tasche von IAMRUNBOX natürlich stimmiger 🙂

Für wen eignet sich der Rucksack:
Der natürliche Einsatz des Rucksacks ist fürs Laufen zur Arbeit. Oder als Pendlerrucksack in Großstädten mit S-/U-Bahnen. Fürs Radeln ist der Hüftgurt zu breit und für andere Aktivitäten nicht sinnhaft, da das Hauptfach nur durchs Ablegen zu erreichen sind. Daher würde ich ihn sehr bedingt fürs Wandern und Reisen vorsehen. Wobei fürs Wandern noch eher, da Riegel, Handy und Wasser vorne getragen werden können. Aber da gibt es leichtere, dynamischere Rucksäcke 🙂
Es gibt eben keine eierlegende Wollmilchsau 🙂 Ich selber habe drei verschiedene Trailrunningrucksäcke mit verschiedenen Volumen, dazu einen Wanderrucksack, einen Triathlon Rucksack und letztendlich zwei Pendlerrucksäcke zur Arbeit. Ja, die Anzahl ist ein wenig übertrieben. Ich probierte mich eben durch viele Produkte durch. Jedoch kann ich so guten Gewissens sagen, dass jeder Rucksack sein Einsatzgebiet bei mir hat und somit seine Daseinsberichtigung. Jedoch könnte ich die Duplikate pro Einsatzgebiet aussortieren 🙂

Live Test:
Ich bin nun bereits mehrmals zur Arbeit gelaufen. One Way = 11km. Es geht hoch und runter, über Straßen, Brücken, Parks und Felder und kann sagen, der Rucksack hat mich nicht im Stich gelassen. Weder im Winter, noch jetzt im Frühjahr, als es auf einmal 17 Grad Celsius waren. Klar, beim Laufen (bzw. eher danach) schwitze ich immer und wenn ich eine Jacke oder eben einen Rucksack am Rücken habe, schwitze ich ein wenig. Luftzirkulation hin oder her. Auch Wind, Schneeregen und Regen hielt er gut Stand und der Inhalt blieb trocken. Wenn der Rucksack gut eingestellt ist, wackelt auch nichts und selbst wenn hinten 5-6kg Gepäck dabei sind, wird es beim Tragen nicht unangenehm. Der Platz: wenn Vorbereitungen getroffen sind und einige Dinge im Büro gelagert sind (Handtuch, Duschgel, Hose) – ist der Platz völlig ausreichend. Wenn ich jedoch ein Netzteil, ein komplettes Wechseloutfit, inkl. Duschsachen mitnehmen müsste – tja, da reicht der Platz nicht aus.
Tipp: Daher, wenn ihr im Büro einen Schrank / Sideboard habt, lagert Euch dort ein paar Sachen ein und nehmt dann das Nötigste mit.

Fazit:
Ich muss ehrlich zugeben. Im ersten Moment hab ich mir gedacht, gewagtes Design. Erinnert mich an meinen ersten Scout – Schulranzen aus der Grundschulzeit. Doch, in erster Linie geht es mir um die Funktionen im täglichen Einsatz! Design sollte natürlich immer cool sein, aber was bringt mir der coolste Backpack, wenn danach alles weh tut und der Laptop im Eimer ist 😀 Und genau dies ist hier nicht der Fall. Der Laptop liegt auf seiner Seite sicher und auf der anderen Seite (die Seite nach außen hin) auch. Und er bleibt auch tatsächlich trocken. Weder der Schweiß kommt von hinten durch, noch der Regen / Schnee von außen.

Ich kann den Rucksack Backpack Pro uneingeschränkt für aktive Pendler empfehlen! Wer schon immer damit geliebäugelt hat, zur Arbeit laufend zu pendeln, wird mit diesem Rucksack glücklich!

Quelle:
Fotos (c) by tigo-running.de / Timo Golowko

Test: ON Cloudultra

Wer war alles auf der ISPO 2021? Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal teilgenommen, wenn auch nur virtuell. Aber interessant, was Outdoor- und sportmäßig alles auf den Markt kommt. Viele Produkte, die sich auch die aktuelle Situation zum Nutzen gemacht haben. Natürlich bietet jede „Krise“ auch neue Möglichkeiten und Märkte.

Ich selbst habe hauptsächlich drauf geschielt, was die Sportartikelhersteller anbieten. Welche neuen Innovationen kommen auf den Markt, und was wird in Richtung Nachhaltigkeit getan?

Natürlich ist mir auch ON Running ins Auge gefallen. Nicht nur, weil ich bereits mit deren Schuhe laufe, sondern ob auch hier wieder Innovationen zu erwarten sind. Vor wenigen Jahren habe ich noch müde gelächelt, wenn ich ON in Kombination mit Trails gehört habe. Clouds -> Steinchen -> keine gute Kombination. Doch dann hat sich einiges bei den Schweizern getan.

