Bolsterlang – unser erster Familienurlaub

Mitte / Ende September wagten wir unseren ersten Familienurlaub. In der aktuellen Situation, ist dies natürlich etwas speziell, aber wir versuchten es! Prämisse ist natürlich, dem Schutz der Familie! Und wenn die Gefahr zu groß gewesen wäre, hätten wir einfach abgesagt. Aber in einem kleinen verschlafenen Ort im Allgäu ist man vermutlich sicherer, als mitten im Rhein-Main Gebiet 🙂

Am 20.09.2020 ging es los. Das Auto war bis oben hin vollgepackt und wir hatten Glück in eine Ferienwohnung mit Babyausstattung zu fahren. Sprich: keinen Kinderwagen & Kinderbett usw. mitschleppen. Das wäre auch gar nicht realistisch gewesen 🙂

Für die Woche war zudem die Wetterprognose sehr wechselhaft, aber wir stellten uns diesem Abenteuer! Es fing ja bereits bei der Fahrt mit der kleinen Maus an! 😉

Letztendlich kamen wir an – da wir uns ja auch keinen Streß und kein Zeitlimit setzten – an und konnten unsere tolle Ferienwohnung beziehen und ankommen. Nach der langen Fahrt, musste auch zuerst ein Spaziergang her und wir erkundeten Bolsterlang.

Am nächsten Tag ging es mit der Hörnerbahn zum Bolsterlanger Horn hoch. Valeska´s erste Wanderung. Sie in der Trage bei Mama und Papa schiebt den Kinderwagen. War echt anstrengend 😀 Am Ende stellten wir fest, den Kinderwagen hätten wir gar nicht benötigt 🙂 Super!

Auch die anderen Tage hatten wir Glück. Geregnet hat es oft nur in der Nacht und wir konnten tagsüber unsere Touren machen. Bei jeder Wanderung war die Kleine super tapfer und genoss die frische Bergluft und die neuen Farben und Dinge die sie mit ihren großen Augen entdecken konnte!

Aber ich war natürlich auch ab und an mal ne kleine Runde laufen! (P.S.: Danke Schatz :-*)

An einem Tag konnte ich die Füße einfach nicht still halten – der erste Schnee!!! Ich bestellte das Abendessen und sagte meiner Frau: geh nur mal kurz hoch zum Sonderdorfer Kreuz und wieder runter – schnell duschen und Essen abholen.

Tja … zu dieser Jahreszeit, bzw. eine Woche vorher, war bereits der Almabtrieb. Ein paar vereinzelte Rinder verweilten noch auf halber Höhe, aber auf dieser Strecke sollte mir nichts mehr begegnen. Die Strecke kannte ich inzwischen gut, da ich sie bereits vor ein paar Tagen hoch gelaufen, sowie, mit meiner Familie gewandert bin. Nach dem ersten Anstieg, standen auf einmal verdammt viele Rinder direkt vor mir. Ohne Zaun. Okaaaayyy .. wo kommen die denn her? Ich überlegte umzudrehen, aber dachte mir .. ich gehe langsam vorbei, bis zum Drehkreuz und danach weiter. Funktionierte. Gut. Weiter die gewohnte Route. Umso höher es ging, umso weißer. Natürlich auf der Höhe, die mich erwartete, war nur eine leichte Schneedecke. Weiter oben, war alles komplett weiß, aber so weit sollte es mich heute nicht bringen.

Machte echt Spaß noch einmal kurz hier eine Runde zu drehen. Ich gelang ans Gipfelkreuz und baute wie versprochen, einen kleinen Schneemann für meine Valeska. Diesen wollte ich ihr dann auf dem Foto zeigen.

Bis dahin, war auch meine Laune noch super. Ich schrieb meiner Frau, dass ich auf dem Rückweg bin. MOMENT! Was ist denn hier los? Plötzlich steht ein Ochse da. Zum Glück ist das Gipfelkreuz eingezäunt und ich weiß nun auch wieso! Und die ganze Herde kam dem Anführer hinterher. 15-20 Rinder standen auf einmal um mich herum und starrten mich an. Leichte Panik kam in mir hoch. Wie verhält man sich, was tut man nun? Und es ist frisch, wenn man eben nicht in Bewegung ist. Ich schrieb meiner Frau und meinte, wird etwas später. Ich versuchte die Methode, mich vor dem Ochsen aufzubäumen, aber das tangierte ihn gleich null. Dann versuchte ich mich hinter das Gipfelkreuz zu verstecken, um aus dem Fokus herauszukommen. Half auch nichts. Was mich nicht gerade entspannen lies, dass an einer Stelle kein Zaun ist, aber anscheinend kommen die da die Kühe nicht durch. Hoffentlich. Um der Kälte vorzubeugen, machte ich ein paar Jumping Jacks und Kniebeugen. Und es passierte immer noch nichts. Ich warf einen Blick ins Internet und da stand, dass Signalfarben richtig uncool sind. Ich schaute runter und hatte an dem Tag eine neongelbe Shorts an. Toll. Welcher Hersteller für Mountain Equipment macht bitte schön solch grelle Farben, wenn doch bekannt ist, wie die Tierwelt darauf abgeht? 😀 Also weiter warten.

Nach ca. 20 min wandte die Herde langsam von mir ab, aber blieb paar Meter weiter stehen. Toll. Ich muss DAS ESSEN ABHOLEN!!! Also, bitte schwingt Euren Kuh-Hintern auf die Weide und ich laufe langsam dran vorbei. Es waren vielleicht 400 Meter bis zum nächsten Drehkreuz! Und langsam zogen sie von dannen. Puh! Ich wartete kurz und legte meinen Turbo ein.

Vollgas ins Tal! STOPP! Waren unten nicht auch Kühe? Also lief ich rechts herum (und hier war es total rutschig – super), aber keine Tiere mehr zu sehen und vielleicht einen Umweg von 1000 Metern. Ich rannte und rannte und war einfach nur noch froh, in der Ferienwohnung angekommen zu sein! Dort musste ich mich aber sputen. Also schnell unter die Dusche und zum Restaurant laufen und die leckeren Schnitzel abholen!

Das sind kleine Abenteuer, die passieren daheim oder in einer Stadt nicht! 🙂 Aber die bräuchte ich jetzt auch nicht ständig 🙂

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