Weird Humans – wir seltsame Menschen ;-)

Das Leben ist immer wieder interessant. Nicht wahr? Wie sehen wir uns jetzt selber und wie sehen wir uns heute – aus unserer jetzigen Perspektive – vor 10, 20 oder gar 30 Jahren! Und was hĂ€tten wir (mit dem heutigen Wissen) damals bloß anders gemacht! Interessante Vorstellung, oder? Diese Gedanken hatten wir sicherlich alle schon einmal. Vielleicht erkennt sich einer in diesen Beispielen (einige Klassiker dabei) wieder:

  • HĂ€tte ich doch bloß (in der Schule, im Studium) mehr gelernt!
  • HĂ€tte ich doch in diversen Momenten meinen Mund aufgemacht!
  • HĂ€tte ich doch nur auf meine Eltern gehört 😉
  • WĂ€re ich doch nur mehr um die Welt gereist!
  • HĂ€tte ich mich doch einfach mehr getraut!

Oft ist die Antwort simpel. Denn damals waren wir noch nicht so weit! In den Jahren zuvor, hatten wir andere PrioritĂ€ten im Kopf und natĂŒrlich eine vollstĂ€ndig andere Sichtweise! Daher hatte es seine GrĂŒnde, weshalb wir es damals nicht bzw. anders gemacht haben. Und ja, wir haben uns weiterentwickelt und Erfahrungen (negative, als auch positive) gesammelt. Vermutlich auch genau aus diesem Grund, weil wir in der Vergangenheit so entschieden haben.

Wichtig! Nicht rumhadern und in der Vergangenheit „hĂ€ngen“ bleiben!

Ein Mensch kann sich tĂ€glich, sogar ein Leben lang weiterentwickeln. Wenn man nur möchte. Es ist nie zu spĂ€t fĂŒr irgendetwas. NIE! Und es gibt so viele großartige Beispiele da draußen, dass z.B. einfach Menschen mit 70 noch das Laufen beginnen oder noch mal eine neue Berufung gefunden haben. Wenn nicht sogar das langersehnte Studium starten und nachholen oder doch einfach sich die Welt anschauen!  

Was hĂ€lt uns eigentlich davon ab, Dinge in unserem Leben zu verĂ€ndern? Außer unsere kreativen Ausreden? Gerade unsere Generation hatte es noch nie so einfach, wie heute. Wir können gĂŒnstig von A nach B kommen, leben in Freiheit, können gut z.B. in Englisch kommunizieren, sind weltoffener, haben vermutlich ein gutes Einkommen und und und. Es war doch noch nie so einfach!

Und kommt jetzt nicht mit:

  • Jetzt sind wir inzwischen zu alt (Echt, ist das wirklich so?)
  • Jetzt habe ich eine Familie (Mal mit der Familie offen ĂŒber Eure WĂŒnsche / Ideen geredet?)
  • Jetzt passt es grad nicht, weil 
 (Ja, weshalb eigentlich?)
  • Jetzt mache ich grad dies 
 (Und was ist dann?)
  • Jetzt mache ich aber das 
 (Ausrede)
  • Jetzt bin ich einfach zu bequem! (Das stimmt wohl!)
  • Haben grad einen finanziellen Engpass 
 (Mag sein, aber nicht alle Ideen die man auf seiner Liste hat, kosten Geld)

Und das ist das VerrĂŒckte an unserem Leben. Das wir uns unterbewusst selbst im Weg stehen oder unbewusst Fehler wiederholen oder immer wieder die gleichen Ausreden parat haben. Wir bekommen tagtĂ€glich so viel mit. Was in der Welt passiert, was mit den Menschen passiert, all den vielen SchicksalsschlĂ€ge. Erlebt aber auch im eigenen Umfeld SchicksalsschlĂ€ge und denkt immer wieder ĂŒber sein Leben nach! Und das man sein Leben sinnvoll nutzen möchte!

JA, es gibt Dinge – die uns Ausbremsen könnten. Sei es die Pflege der eigenen Eltern oder schwere Krankheiten! Aber sonst? HĂ€ngt natĂŒrlich auch immer davon ab, was man vorhat! Es kann ja auch sein, dass man sich persönliche Ziele definiert (fitter werden, fĂŒr einen Halbmarathon, Marathon usw. trainieren usw.) – das geht z.B. auch alles ohne Geld oder auch neben Job, Familie und Pflege!

Was berechtigt ist, sich selbst einige Fragen zu stellen:

  • Habe ich mein Leben bisher so gelebt, wie ich es Leben möchte?
  • Bin ich glĂŒcklich?
  • Will ich mein Leben in vollen ZĂŒgen leben & genießen?
  • Will ich gesĂŒnder leben?
  • Ist meine Familie glĂŒcklich?

Wenn man fĂŒr sich seine Antworten gefunden hat und PlĂ€ne schmiedet 
 passiert oft genau das: kurze Zeit spĂ€ter verfĂ€llt man in alte Muster 
 erneut! Viele Dinge werden schnell auf den nĂ€chsten Tag geschoben, weil wir diesen nĂ€chsten Tag erwarten! Diese Erwartungshaltung ist einfach in unserem Kopf drin. Und es gibt ja so viele Tage, weshalb nicht auf morgen schieben? Es war immer so und wird doch auch immer so sein? Und eigentlich wird jeder neue Tag uns natĂŒrlich auch eine neue Chance bieten. Im Regelfall passiert auch genau dies. Doch was, wenn nicht? Doch was, wenn genau heute Nacht / morgen frĂŒh noch was passiert? Oder auf einmal ein komischer Schmerz irgendwo hochkommt und am nĂ€chsten Tag geht man nicht auf Arbeit, nicht zum Sport, sondern zum Arzt und er entdeckt etwas sehr Unangenehmes? Oder durch einen unglĂŒcklichen Unfall?