Und sie brachten erst den Cloudventure, als auch den Cloudventure Peak heraus. Den Cloudventure habe ich inzwischen sogar zweimal daheim und nicht nur das Design weiß zu überzeugen, sondern viel wichtiger, dessen Eigenschaften. Ein Schuh, für die längeren Trailläufe. Das sich in der Sohle kleine Steinchen oder Ästchen einnisten, hatte ich jetzt weniger. Es macht einfach Spaß mit dem Schuh zu laufen, auch wenn sie oben herum etwas steifer sind. Daher wenn ich sie mal nicht 100%ig richtig geschnürt habe, zwickt es auch mal am Knöchel. Das ist so das einzige Manko, was mir spontan dazu einfällt.

Seit 2019 will ich nun endlich beim Zugspitz Ultra (ZUT) teilnehmen und nach knapp 63km in Grainau ins Ziel einlaufen. Doch zuerst wurde ich durch eine Verletzung und Trainingsrückstand zurückgeworfen und letztes Jahr – tja, ist aus bekannten Gründen ausgefallen. Daher 2021 – der dritte Versuch. Und was ist der wichtigste Ausrüstungsgegenstand für den Ultratrail? Richtig, der Schuh. Vor zwei Jahren habe ich ausgiebig alle möglichen Schuhmarken durchgetestet, in der Hoffnung für meine Füße, meinen Laufstil – DEN passenden Schuh zu finden. Ich dachte ich wurde fündig, doch beide Schuhe die ich bis dato für gut empfand, haben mich nach längeren und häufigeren Tests doch an der ein oder anderen Stelle enttäuscht. Sei es Probleme mit den Fersen oder nach etlichen Kilometern mit Blasen. Was aber seltsam ist: der eine Schuh brachte mich durch Wettkämpfe mit bis zu 30km locker ins Ziel und irgendwann scheuerte er meine Fersen auf. Der andere brachte mich sicher durch meinen ersten Ultratrail im Pitztal, doch danach im Training, überzeugte er mich nicht mehr zu 100%. Also ging die Suche wieder von vorne los und zwei Marken kristallisierten sich hier heraus…

Zurück zur ISPO. Im Bereich von ON Running habe ich mir die neuesten Innovationen angeschaut. Auch alte Bekannte konnte man dort vorfinden, wie den Cloudventure Peak. Nach wie vor ein interessanter leichter Schuh, aber doch eher für die kurzen Trails und den Wettkämpfen. Aber griffig und giftig ist er (Test und Vergleich aller ON Trail Modellen folgt separat). Aber es gab auch etwas Neues. Ein neuer Schuh. Der Cloudultra!

Er hat nebenbei auch gleich den ISPO Award 2021 abgestaubt. Da dachte ich mir: “den schaue ich mir doch einmal näher an“.  Hier der Link:

https://www.ispo.com/ispo-award/2021/on-cloudultra

Anmerkung: Die Schuhe wurden mir freundlicherweise vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinerlei Auswirkung auf das Testergebnis.

Und da ist er – der brandneue Cloudultra in der Farbe Limelight Eclipse – bitte was? 🙂 Ich würde sagen, dies ist ein sanftes pastellfarbenes Gelb 🙂 Die Farbe gibt es auch bereits beim Cloudventure und wusste hier schon zu überzeugen (zumindest für mich). Die dezente Farbgebung ist ein Hingucker, aber sticht trotzdem ggü. den Mitbewerbern und ihren knalligen Farben hervor!

Kommen wir zu den Key Facts des Herstellers (Quelle: https://www.on-running.com/de-de/products/cloudultra/mens/limelight-eclipse):

  • Nutzung: Trail
  • Distanz pro Lauf: lang
  • Dämpfung: Max
  • Wettkampf: Ja
  • Training: Ja
  • Ideal für: Lange Trail-Läufe, Offroad-Training auf Waldwegen und Schotter
  • Gewicht: 295g (Schuhgröße 45: 338g)
  • Sprengung: 8mm
  • Technologie: Die geschlossene Außensohle verhindert, dass sich Steinchen festsetzen können und Missiongrip™ gibt dir den nötigen Halt, wenn du in abwechslungsreichem Gelände unterwegs bist. Eine doppelte Helion™-Superfoam-Schicht und zwei CloudTec®-Lagen bieten unschlagbare Dämpfung und dauerhaften Komfort.
  • Materialien: Die geschlossene Außensohle verhindert, dass sich Steinchen festsetzen können und Missiongrip™ gibt dir den nötigen Halt, wenn du in abwechslungsreichem Gelände unterwegs bist. Eine doppelte Helion™-Superfoam-Schicht und zwei CloudTec®-Lagen bieten unschlagbare Dämpfung und dauerhaften Komfort.
  • Design: Die geschlossene Außensohle verhindert, dass sich Steinchen festsetzen können und Missiongrip™ gibt dir den nötigen Halt, wenn du in abwechslungsreichem Gelände unterwegs bist. Eine doppelte Helion™-Superfoam-Schicht und zwei CloudTec®-Lagen bieten unschlagbare Dämpfung und dauerhaften Komfort.
  • Verfügbar ab: 04. März 2021

Doch was befindet sich da an den Schnürsenkel? Viele Läufer kennen die Probleme bei langen Läufen. Füße weiten sich aus und schwellen an. Für dieses Problem hat On auch eine Lösung parat – namens FlipRelease™. Dieses kleine Werkzeug sorgt im Vorfuß für Druckentlastung. Wie? Durch einfaches Umlegen des kleinen, an der Schnürung befestigten, Plastikteilchens. Und schwupps, hat der Vorfuß knapp einen Zentimeter mehr Luft! Die Stabilität bleibt gleich, doch den aktuellen Gegebenheiten kann entgegenwirkt werden! Simpel, aber genial!

