Brauche ich noch Wettkämpfe?

Nun ist es soweit .. unsere kleine Tochter Valeska ist seit dem 17.06.2020 auf der Welt. Knapp 2 Wochen früher als gedacht. 

Aber da sieht man wieder, es ist nicht alles im Leben planbar 😉 Und das ist manchmal auch gar nicht so verkehrt 😉

Mein Fokus hat sich geändert. Definitiv! Hätte ich nie gedacht. Nicht so. So extrem 🙂 Ich versuche gerade unser “neues” Leben zu ordnen. Und in jedem Moment, kommt es auch immer wieder anders. 

Die Entwicklung eines kleinen Menschens tagein tagaus mitzuerleben, ist der Wahnsinn und alles was damit zusammenhängt grenzt an ein Wunder! Jeder der behauptet noch kein Wunder gesehen zu haben, wird es spätestens bei dem eigenen Kind erleben! Aber auch die Verantwortung die ein Kind mit sich zieht, ist enorm. Und es gibt kleine Momente, da denkt man, ich bin dieser Aufgabe nicht gewachsen! Oder wow .. es ist alles anstrengender, als jede Erzählung die man mitbekommen hat. ABER: sobald dieses kleine wundervolle Geschöpf mich mit ihren großen Augen anschaut, ist alles vergessen! Es ist das tollste, wundervollste und beste was mir in meinem Leben passiert ist. 

Das Jahr hat es natürlich in sich. Erst noch die verrückten JGA in Las Vegas und Bamberg, kurze Zeit die Liebe meines Lebens geheiratet. Und da fing die Corona Geschichte auch schon an. Die Hochzeit fand ohne Familie und Freunde statt. Aber sie fand statt! Das ist das Wichtigste. Aber gefeiert wird trotzdem noch 🙂 So was lässt man sich doch nicht nehmen 🙂 Und dann fing die Zeit daheim an. Homeoffice / Mobile Office, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Alles änderte sich und der Bauch meiner Frau wuchs mit diesem kleinen Wunder. So viele Einschränkungen Corona auch mit sich brachte und wir unsere Hochzeitsreise verschieben mussten, bin ich inzwischen froh. Denn ich habe das Priveleg, täglich (bis mind. Ende des Jahres) meine Tochter beim Aufwachsen zu erleben und immer an ihrer Seite zu sein. Und natürlich an der Seite meiner Frau und sie unterstützen. Klar, ich hab auch Urlaub und die Elternzeit kommt auch. Aber wie wertvoll es doch ist vom 17.06. – 31.12.2020 durchgehend bei meiner Familie zu sein? Daher hatte am Ende Corona etwas sehr positives für uns! Und der ganze Ärger und die Bauchschmerzen sind vergessen. 

Gut zurück zum Thema. Es geht ja um Sport. Ich hatte ja im Vorfeld behauptet, ich werde trotzdem Sport machen. Trotz des neuen Lebensabschnitts. Man hört im Vorfeld ja immer, vergiss das die ersten 6-9 Monate. Du kommst zu gar nichts. 

Und was man nicht immer alles sich anhören durfte. Aber ist das nicht immer eine Sache, die man mit sich selbst aus macht? Ist es nicht eine Sache der Eigenmotivation? Klar, wenn ich mal 5  min habe und ich die Nacht nicht geschlafen habe, kann ich auch einfach mich auf die Couch oder ins Bett legen, oder ich kann ne kleine Runde durch den Wald laufen und den Kopf freibekommen. 

Das heißt, ja ich bin immer noch auf Sport aus. Sport ist und bleibt mein Ausgleich. Mein Hobby. Mein Ding. Aber letztendlich mach ich den Sport nur für mich. Und wenn ich ihn mal nicht mache, ist es kein Weltuntergang. Mir ist nur wichtig, das ich aktiv bleibe. Daher wenn ich nur mal 5km laufe, ist es so. Wenn ich lediglich spazieren gehe: top – schließlich hab ich mich bewegt und war an der frischen Luft!

Mir wird von Woche zu Woche immer bewußter, mir fehlen nicht die Wettkämpfe und den damit verbundenen Herausforderungen in diesem Moment nicht!

Klar, die Atmosphäre, sich mit anderen zu messen und neue Leute kennen lernen fehlt einem, aber dazu brauch man doch ehrlich gesagt keinen Wettkampf? Der Wettkampf hat natürlich den Vorteil, dass man “sicherer” ist: da es Streckenposten und Bergwacht / Rettungsdienste gibt, dass es Verpflegungsstationen gibt und die Strecke genau markiert ist. Aber das war es dann auch schon 🙂

Ich kann mich doch auch mit meinen Kumpels verabreden, und die Hausstrecke ballern oder einfach neue Wege finden? 

Jetzt wo auch die Lauftreffs wieder stattfinden, hat man auch wieder Menschen beim Laufen um sich herum. Und dank Corona, haben auch einige mehr den Sport für sich gefunden! 

Und ganz ehrlich, sobald ich in die Berge komme, will ich alleine (oder dann sobald möglich mit meiner Familie) die Gegend erkunden, in meinem/unserem Tempo. Dazu brauch ich keinen Wettkampf. Und ich kann Pause machen, wann und wo ich will. Ich kann mir Vesper mitnehmen, oder in der Berghütte einfach einen Kaiserschmarrn gönnen und dann gemütlich ins Tal zurück. Oder wenn ich keine Lust mehr habe, mit der Seilbahn runter :p Ich kann mir alles so einteilen wie ich will. 

Bin ich länger in der Gegend, kann ich erst die Strecke mir anschauen und Tage später einfach mal Vollgas durchziehen. 

Bis jetzt war es immer so in meinem Kopf verankert: ich trainiere, will mich auch messen oder neue Dinge erleben und brauch 15-20 Wettkämpfe im Jahr! Dazu gehört dann auch die Planung, es muss in den Terminkalender passen und die Familie muss hier auch mitspielen (hatte hier immer super Glück 🙂 

Unterwegs mit Freunden

Ich weiß auch nicht, wieso sich meine Sicht in zwischen so stark geändert hat, aber ich brauche es aktuell, in diesem Moment nicht. Vielleicht liegt es auch daran, wenn ich – während ich hier die Zeilen schreibe – meine kleine süße Tochter anschaue, dass mich dies erdet und glücklich macht. So simpel kann das Leben sein!

Und wenn ich dann mal ne Stunde für mich habe und 10km um den Block renne, dann reicht mir das. Oder eine Stunde in den FT-Club gehe und die vielen Sportfreunde treffe … 

Ich mach immer noch 3-5x die Woche Sport. So ist es ja nicht. Es ist bloß weniger planbar” 🙂

Zudem muss ich mir nichts mehr beweisen. Klar könnte ich mit Training schneller oder auch weiter – aber zu welchem Preis? Was würde mir das” bedeuten? Ich will neue Sachen sehen, neue Gipfel erreichen! Die Luft, das Wetter, die Aussicht und vor allem das Kulinarische genießen. Wenn ich mich doch mal verlaufe, dann entdecke ich automatisch neue Wege. Bei einem WK würde ich mich nur ärgern, da ich dann Zeit verloren hätte oder aus dem WK raus bin. So kann ich es einfach genießen und mir einen Plan austüfteln, wie ich zurückfinde… Das ist doch viel spannender! 🙂 Jedes Mal ein kleines Abenteuer! 

Oder man trifft sich einfach mit denen Leuten, mit denen man auch Sport macht und die ebenfalls Kinder haben und geht spazieren und ein Bierchen trinken 🙂

Verrückte Aktionen werde ich weiterhin machen! Keine Sorgen 🙂

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