Warum leben wir nicht einfach im hier und jetzt und schieben immer wieder Dinge vor uns her? Warum tun wir nicht nur die Sachen, die uns nachhaltig glĂŒcklich machen und uns guttun? Wieso geben wir uns nicht nur mit dem Umfeld ab, in welchem wir uns wohl fĂŒhlen?

Oft ist es die Angst, die uns im Weg steht! Oft haben wir 1.000 Argumente dafĂŒr / dagegen und finden immer die eine Ausrede. Aber wenn wir uns (bewusst) fĂŒr etwas entscheiden, was kann schon groß passieren? Außer vielleicht etwas Großartiges? Wieso probieren wir es nicht einfach? Wieso ist uns so wichtig, was andere von uns und unserem Handeln halten?

Ich habe mich immer wieder dabei ertappt, die Dinge zu bewundern die andere gemacht haben:

  • Das GrĂŒn in Nachbars Garten ist tatsĂ€chlich grĂŒner (ist natĂŒrlich nicht so).
  • Wow, du bist um die Welt gereist 
und warst schon dort und hier?
  • Wow, du hast schon ein Haus und Familie 

  • Wow, du bist einen Ultra gelaufen 
 das wollte ich auch schon immer mal!
  • Echt? Du bist zu Fuß durch die LĂ€nder gereist? Hast eine AlpenĂŒberquerung gemacht?

Die Liste aus meinem Leben könnte ich hier sicherlich auf mehreren Seiten runterschreiben. Und was habe ich gemacht? Nix! Naja nicht ganz, ein paar Dinge habe ich bereits erledigt 😉

FrĂŒher war ich zu schĂŒchtern, zu Ă€ngstlich. Ich traute mich nicht allein in den Urlaub (falls ich mal nicht einen Reisepartner hatte). Geschweige ein Auslandssemester oder einfach mal ein Sabbatical. Gefolgt von der Ausrede, puh 
 kann ich mir nicht leisten. Dann starb mein Vater, ich blickte auf mein Leben mit meinen 30 Jahren und was tat ich? Nichts 
 ich lebte weiterhin nicht gesĂŒnder, ich machte keine mehrwöchigen Reisen an besondere Orte … ich verfiel schnell wieder in den alten Trott. Dann wurde die Krankheit meiner Mutter immer schlimmer und wenn ich eins daraus gelernt habe: so möchte ich nicht die letzten Jahre meines Lebens verbringen. Klar, gegen eine Krankheit kann ich erstmal nichts ausrichten. Sie kommt oder eben nicht. Ich kann jedoch die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Krankheit durch meinen (aktiven) Lebensstil etwas lenken. Und wenn sie kommt, kann ich beeinflussen, wie ich mit ihr umgehe! Wie ich mein Leben nun gestalte. Entweder akzeptiert man die Krankheit oder nicht. Und wenn sie akzeptiert wird, kĂ€mpft man gegen sie (falls möglich) und falls nicht, lernt man damit umzugehen!

Bevor meine Mama starb, hatte ich die Ausrede: „ich kann hier nicht weg, wegen meiner Mutter“. Als sie starb, hatte ich sie nicht mehr. Und was machte ich? Ich hatte die Chance woanders neu anzu-fangen. Mit Mitte 30 – einfach neue Stadt, neue Menschen, neuer Job 
 Doch was passierte? Ich blieb hier und meine Freundin (jetzt Frau) zog her.

Alles bewusste Entscheidungen, aber warum trifft man diese – wenn man andere Sachen so faszinierend findet? Wieso ist der Reiz fĂŒr etwas Neues nicht so groß, dass man es wagt?

Und wenn andere etwas machen, findet man ebenfalls die besagten Ausreden. Oft habe ich SprĂŒche gehört wie “Die haben ja auch keine Kinder”, oder “sie sind ja Single und haben viel Zeit und keine weiteren Verpflichtungen”
 bla bla bla.

Aber was machen wir mit unserer Zeit? Zieht man Arbeit, Schlaf und familiĂ€re Verpflichtungen ab, bleibt noch ein ordentlicher Batzen ĂŒbrig. Diesen verbringt man entweder auf der Couch, oder in den sozialen Medien .. aber könnte doch auch definitiv sinnvoller genutzt werden, nicht wahr? 😉

Versteht mich nicht falsch, ich will nicht das jemand alles unĂŒberlegt hinschmeißt. Oder zu einem Sportjunkie wird. Jede Sache, jede Situation muss auch auf die jeweilige Person auch passen. Jede*r soll seinen Weg fĂŒr sich definieren und finden.

Mir ist jetzt auch wichtig, dass gerade – wo meine kleine Tochter in der Kinderkrippe sich gut integriert hat – wir sie nicht da herausreißen und in die nĂ€chste Krippe in einer neuen Umgebung stecken. Sie soll ein geordnetes, stabiles und glĂŒckliches Leben haben. Das ist nicht zwingend damit verbunden, ein großes Haus mit Garten zu haben oder in den Bergen zu wohnen. Sondern dort, wo es fĂŒr die gesamte Familie sich am besten anfĂŒhlt. Alle sollen sich wohl fĂŒhlen und sich entfalten können!

Doch wenn am Ende die Eltern glĂŒcklich sind genau dort zu wohnen, dann macht es die Sache auch einfacher fĂŒr die Kinder. GlĂŒckliche Eltern = glĂŒcklicher Kinder 😊

Aktuell prĂŒfen meine Frau und ich, welche mittelfristige Optionen es gibt. Das Thema bleibt spannend 😉

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