Doch wie ist der Schuh denn nun in der Praxis? Ich habe ihn direkt angezogen und mich sofort wohlgefühlt. Und dieses Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr bei Laufschuhen. Doch was ein Trailschuh kann, mache ich zudem an folgenden Eigenschaften fest:

  1. Grip auf verschiedenen Untergründen
  2. Verhalten Uphill
  3. Verhalten Downhill – denn gerade hier zeigt der Schuh, ob er den richtigen Halt hat und ob am Ende blaue Zehen daheim zum Vorschein kommen oder die ein oder andere Blase 😉
  4. Schnürung
  5. Paßform

Ich bin vor die Haustür und Richtung Wald. Knapp 8km, mit 165 positiven Höhenmetern. Asphalt, Schotter- und Waldwege. Und ich war erstaunt, wie flott der Schuh ist. Auch wenn es nur eine kurze erste Runde war, kann ich es kaum abwarten, alles oberhalb von 20km mit den Schuhen zu laufen. Mein Sitz im Schuh war top. Nichts wackelt und rutscht. Das Abrollverhalten ist einfach super und auch beim Downhill konnte ich einfach Gas geben und fühlte mich gut und sicher dabei. Was bei meinen Füßen besonders wichtig ist, dass sie etwas breiter sind. Es gibt Schuhe, bzw. Schuhhersteller die sehr enganliegende Schuhe anbieten, aber damit kommen meine Füße und ich überhaupt nicht klar. In diesen hier (wie bereits bei den Cloudventure) hab ich ausreichend Platz und trotzdem den zuvor angesprochenen sicheren Halt! Wie heiß es doch so schön? Passen wie angegossen, wie für mich gemacht 🙂

Und da wundert es nicht, dass ich sofort begeistert war und wäre am liebsten richtig richtig lange gelaufen! Aber das hole ich natürlich nach!

Daher in diesem Vorabtest habe ich den Schuh noch nicht auf den langen (und anspruchsvollen) Trails getestet. Zudem ausgiebig das Flip Release System Downhill – bleibt die Stabilität? Schützt der Schuh ausreichend im Trail? Was sagen meine Füße – nach 5-6 langen Läufen – bleibt der erste Eindruck bestehen? Wie schnell nutzt sich Sohle und Schuh ab, oder können wir lange und gemeinsam in die Zukunft schauen? Und wie ist der Grip auf verschiedenen Untergründen, mit verschiedenen Witterungsverhältnissen? Und natürlich zu guter Letzt: wie machen sie sich im alpinen Umfeld?

All meine Erfahrungen hierzu werde ich peu á peu ergänzen!

Update (17.03.2021):

Bei meinem letzten Lauf hatte ich Probleme mit dem rechten Spann. Da die Zunge hochgeschnitten ist und einen Knick hatte, konnte ich am Ende meinen Fuß nicht mehr an der Stelle bewegen. Personen mit hohem Spann, sollten hier über die Anpassung der Schnürung denken. Habe diese entsprechend vorgenommen, jetzt komm ich damit gut klar.

Aber auch die Zehenbox der Schuhe ist etwas steifer (und enger). Mein linker großer Zeh kam damit gar nicht klar. Auch hier habe ich die Schnürung für die Zehenentlastung angepasst. Hat bisher funktioniert. 🙂 Jedoch bei Läufen über 10-15km wäre eine Nummer größer, viel viel angenehmer.

Empfehlung: evtl. sollte beim Cloudultra eine halbe Nummer größer, als üblich bei ON Schuhen gewählt werden. Ich habe inzwischen gemerkt, dass mir die übliche On Größe hier ein wenig zu klein ist! Probiert es einfach aus, wie es bei Euch ist!

Habe jetzt auch mehrere Untergründe, auch bei Regen getestet. Bei manchen nassen Holzen ist der Schuh sehr rutschig, ebenso kam er bei groben nassen Schotterwegen etwas ins rutschen. Auf Wald-/Wiesenboden, Erdboden, Asphalt, aber auch normalen Schotterwegen greift er super und fühlt sich wohl. Wenn er jedoch bereits Schwächen auf groben feuchten Steinchen zeigt, dann wird er im feuchten alpinen Gelände sicherlich auch an seine Grenzen stoßen! Aber das teste ich für Euch natürlich noch aus 😉

Impressionen:

Hier mein vorläufiges Testurteil: